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Polnische Möbelindustrie investiert in Ausbau und Modernisierung der Produktion

Polen ist der sechstgrösste Produzent und der viertgrösste Exporteur von Möbeln weltweit. Die wichtigsten Abnehmerländer liegen in Westeuropa. Die Branche hat sich das Ziel gesetzt, diese Position in den nächsten Jahren noch zu stärken. Dies bedingt Produktivitätssteigerungen und Kapazitätserhöhungen. Für Schweizer Technologieanbieter ist das eine durchaus erfreuerliche Nachricht. 

Polens Möbelindustrie investiert in Produktivitätssteigerungen und Kapazitätserhöhungen
Polens Möbelindustrie investiert in Produktivitätssteigerungen und Kapazitätserhöhungen

Der Verband von Möbelherstellern schätzt, dass 2017 Möbel in einem Wert von knapp 13 Mrd. CHF hergestellt wurden, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 8 % bedeutet. Für 2018 wird ein weiteres Wachstum von ca. 10 % erwartet. Der grösste Teil der Produktion geht in den Export. Die Möbelexporte 2017 werden auf knapp 12 Mrd. CHF (+5 % im Vergleich zum Vorjahr) geschätzt. Der grösste Abnehmer von polnischen Möbeln ist Deutschland mit einem Anteil von rund 30 % der Exporte, gefolgt von Grossbritannien, Tschechien, Frankreich und den Niederlanden. Die Schweiz importierte im Jahr 2017 Möbel in einem Wert von 217 Mio. CHF aus Polen. Somit ist Polen hinter Deutschland, Italien und China der viertgrösste Möbellieferant für die Schweiz.

Zu den Problemen der polnischen Möbelexporteuren gehört der niedrige Bekanntheitsgrad der polnischen Marken. Zudem erfolgt der Verkauf im Ausland hauptsächlich über grosse Handelsketten. Da die Möbelherstellung zu den strategischen Sektoren der polnischen Wirtschaft gehört, kann die Branche auf staatliche Förderung zählen. Das neue Programm Polnische Möbel soll die Promotionsaktivitäten und die Erschliessung von neuen Märkten unterstützen. Darüber hinaus sind Investmentfonds vorgesehenen, die in die Firmen aus der Branche investieren sollen. Im speziellen Bericht zu diesem Programm betont der polnische Entwicklungsfonds, dass der Erhaltung der starken internationalen Position bei gleichzeitig steigenden Lohnkosten und Fachkräftemangel eine Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen und Erhöhung von Investitionsaufwendungen bedingt. Die Entwicklungsmotoren der Branche sollen Automatisierung, Robotik, Innovationen, kundenspezifische Lösungen und Konsolidierung sein.

Produzierende Firmen in der Branche

Zurzeit gibt es über 27'000 Firmen in Polen, die sich mit Möbelherstellung beschäftigen. Drei Viertel der Produktion entfällt auf 407 grosse und mittlere Unternehmen.

Polen ist nach China der zweitgrösste Lieferant von Möbel für Ikea. Der schwedische Konzern betreibt im Land ein Dutzend von Fabriken und ist die grösste Firma in der Möbelindustrie in Polen.

Die polnische Möbelindustrie zeichnet sich jedoch durch einen grossen Anteil von Firmen mit einheimischem Kapital aus, die in der Zwischenzeit zu wichtigen Spielern auf dem mittelosteuropäischen Markt geworden sind.

Führende polnische Gruppe in der Möbelindustrie ist BRW (470 Mio. CHF Umsatz 2016) mit 21 Produktionsstätten in Polen und im Ausland. Die Gruppe Nowy Styl (360 Mio. CHF Umsatz 2016) ist der drittgrösste Hersteller von Büromöbel im Europa. Die Firma betreibt eine der modernsten Büromöbelfabrik in Europa. Andere führende einheimische Unternehmen sind Forte (302 Mio. CHF Umsatz 2016), Szynaka (221 Mio. CHF Umsatz 2016) und Wojcik (120 Mio. Mio. CHF Umsatz 2016).

Neue Investitionen

Die österreichische Firma Egger startete Ende 2017 mit Bau einer Fabrik für Möbelplatten im Nordosten von Polen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf knapp 280 Mio. CHF. Die Produktion soll bereits Ende 2018 aufgenommen werden.

Ikea hat im Jahr 2017 mit dem Ausbau der Fabrik in Zbaszynek (Westpolen) begonnen. Die Erweiterung der Kapazität soll 63 Mio. CHF kosten und bis ca. Mitte 2018 abgeschlossen werden. Die neue Halle soll die Produktion von 125 Tsd. Stück von Möbeln wöchentlich ermöglichen.

Forte eröffnete Anfang 2018 eine neue Fabrik von Spanplatten. Die nächste geplante Investition ist eine neue Produktionshalle mit einem Investitionsvolumen von 84 Mio. CHF. Die Halle soll nächstes Jahr in Betrieb genommen werden.

Sklejka Pisz Paged SA erhielt 2017 die Bewilligung für den Ausbau des Holzbearbeitungsbetriebes in der Sonderwirtschaftszone in Pisz/Nordosten. Das Projekt, dessen Wert auf 30 Mio. CHF geschätzt wird, umfasst den Bau einer neuen Halle für Sperrholzherstellung sowie neue Produktionslinien.

Dem Möbelhersteller Meble Wojcik wurde 2017 die Bewilligung für den Bau einer neuen Produktionshalle und Lager in Elblag für ca. 14. Mio. CHF erteilt. Die Firma kündigte an, in automatisierte und innovative Produktionslinien zu investieren. Des Weiteren plant die Firma das existierende IT-System auszubauen um noch besser auf die Kundenbedürfnisse einzugehen.

Die Firma Szynaka plant den Bau von neuem Hochregallager in Ilawa. Die Kosten werden rund 6 Mio. CHF umfassen den Kauf von Regalen, Barcode-Terminals, Lesegeräten und einem System für die Gabelstaplerlokalisierung.

Schweizer Firmen

Verschiedene Schweizer Firmen sind auf dem polnischen Möbelmarkt bereits aktiv.

Am besten bekannt in Polen ist wahrscheinlich die Swiss Krono Group. Nach eigenen Angaben soll in jedem zweiten polnischen Haushalt ein Produkt der Firma verbaut sein.

Swiss Krono ist spezialisiert auf die Herstellung und Vertrieb von Bodenbelägen, Wanddesigns sowie Holzwerkstoffen für die Bau- und Möbelindustrie. Die Firma ist seit über 20 Jahren in Polen aktiv und beschäftigt in den polnischen Produktionsstätten über 1’000 Mitarbeiter.

Ein anderes interessantes Beispiel ist die Firma IGP, welche seit über 15 Jahren in Polen durch eine eigene Verkaufsgesellschaft vertreten ist und im Jahr 2016 einen Produktionsstandort in der Nähe von Warschau eröffnet hat.

IGP produziert Pulverlacke für verschiedenste Werkstoffe. Die Produkte finden Verwendung in der Architektur, Industrie, Transport- oder Holzmöbelbranche. Bis vor einiger Zeit war die Pulverbeschichtung den Metallen vorbehalten. Die Entwicklung von innovativen Niedrigtemperatur-Pulverlacken ermöglicht nun auch die Beschichtung von Holz. Gegenüber dem Nasslackieren ergibt sich ein enormer Zeitgewinn durch Wegfall des mehrmaligen Schleifens, Grundierens und Trocknens. Diese Effizienzsteigerung wird bereits von namhaften Möbelhersteller in Polen genutzt.

Die Investitionen in der Branche schaffen auch Exportmöglichkeiten für Schweizer Anbieter von hochwertigen Technologien und Lösungen für Möbelindustirie, die noch nicht auf dem Markt präsent sind. Kontaktieren Sie uns um Ihren Markteintritt konkret zu besprechen. 

Mehr Informationen zu Polen 

 

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Besuch von Katalin Dreher-Hajnal und Swiss Business Hub Polen bei IGP Pulvertechnik in Siestrzen n. Warschau, Februar 2018

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