Die beliebtesten Schiedsverfahren und -orte

Je globaler das Business, desto grösser die Gefahr einer Rechtsstreits. Da überrascht es nicht, dass 68% der im Rahmen einer Studie über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit befragten Unternehmen über ein Streitbeilegungskonzept verfügen, in dem festgelegt ist, welches Recht im Streitfall angewendet sowie in welchem Schiedsort und durch welche Schiedsinstitution der Fall nach Möglichkeit beurteilt werden soll.

Bei der Wahl der Rechtsordnung zur Beilegung eines Zwistes im Schiedsverfahren werden vor allem folgende Kriterien berücksichtigt:

  • wahrgenommene Neutralität des Rechtssystems
  • Vertrautheit mit dem Rechtssystem
  • Eignungsgrad zur Anwendung auf einen bestimmten Streitfall.

Am häufigsten fällt dabei die Wahl auf folgende Rechtsordnungen:

  • englisches Recht 40%
  • Recht des US-Bundesstaats New York 17%
  • Schweizer Recht 8%
  • französisches Recht 7%
  • US-Recht 5%
  • Andere 25%
  • (Unter „Andere“ am meisten genannt: kalifornisches, deutsches und australisches Recht.).

Transnationale Regelwerke werden zumindest „manchmal“ herangezogen, nicht ganz die Hälfte der Befragten haben schon UCIP (Uniform Customs and Practice for Documentary Credits) oder UN-Kaufrecht vereinbart. Wesentlich beliebter sind die IncotermsAls Incoterms (International Commercial Terms) werden die internationalen Handels- und Lieferklauseln bezeichnet. Diese Handelsbedingungen legen insbesondere fest, welcher der Vertragspartner die Fracht-, Zoll- und Versicherungskosten zu tragen hat, wer das Transportrisiko trägt und zu welchem Zeitpunkt Nutzen und Gefahr auf den Käufer übergehen. Die Incoterms haben keine Gesetzeskraft. Sie werden nur rechtskräftig, wenn sie zwischen Käufer und Verkäufer gültig vereinbart werden.

Die Incoterms wurden von der Internationalen Handelskammer entwickelt und 1936 erstmals aufgestellt. Der Stand der Incoterms wird durch Angabe der Jahreszahl gekennzeichnet. Letztmals angepasst wurden die Lieferbedingungen mit der 7. Revision im Jahr 2010.

Die Vollversion der Incoterms 2010 (deutsch, englisch, französisch; 266 Seiten; Preis: CHF 90.-- bzw. CHF 60.-- für S-GE-Mitglieder) ist zu beziehen bei:
contact@s-ge.com
Tel. 0844 811 812
, die bereits von 62% der Umfrageteilnehmer verwendet worden sind, allerdings oft nur in Ergänzung zu einer vertraglich vereinbarten Rechtsordnung.

Bei der Wahl des Schiedsortes sind folgende Punkte ausschlaggebend:

  • formalrechtliche Infrastruktur (Qualität des nationalen Schiedsgesetzes und der Gerichtsbarkeit)
  • Eignungsgrad des anwendbaren Rechts auf einen bestimmten Streitfall
  • spezifische Vorteile des Schiedsortes (geographische und kulturelle Nähe, Sprache, bestehende Kontakte u.a.)

Die beliebtesten Schiedsorte sind:

  • London 30%
  • Genf 9%
  • Paris 7%
  • Tokio 7%
  • Singapur 7%
  • New York 6%
  • Andere 34%.

Die unbeliebtesten Schiedsorte sind:

  • Moskau
  • China.

Bei der Wahl der Schiedsinstitutionen wird vollem auf folgende Punkte Wert gelegt:

  • Neutralität
  • Reputation
  • internationale Anerkennung.

Die besten Noten erhalten folgende Institutionen:

  • International Court of Arbitration der ICC (International Chamber of Commerce)
  • LIAC London Court of Arbitration
  • AAA/ICDR American Arbitration Association.

Am schlechtesten kommen weg:

  • CRCICA The Cairo Regional Centre for International Arbitration
  • DIAC Dubai International Arbitration Centre
  • CIETAC China International Economic and Trade Arbitration Commission.

School of International Arbitration: “International Arbitration Survey – Choices in International Arbitration”

21.12.2010 / mer

Öffentliche Bilder

Autor

Content Manager
+41 44 365 53 22