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Russischer Energiesektor: Cleantech-Opportunitäten für Schweizer KMU

Russlands Energiesektor spielt für die Wirtschaft des Landes eine Schlüsselrolle. Grosses Potenzial gibt es vor allem in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Für exportwillige KMU sind das interessante, wenn auch keine einfachen Perspektiven.

Künftig dürften erneuerbare Energien in der russischen Energieerzeugung eine weitaus wichtigere Rolle spielen.
Künftig dürften erneuerbare Energien in der russischen Energieerzeugung eine weitaus wichtigere Rolle spielen.

Dank seiner riesigen Fläche verfügt Russland über so viele Energiequellen wie kaum ein anderes Land. Kein Wunder also, ist die russische Wirtschaft sehr stark auf den Energiesektor ausgerichtet: Im Jahr 2016 erzielte der russische Rohstoff- und Energiesektor eine Wertschöpfung von 301 Milliarden Dollar – das sind rund 23% des russischen Bruttoinlandprodukts.

Zukunftsmarkt erneuerbare Energien

Ein gesättigter Markt also? Nein, zeigt ein aktueller Bericht der Schweizerischen Botschaft in Russland, der die Energiewirtschaft des Landes unter die Lupe nimmt. Russland produziert und exportiert zwar viel Energie, die Produktion ist aber sehr einseitig auf fossile Energieträger, wie Erdgas, Kohle und Erdöl ausgerichtet. Erneuerbare Energien spielen dagegen nur eine geringe Rolle: Mit 0.01% ist deren Anteil an der gesamten russischen Energieerzeugung heute vernachlässigbar klein.

Dennoch bieten sich für Schweizer KMU gerade in diesem Bereich interessante Geschäftschancen. Denn das Interesse im Land an erneuerbaren Energien ist in letzter Zeit deutlich gestiegen. Experten gehen davon aus, dass deren Anteil am Energiemix Russlands bis in zehn Jahren 8-10% erreichen könnte. «Die Nachfrage nach Cleantech-Technologien – insbesondere in den Bereichen Solar, Wind und Energy-from-Waste – dürfte in den nächsten Jahren steigen", sagt Michael Kühn, Russland-Berater bei Switzerland Global Enterprise.»

Ein in Russland bereits heute boomender Markt ist die energetische Nutzung von Holzabfällen: Für viele russische Haushalte und Kleinbetriebe stellt das Verbrennen von Holzpellets die günstigste Heizvariante dar. Schweizer Anbietern eröffnet sich damit die Möglichkeit, an die Pellets-Hersteller entsprechende Produktionsanlagen zu liefern. Auch der Verkauf von Feuerungstechnik an die Betreiber von Holzheizkraftwerken ist denkbar.

Hoher Bedarf an Energieeffizienz-Technologien

Neben den erneuerbaren Energien gibt es in Russland im Bereich der Energieeffizienz noch grossen Nachholbedarf. Die Energieinfrastruktur des Landes stammt zum Teil noch aus der Sowjetzeit. Die russische Wirtschaft kommt das teuer zu stehen: Gemessen am Output sind die Energiekosten russischer Betriebe mehr als doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt.

Kein Wunder, ist der Bedarf nach Technologien und Ausrüstung zur Erhöhung der Energieeffizienz im Gebäude-, Kraftwerk- und Industriebereich im Land gross. Schweizer Anbietern, etwa aus den Bereichen Heizungs- und Klimatechnik oder Wärmedämmung, eröffnet das gute Absatzchancen.

Anspruchsvolle Marktbedingungen

Bei allem Geschäftspotenzial: Exportwillige Schweizer KMU müssen sich bewusst sein, dass der russische Energiemarkt auch einige Hürden aufweist, die es zu überwinden gilt. So gilt es, Korruption zu erkennen und systematisch zu vermeiden. Ausschreibungsprozesse sind teilweise schwer verständlich und müssen genau analysiert und verfolgt werden. Wegen des schwachen russischen Rubels wird nicht zuletzt auch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Anbieter herausgefordert.

Fazit: Der russische Energiesektor ist ein interessanter, aber kein einfacher Markt. Für Schweizer KMU, die ein gutes Marktverständnis mitbringen und mit einem strategischen Ansatz vorgehen, kann sich das Russland-Geschäft jedoch lohnen.

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Den gesamten Bericht der Schweizerischen Botschaft zur Energiewirtschaft Russland finden Sie in dem folgenden Dokument.

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