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Was der Brexit für Schweizer Exporteure bedeutet

Welche Rahmenbedingungen gelten für den Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der Schweiz nach dem Austritt aus der EU?

Wolken über der Skyline von London
Das Vereinigte Königreich hat am 31. Januar 2020 die Europäische Union verlassen

Verhandlungen über ein potenzielles Freihandelsabkommen

Es liegt nun an den beiden Parteien nach dem Austritt während den verbleibenden Übergangszeit bis Ende 2020, ein Freihandelsabkommen auszuhandeln, mit dem Ziel bis Ende Jahr zu unterschreiben. Im Vereinigten Königreich wird während der Übergangsphase weiterhin EU-Recht angewendet. Dies betrifft auch die EU-Handelsbestimmungen wie das EU-Mehrwertsteuersystem und andere steuerbezogene Richtlinien, die Regeln des Binnenmarktes und der Zollunion.

Handelsabkommen Schweiz - Vereinigtes Königreich

Bereits am 11. Februar 2019 haben Bundesrat Guy Parmelin und der britische Minister für internationalen Handel Liam Fox in Bern ein bilaterales Handelsabkommen unterzeichnet. Das Abkommen gewährleistet die Beibehaltung der Rechte und Pflichten im Wirtschafts- und Handelsbereich gemäss den zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU) bestehenden Abkommen. Es soll die Basis für die Fortführung der guten Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den zwei Partnern nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU schaffen.

Dieses Abkommen wurde im Rahmen der «Mind-the-Gap»-Strategie des Bundesrates abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der «Mind the Gap»-Strategie möchte der Bundesrat die möglichst vollständige Weiterführung der gegenseitigen Rechte und Pflichten, die zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich gelten, nach dem Brexit gewährleisten oder diese in gewissen Bereichen sogar ausbauen.

Das Abkommen gilt auch für Liechtenstein
Ebenfalls am 11. Februar 2019 unterzeichnet wurde ein Zusatzabkommen zwischen der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und dem Fürstentum Liechtenstein, um die einschlägigen Bestimmungen des Handelsabkommens unter der Zollunion Schweiz−Liechtenstein auf das Gebiet des Fürstentums auszuweiten.

Bilaterale Abkommen Schweiz – EU momentan weiterhin gültig
In der momentanen Übergangsphase gelten die bilateralen Abkommen Schweiz – EU auch weiterhin zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Die Abkommen dienen als Grundlage für die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich nach Ablauf der Übergangsphase.

Wichtige Fragen für Schweizer Exporteure

  • Welche Zollansätze sind nach dem Austritt gültig? 
    Bis zum 31. Dezember 2020 bleiben die aktuellen Zollsätze (EU) bestehen.
  • Mit welchen Vormaterialien darf eine Ursprungskumulation vorgenommen werden?
    Bis zum 31. Dezember 2020 behalten EU-Waren weiterhin Ihren Ursprung.
  • In welcher Form muss ein Ursprungsnachweis erstellt werden?
    Als gültige Ursprungsnachweise gelten die Warenverkehrsbescheinigung EUR 1 bzw. EURO-Med sowie die Ursprungserklärung auf der Rechnung bis zu einem Warenwert von CHF 10'300.--. Ermächtigte Ausführer können Ursprungserklärungen weiterhin betragsunabhängig auf der Rechnung ausstellen.
  • Wir haben ein Lager in der EU. Kann allfällig eingelagerte Ursprungsware aufgrund der Direktversandklausel nicht präferenzbegünstigt geliefert werden?
    Während der Übergangsfrist bis Ende Dezember 2020 gehört UK noch zur Europäischen Zollunion.
  • Was bedeutet der Brexit für die Zoll- und Transportabwicklung?
    Während der Übergangsfrist bis Ende Dezember 2020 bleiben die Zoll- und Transportabwicklungen unverändert.

Haben Sie exportadministrative Fragen? Gerne hilft Ihnen unsere ExportHelp weiter.

Möchten Sie Ihre individuellen Risiken und Chancen im britischen Markt abklären? Unsere Exportberaterin NADJA KOLB steht Ihnen jederzeit zur Verfügung.

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