Aktuell

Indien: Was bedeuten die Wahlergebnisse für Schweizer Exporteure?

Im Mai 2019 brachte die Bekanntgabe der Ergebnisse der nationalen Wahlen in Indien eine Bestätigung der bestehenden Verhältnisse: Das regierende Bündnis NDA unter der Führung der Bharatiya Janata Party (BJP), das seit Mai 2014 an der Macht ist, hat eine absolute Mehrheit im Unterhaus des Parlaments errungen. Mit dieser Mehrheit wird die Regierung Modi sicherlich neue strukturelle Reformen und Gesetze durchsetzen und bereits umgesetzte Vorhaben festigen können. Was bedeutet das für Schweizer Exporteure?

Sicht über eine indische Stadt

Für Schweizer Unternehmen ist vor allem wichtig, dass sich die Geschäftsgrundlagen in Indien nicht wesentlich verändern werden und wir von einer Fortführung der geschäftsfreundlichen Reformen in der zweiten Amtszeit Modis ausgehen können. Die «Goods and Services Tax» (GST) soll weiter optimiert werden und in Zukunft auch Benzin und Diesel umfassen. Der «Insolvency and Bankruptcy Code» soll eine noch effizientere Handhabung von Schulden und Schuldnern ermöglichen. Wahrscheinlich wird ein neues Datenschutzgesetz erlassen, um die grenzüberschreitende Datenübertragung einzudämmen. Die Initiative «Make in India» wird in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik gewinnen. Das ist insbesondere für den Verteidigungssektor relevant, wo Indien die Abhängigkeit von ausländischen Importen zu reduzieren versucht, um autonomer zu werden.

Makroökonomische Veränderungen zeichnen sich ab

In der vergangenen Amtszeit Modis wurden einige Fortschritte im Bereich des Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EFTA erzielt und wir hoffen, dass mit weiteren Verhandlungen in seiner zweiten Amtszeit eine Einigung erreicht werden kann. Indien liegt im «Ease of Doing Business Index» der Weltbank gegenwärtig auf dem 77. Platz; Premierminister Modi möchte Indien unter die ersten 50 bringen. Dieser Anspruch zeigt deutlich, dass weitere makroökonomische Veränderungen anstehen. Zwischen 2014 und 2019 konnte Indien ausländische Direktinvestitionen im Umfang von 237 Milliarden Schweizer Franken gewinnen. Das Investitionsklima dürfte sich mit der Einführung anlegerfreundlicher Gesetze, Reformen bei Arbeitsrecht und Grundstückskauf sowie neuen Anreizen für «Make in India» weiter verbessern. Im Bereich der Reformen wird der Entwurf für den «Direct Tax Code» bis Juli 2019 eingebracht werden. Dieser wird den bestehenden «Income Tax Act» von 1961 ersetzen. Die überarbeiteten Steuerregelungen sollen vor allem die Einhaltung steuerlicher Vorschriften verbessern, mehr Steuerzahler erreichen und die Unternehmenssteuersätze senken. Zudem dürfte die Regierung Modi die bargeldlose Zahlung für den Durchschnittsverbraucher umfassend fördern. Die neue Regierung wird im Juli 2019 ihr erstes Budget vorstellen, Schwerpunkte werden voraussichtlich die Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuerreformen und Ausgaben für Infrastrukturprojekte sein. Es lohnt sich, die weitere Entwicklung im Auge zu behalten!

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Wahlen in Indien finden Sie auf der Seite der Election Commission of India.

Denken Sie für Ihr internationales Geschäft über Indien nach?

Wir bieten eine kostenlose erste Länderberatung an, erstellen detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen für Ihren Bedarf und klären rechtliche Fragen für Sie. Unser Senior Consultant für Südasien Beat Ineichen unterstützt Sie gerne bei Ihren Internationalisierungsprojekten.

Kontakt

Links

Teilen
Wie sollen wir Sie kontaktieren?

Premium Partner

Strategische Partner

Institutioneller Partner

Official program