EU-EWR-Finanzierungs- und Förderprogramme

Auch Schweizer Firmen können sich an Programmen beteiligen, die von der EU finanziert oder gefördert werden. Besonders Finanzierungs- und Förderprogramme in den neuen Mitgliedstaaten der EU und in Südosteuropa sind für Schweizer Unternehmen interessant.

Dem Schweizer Unternehmer stellt sich die Frage, wie er an diesen Programmen teilnehmen kann und ob der Zugang zu Fördergeldern der EU durch die bilateralen VerträgeVerträge sind in der internationalen Geschäftstätigkeit noch wichtiger als sie ohnehin schon sind. Aufgrund der unterschiedlichen Gesetze, Rechtssprechung, aber oft auch des kulturell bedingten, unterschiedlichen Rechtsverständnisses kann der Ausarbeitung von «guten» Verträgen kaum genügend Aufmerksamkeit gewidmet werden. Als nützlich hat sich insbesondere für wenig erfahrene Unternehmen die Verwendung von Musterverträgen erwiesen. mit der EU abgedeckt ist.

Die EU bietet eine Vielzahl von Programmen an, deren Finanzierung aus unterschiedlichen Quellen stammt und stellt verschiedene Finanzhilfen zur Verfügung.

Struktur- und Kohäsionsfonds

Die vier Strukturfonds finanzieren Strukturhilfen in den Bereichen Landwirtschaft, regionale Entwicklung, Sozialpolitik sowie Fischerei, während der Kohäsionsfonds Vorhaben in den Bereichen Umwelt und Verkehrsinfrastruktur finanziell unterstützt. Ziel dieser Fonds ist es, die strukturschwächeren Länder und Regionen zu unterstützen und die Disparitäten in der EU zu verringern.

Die Fördermittel werden nicht von der Europäischen Kommission, sondern von den Regionalbehörden ausbezahlt. Diese sind auch für die Durchführung der Programme zuständig.

Für Schweizer Unternehmen sind Finanzierungen durch die Strukturfonds und den Kohäsionsfonds deshalb besonders interessant, weil bei AusschreibungenDie öffentliche Hand vergibt jährlich Aufträge in Höhe von rund 16% des BIP (in der EU ca. 1500 Mrd. €) eines Landes. Diese Projekte werden öffentlich ausgeschrieben, sind konjunkturunabhängig und bieten in allen Branchen interessante Exportmöglichkeiten für Schweizer KMU. des öffentlichen Beschaffungswesens das WTO-Recht Anwendung findet. Somit können Schweizer Unternehmen gleichberechtigt an diesen Ausschreibungen teilnehmen. Die EU und die Schweiz haben in einem bilateralen Abkommen zusätzlich vereinbart, den Anwendungsbereich des WTO-Rechts auszudehnen.

Schweizer Unternehmen haben demnach Zugang zu Fördergeldern bei allen Infrastrukturprojekten, die insbesondere im Bereich Transport und Umwelt durchgeführt werden. Keinen Zugang haben Unternehmen in der Schweiz allerdings bei direkten Unterstützungsgeldern zugunsten des lokalen Gewerbes.

Im Bereich der anderen Förderprogramme der EU sind Schweizer Firmen den Firmen in der EU meistens nicht gleichgestellt, und es besteht dann grundsätzlich keine Möglichkeit der Teilnahme. Die Voraussetzungen für die Beteiligung an einem Programm oder an einer Ausschreibung müssen deshalb jeweils im konkreten Fall abgeklärt werden.

Näheres zum Auswahlverfahren und aktuell ausgeschriebenen Projekten finden Sie auf den Seiten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Programme ausserhalb der EU (z.B. ENI und IPA)

Für den Einsatz des für die Aussenhilfe geschaffenen Instrumentariums der Europäischen Kommission ist das Amt für Zusammenarbeit EuropeAid verantwortlich. Das Europäische Nachbarschaftsinstrument (ENI) und das Instrument für Heranführungshilfe (IPA) führen die Instrumente TACIS und CARDS fort. Die Finanzmittel stammen aus dem Haushalt der Europäischen Gemeinschaft sowie dem Europäischen Entwicklungsfonds. Diese Programme stehen lediglich Firmen aus EU-Ländern sowie den begünstigten Ländern offen. Eine Teilnahme von Schweizer Unternehmen ist grundsätzlich nicht möglich.

Horizon 2020 oder das 8. Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation

Im Anschluss an das 7. Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung (7. FRP) hat die Europäische Kommission das Rahmenprogramm "Horizon 2020" ins Leben gerufen. Horizon 2020 vereint alle bisherigen EU-Programme und -initiativen im Bereich Forschung und Innovation unter einem Dach. Für den Zeitraum von 2014-2020 stellt das Programm ein Budget von ca. 81,6 Mia. Euro bereit. Dies sind im Durschschnitt knapp 12 Mia. Euro pro Jahr, was mehr als das Anderthalbfache des Jahreshaushaltes des vorherigen 7. Rahmenprogrammes darstellt. Horizon 2020 hat zum Ziel, den Forschungsstandort Europa zu stärken, aber auch den Herausforderungen in den Bereichen Transport, Klimaänderung und Wohnraum zu begegnen. Im Genaueren werden Projekte gefördert, die sich unter die Schwerpunkte "Wissenschaftsexzellenz", "Führende Rolle der Industrie" und "Gesellschaftliche Herausforderungen" einreihen.

Beteiligung der Schweiz

Der Schweizer Beitrag an das Gesamtbudget von Horizon 2020 beläuft sich auf rund 4,4 Milliarden CHF, verteilt auf sieben Jahre. Am Horizon 2020 sollte die Schweiz wie am 7. Rahmenprogramm gleichberechtigt beteiligt werden. Allerdings wurde nach der Initiative zur Masseneinwanderung vom 9. Februar 2014 die Schweizer Beteiligung am Programm eingeschränkt. Seit September 2014 ist die Schweiz nur bei Projekten der ersten Säule "Wirtschaftsexzellenz" voll assoziiert. An weiteren Projekten kann die Schweiz nur eingeschränkt, d.h. als Drittstaat teilnehmen. Um diese Übergangsphase zu überbrücken und den Schweizer Partnern weiterhin eine Projektmitarbeit zu gewähren, hat das Staatssekretiariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) eine Reihe an Massnahmen vorgesehen.

Das vom SBFI mandatierte Informationsnetzwerk Euresearch unterstützt bei der Teilnahme und informiert laufend über die Schweizer Beteiligungsmöglichkeiten.

Ausserdem hat das SBFI einen KMU-Einstiegsbeitrag geschaffen. Schweizer KMU, die sich erstmals an einem Projektvorschlag (basierend auf einen «Call for proposals» der EU) zu Horizon 2020 beteiligen und deren Vorschlag von der EU evaluiert wird, erhalten einen einmaligen pauschalen Beitrag von CHF 8'000.

KTI/CTI
KTI / CTI ist die Förderagentur für Innovation im SBFI. Sie schlägt die Brücke vom Labor zum Markt, indem sie Projekte, in welchen Unternehmen und Hochschulen zusammenarbeiten, unterstützt. Neues Wissen soll schnell aus den Labors in Projekte umgesetzt und auf den Markt gebracht werden.

In einem Förderprojekt arbeiten mindestens ein Unternehmen und mindestens eine Hochschule zusammen (es sind auch Partner aus der EU möglich). Die Partner können gemäss dem Bottom-up-Prinzip das Thema ihres Projektes selber wählen. Der Wirtschaftspartner übernimmt dabei in der Regel mindestens 50 Prozent der Projektkosten.

Ihr persönlicher Kontakt

Programm Manager EEN
+41 21 545 94 93

Slider Content 

SIE WOLLEN EXPORTIEREN?

Unser ExportHelp-Team bietet Ihnen Unterstützung in Exportfragen aller Art.

Trade4Free

In 6 Schritten zur Zollbefreiung - und von den Freihandelsabkommen profitieren.

Market Navigator

Suchen Sie Ihr passendes Export-Land? Unser neues Online-Tool unterstützt Sie in einer ersten Auswahl.

VADEMECUM

Zahlen zu den Schweizer Exporten und Importen und dem internationalen Güterhandel.