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Geschäftsreise in exotische Länder? Fluggäste profitieren von erfahrenen Reisemedizinern

Flugzeugbesatzungen brauchen spezialisierte medizinische Betreuung – auch, weil sie oft in exotische Länder reisen. Bei Swiss ist hierfür der ärztliche Dienst, Swiss Medical Services, zuständig. Die über Jahre gewonnenen Erkenntnisse in der Reisemedizin sind aber auch Flugpassagieren zugänglich, beispielsweise wenn sie auf Geschäftsreise sind.

Swiss Medical Service
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Hauptaufgabe von Swiss Medical Services ist die gesundheitliche Betreuung des fliegenden Swiss-Personals: Piloten müssen jährlich, Kabinenbesatzungen alle fünf Jahre ihre Flugtauglichkeit medizinisch prüfen lassen. In diesem Bereich sind die Ärzte von Swiss Medical Services gleichzeitig Vertrauensärzte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt. Daneben ist die Fachstelle für Aufgaben wie das Abschätzen von epidemiologischen Risiken, arbeitsmedizinische Abklärungen und das Beurteilen des Transports kranker Passagiere an Bord von Swiss-Flugzeugen zuständig. Aufgaben, die grosses medizinisches Know-how verlangen.

Wissen und Erfahrung von Swiss Medical Services im Bereich Reisemedizin stehen auch Flugreisenden offen. Auf der Webseite von Swiss finden sich viele Informationen: Neben praktischen Tipps fürs Fliegen auch Themen wie Reisekrankheit, Flugangst, Reisen mit Diabetes, Ohrenschmerzen oder Fliegen während der Schwangerschaft. Swiss Medical Services in Kloten ist zudem ein öffentliches Impfzentrum mit Sprechstunden jeweils nachmittags von 13.00 bis 16.30 Uhr. Wer Reisen in exotische Länder plant, kann dort seinen Impfstatus überprüfen und falls nötig ergänzen lassen. Ein Arzt berät, welche Impfungen für die Zielregion zu empfehlen oder gar obligatorisch sind.  

Thromboserisiko und Jetlag im Fokus

Aus Sicht der Passagiere stehen zwei Themen im Vordergrund: Thrombose und Jetlag. Während Kurzstreckenflüge als problemlos gelten, können Langstreckenflüge den menschlichen Organismus belasten. «Wir gehen davon aus, dass Flugreisen von mehr als vier bis fünf Stunden zu leicht erhöhtem Thromboserisiko führen», meint Dr. med. Ulrich Stössel, langjähriger Leiter von Swiss Medical Services. Dies gilt insbesondere für Menschen, die an Herz- oder Lungenkrankheiten leiden, stark übergewichtig sind oder bereits einmal eine Thrombose erlitten haben. Wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach das erhöhte Thromboserisiko auf das Fliegen per se zurückzuführen sei, gibt es gemäss Stössel nicht. Vielmehr sei es eine Folge des stundenlangen Sitzens, wie es auch bei längeren Auto- oder Busreisen vorkomme. Stössel, FMH für Allgemeine Innere Medizin und Arbeitsmedizin, erklärt: «Unbewegtes, langes Sitzen mit angewinkelten Beinen führt zu einer Einschränkung und Verlangsamung des venösen Blutrückstroms zum Herzen. Weil langsam fliessendes Blut leichter gerinnt, erhöht sich die Gefahr von Blutgerinnseln.»

Thromboserisiko wirksam mindern

Viel Trinken, um das Blut zu verdünnen, und möglichst viel Bewegung, damit das Blut besser fliesst, wirken präventiv. Dabei hilft bereits, mit wippenden und kreisenden Fussbewegungen die Wadenmuskulatur von Zeit zu Zeit zu aktivieren. Kontraproduktiv sind Kaffee und Alkohol, weil sie dem Körper Wasser entziehen. «Gehört jemand einer Risikogruppe an, empfehlen wir auch Stützstrümpfe oder in Absprache mit dem Hausarzt blutverdünnende Mittel», ergänzt der Facharzt, der auch Mitglied des Schweizerischen Komitees für Reisemedizin ist.

Zeitzonenwechsel verwirren die innere Uhr

Auch der Jetlag beschäftigt die Vielflieger. «Nachtflüge und Reisen gegen die innere Uhr belasten», führt Stössel aus. «Die Gesundheitsschädlichkeit ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, Fakt aber ist, dass der Körper Zeit braucht, um sich vom gewohnten 24-Stunden-Rhythmus zu lösen und sich den neuen, lokalen Gegebenheiten anzupassen.» Wie mit dem Jetlag am besten umzugehen ist, ist individuell und hängt von der Verweildauer am Zielort ab. Bei Kurzaufenthalten ist der gewohnte Tagesrhythmus eher beizubehalten. Wer mehr als drei Tage an einer Destination bleibt, sollte den lokalen (Schlaf)-Rhythmus sofort übernehmen.

Schlaf ist auch während eines Fluges oft ein Problem. Erzwingen lasse er sich nicht, meint Stössel, doch könnten die Voraussetzungen optimiert werden: Leichtes Essen, bequeme Kleidung sowie Vermeiden von Lärm- und Lichtstörungen. Bei Bedarf helfe vereinzelt ein ärztlich verschriebenes Schlafmittel. Und klappe es mit dem Schlaf nicht, sei auch blosses Ausruhen oft hilfreich.

Drei Fragen an Dr. med. Ulrich Stössel, langjähriger Leiter von Swiss Medical Services

Wie wird man Mediziner in der Aviatik?
Mit einer abgeschlossenen Fachausbildung als Arzt (FMH) sowie Weiterbildungen in der Reise- und Flugmedizin. Und einer gesunden Portion «Fliegervirus»!

Wo kann man sich rasch von kompetenter Seite über Aspekte der Reisemedizin informieren?
Unter www.safetravel.ch, der Homepage des Schweizerischen Komitees für Reisemedizin und auf unserer Webseite.

Wo finden Sie den Ausgleich zum Berufsalltag?
In der Familie, mit Sport, Musik und Literatur. Nicht zu vergessen: Filme. Wenn es mir mal schlecht geht, muss ich ins Kino. Danach geht es mir wieder gut!

 

Dr. med. Ulrich Stössel

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