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Isofloc und Empa entwickeln Brandschutz aus Altpapier

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat gemeinsam mit der Isofloc AG ein Bindemittel gefunden, durch welches Altpapier für den Brandschutz genutzt werden kann. Die neue Lösung soll schon in einem Jahr vermarktet werden.

Empa-Forscher Franziska Grüneberger und Willi Senn
Empa-Forscher Franziska Grüneberger und Willi Senn im Brandlabor der Empa. Bild: Empa

Das geeignete Bindemittel war der Schlüssel bei der Entwicklung des Brandschutzes aus Altpapier, wie aus einer Medienmitteilung der Empa hervorgeht. Denn die Altpapierfasern sollen in die Hohlräume von Bauteilen eingeblasen werden und dabei noch flexibel sein. Sobald sie an Ort und Stelle sind, sollen sie hingegen den Hohlraum komplett ausfüllen und dann ihre Form halten. Dies wird durch ein geeignetes Bindemittel ermöglicht. Daran hat die Empa gemeinsam mit der in der St.GallenBodenseeArea ansässigen Isofloc AG geforscht, wie es auch von Empa-Forscherin Franziska Grüneberger heisst: „Wir stellten gemeinsam mit Willi Senn, dem Entwicklungsingenieur bei Isofloc, eine Reihe von Versuchen an und verbanden die Dämmfasern mit unterschiedlichen Zusatzstoffen.“

Diese Zusatzstoffe mussten mehrere Voraussetzungen erfüllen. Einerseits durften sie nicht giftig sein. Darüber hinaus sollten sie günstig und in grossen Mengen verfügbar sein. Und schliesslich mussten sie sofort wirken. Inzwischen sind die Beteiligten des Projektes fündig geworden. Ein Stoff aus der Lebensmittelbranche erfüllt alle Voraussetzungen. „Laborversuche an der Empa und bei der Isofloc AG in Bütschwil zeigten auch im Brandfall eine zuverlässige Verbindung des Zelluloseflockengefüges“, heisst es dazu in der Mitteilung.

Jon-Anton Schmidt, Leiter Anwendungstechnik bei der Isofloc AG, sagt dazu: „Das Dämmmaterial in loser Form einzubringen, ist schon eine enorme Zeitersparnis. Mit dem zusätzlichen Vorteil der Formstabilität und der damit verbundenen Brandschutzwirksamkeit erreichen wir Schutzwirkungen, die mit geklemmten Steinwollmatten vergleichbar sind. Das macht die ohnehin schon ökologische und effiziente Dämmung für die Bauindustrie noch interessanter.“

Die Isofloc AG übernimmt nun auch die weitere Entwicklung. Sie wird die neuen Einblasmaschinen entwickeln, wobei die Dosierung des Bindemittels eine entscheidende Rolle spielt. Schon in einem Jahr soll das neue Brandschutzmittel dann von Isofloc vermarktet werden. „Aus Bergen von Altpapier wird dann ein wertvolles Dämmmaterial, das nicht nur bei der Herstellung und im Einsatz grosse Mengen fossiler Brennstoffe einsparen hilft, sondern industriell als einziger loser Dämmstoff brandschutzwirksam eingesetzt werden kann“, so die Empa.

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