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Die Unsicherheiten rund um den Brexit lasten auf dem Handel mit dem Vereinigten Königreich

Um die bedeutenden Handelsbeziehungen auch nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs (UK) aus der Europäischen Union (EU) aufrecht zu erhalten, hat der Bundesrat im Rahmen seiner «Mind the Gap»-Strategie mit dem Königreich im Februar 2019 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Im Jahr 2018 lag das Land export- (8,8 Milliarden Franken) und importseitig (7,7 Milliarden Franken) weit vorne in der Rangliste unserer wichtigsten Partner, und zwar sowohl für die bedeutendsten Handelsprodukte wie auch für jene mit tieferem Wert. Die Unsicherheiten um den EU-Austritt des UK zeigen aber Auswirkungen auf die bilateralen Handelsbeziehungen.

view over London

Das UK ist für die Schweiz von besonderer Bedeutung, zumal beide weltweit bekannte Handelsplätze für Gold sind. Entsprechend dominieren Edelmetalle (einschliesslich Gold in Barren) die Einfuhren aus dem UK, welches unser grösster Edelmetalllieferant ist (Jahr 2018: 17,8 Milliarden Franken).

Aus konjunkturellem Blickwinkel1 belasten die Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Beziehungen zwischen dem UK und der EU den Schweizer Aussenhandel. Nach dem Höhepunkt im 2015 (11,7 Milliarden Franken) sanken die Schweizer Exporte ins UK 2016 und 2017 leicht. 2018 lagen diese dann um 23 Prozent tiefer bei 8,8 Milliarden Franken und damit auf dem Niveau von 2012. Diese Unsicherheiten hatten im bilateralen Handelsverkehr negative Auswirkungen namentlich auf die chemisch-pharmazeutischen Produkte (- 50 Prozent), Bijouterie und Juwelierwaren (- 10 Prozent), Metalle (- 5 Prozent) und Uhren (- 4 Prozent) sowie in kleinerem Umfang auf Nahrungsmittel (- 1 Prozent).

Paradoxerweise stiegen die helvetischen Importe aus dem UK im Jahr 2018 um 27 Prozent auf den Rekordstand von 7,7 Milliarden Franken. Die Verunsicherung könnte diesen durch die Schweizer Unternehmen vorweggenommenen Anstieg erklären: Chemisch-pharmazeutische Produkte + 50 Prozent, Bijouterie und Juwelierwaren + 32 Prozent, Fahrzeuge + 15 Prozent sowie Maschinen und Elektronik + 8 Prozent.

Gewichtige Bedeutung der chemisch-pharmazeutischen Produkte

Mit einem durchschnittlichen Anteil von zwei Fünfteln beanspruchten die chemisch-pharmazeutischen Produkte für den Zeitraum 2012 bis 2018 das grösste Stück am Exportkuchen. Ebenfalls eindrückliche Anteile an den Exporten Richtung UK zeigten Maschinen und Elektronik (12 Prozent), Bijouterie und Juwelierwaren sowie Uhren (je 11 Prozent).

Importseitig machen die chemisch-pharmazeutischen Produkte im Zeitraum 2012 bis 2018 durchschnittlich fast zwei Fünftel der britischen Lieferungen aus. Die Bedeutung von Fahrzeugen, Bijouterie und Juwelierwaren sowie Maschinen und Elektronik aus dem UK spiegelt sich in ihrem jeweiligen Einfuhranteil wieder (18, 14 und 11 Prozent).

Das UK als führender Lieferant von Lebensmitteln und Fahrzeugen

Im Jahr 2018 positionierte sich das UK unter die Top-5-Abnehmer von Bijouterie und Juwelierwaren (11 Prozent des Absatzes), Lebensmitteln, Uhren und Fahrzeugen (jeweils 6 Prozent) aus der Schweiz. Für die Sparte Maschinen und Elektronik (4 Prozent) war Britannien der sechstwichtigste Kunde. Trotz der hohen Bedeutung des Chemie-Pharmasektors rutschte das Königreich in der helvetischen Rangliste der wichtigsten Käufer vom fünften Rang (5 Prozent) im 2012 auf den neunten (3 Prozent) im 2018.

Importseitig rangierte das UK 2018 mit 7 Prozent Anteil an fünfter Stelle der wichtigsten Lieferanten chemisch-pharmazeutischer Produkte und damit einen Rang weiter vorne als 2012. Für die führenden Sparten erwies sich die britische Insel als solider Partner: Bijouterie und Juwelierwaren (Anteil 7 Prozent) behielten 2018 (im Vergleich zu 2012) ihren vierten Platz, die Fahrzeuge verloren zwei Positionen (fünfter Rang, 6 Prozent Anteil) und die Maschinen und Elektronik (2 Prozent Anteil) verteidigten ihren zehnten Rang. Eine wachsende Bedeutung verzeichneten die Uhren (2018: 5 Prozent Anteil).

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