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Ghislain de Kerviler: «Unternehmen unterschätzen die Herausforderungen in reifen Märkten»

Reife Märkte wie Deutschland, Frankreich, Grossbritannien oder die USA wirken der Schweizer Kultur sehr nahe. Diese Nähe sollte aber nicht dazu führen, dass Firmen die Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter bei Reisen in diese Länder vernachlässigen – im Gegenteil. Ghislain de Kerviler, Geschäftsführer von International SOS Schweiz, erklärt, weshalb besonders für diese Länder eine gute Vorbereitung notwendig ist.

Ghislain de Kerviler Geschäftsführer International SOS Schweiz
Ghislain de Kerviler Geschäftsführer International SOS Schweiz

Die Welt globalisiert sich, Unternehmen sind in neuen Märkten stets auf der Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten und Reisen ins Ausland sind an der Tagesordnung. Arbeitgeber, welche Mitarbeiter auf Geschäftsreisen schicken, müssen sich aber auch um deren Sicherheit kümmern – ganz gleich, wo und wie lange sich der Mitarbeiter im Ausland aufhält. «Vor allem für Reisen innerhalb Europas war das Thema Sicherheit früher kein Thema», erklärt Ghislain de Kerviler, Geschäftsführer von International SOS Schweiz. Sein Unternehmen betreut Geschäftsreisende bei Krankheiten, Unfällen, zivilen Unruhen oder anderen Vorfällen im Ausland. Doch dieses Bewusstsein habe sich inzwischen geändert: «Die Anschläge in Paris, Brüssel oder Berlin haben den Firmen die Augen geöffnet. Sie haben damit begonnen, sich auch mit dem Risikomanagement in reifen Märkten und vermeintlich sicheren Ländern zu beschäftigen.»    

Für ein Unternehmen ist es wichtig zu wissen, wo sich die Mitarbeiter aufhalten und wie sie mit ihnen kommunizieren können, falls etwas passiert.

Aber noch nicht alle Arbeitgeber würden den hochentwickelten Märkten im Bereich Sicherheit genügend Aufmerksamkeit beimessen. «Die Unternehmen unterschätzen die Herausforderungen in reifen Märkten», so Ghislain de Kerviler. Reife Märkte seien in der Realität oft genau so kompliziert wie Entwicklungsländer, nur würden andere Risiken und Herausforderungen bestehen. «Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Wenn ein Mitarbeiter in den USA in ein Spital muss, ist das oft viel komplizierter als in Entwicklungsländern. So muss etwa die Vorauszahlung sichergestellt werden und Kreditkarten können mit hohen Summen belastet werden.» Die Herausforderungen können sehr komplex sein, betont Ghislain der Kerviler. «Viele Firmen haben das Gefühl, dass sie die Situation Griff haben. Die Komplexität der unterschiedlichen Systeme darf aber nicht unterschätzt werden.»

Sicherheit in reifen Märkten – vier Schritte für Unternehmen

Um Geschäftsreisende und Expats im Ausland zu unterstützen, empfiehlt International SOS den Unternehmen jeweils folgende Abklärungen zu treffen, um die Risiken im Zielland abschätzen zu können:

  1. Ort prüfen: In welchem Land, in welcher Stadt und in welchen Quartieren wird sich der Mitarbeiter aufhalten?
  2. Risiko-Profil festlegen: Wer reist ins Ausland – Alter, Geschlecht, berufliche Mission?
  3. Zeitpunkt der Reise: An welchen Tagen findet die Reise statt? Müssen lokale Feiertage berücksichtigt werden?
  4. Hintergrund der Reise: In welchem Zusammenhang findet die Reise statt? Unter welchem Zeitdruck steht der Reisende?

Gesetzliche Pflicht

«Unsere Aufgabe ist es, die Firmen auf die verschiedenen Risiken und Herausforderungen in bestimmten Ländern aufmerksam zu machen und sie zu unterstützen», hält Ghislain de Kerviler von International SOS fest. «Fürsorgepflicht ist ein wichtiges Thema, das auch gesetzlich geregelt ist – vor allem in den Industrieländern.» In der Schweiz beispielsweise ist die Fürsorgepflicht im Obligationenrecht geregelt. «Für ein Unternehmen ist es wichtig zu wissen, wo sich die Mitarbeiter aufhalten und wie sie mit ihnen kommunizieren können, falls etwas passiert. Die Mitarbeiter erwarten diesen Schutz auch – zu Recht!»

Über International SOS

Das globale Netzwerk aus über 1’000 Niederlassungen in 92 Ländern, 26 Assistance Centern und 67 ambulanten Kliniken betreut Geschäftsreisende und Expatriates bei Krankheiten, Unfällen, zivilen Unruhen oder sonstigen Vorfällen im Ausland. Mehr als 11’000 Mitarbeiter, darunter 1’400 Ärzte, 200 Sicherheitsexperten und zahlreiche Experten vor Ort, arbeiten Tag und Nacht für die Sicherheit der Kunden von International SOS. Die vom Unternehmen entwickelten Präventions- und Notfallprogramme gewährleisten die medizinische Versorgung nach höchsten internationalen Standards für Firmenkunden, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Verbände.  

Treffen Sie International SOS am Aussenwirtschaftsforum

Möchten Sie Tipps zum Thema Risikomanagement ihrer Mittarbeiter bekommen? Dann kommen Sie am 26. März 2019 nach Zürich ans Aussenwirtschaftsforum und tauschen Sie sich mit Länderspezialisten aus. An der Breakout Session von International SOS erfahren Sie zudem mehr zum Thema «Cyber Security, Terrorismus, Diebstahl, Naturkatastrophen: Sicherheitsunterstützung bei Auslandreisen». Experten zeigen auf, welche Sicherheitsrisiken und Herausforderungen während Geschäftsreisen bestehen und wie sich KMU auf solche Situationen vorbereiten können. 

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