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Alfonso Orlando: «Die neusten Strafzölle können auch Schweizer Firmen treffen»

Welche Auswirkungen haben die neusten Strafzölle der USA auf Flugzeugteile und andere Produkte aus der Europäischen Union? Drei Fragen an Alfonso Orlando, Leiter ExportHelp bei Switzerland Global Enterprise.

Alfonso Orlando, Leiter ExportHelp bei Switzerland Global Enterprise
Alfonso Orlando, Leiter ExportHelp bei Switzerland Global Enterprise

Alfonso Orlando, die Welthandelsorganisation hat den USA erlaubt, Strafzölle in der Höhe von 7,5 Milliarden Dollar auf EU-Exporte zu erheben. Betroffen ist zum einen die Flugzeugbranche. Was bedeutet das für die Schweiz?
Schweizer Unternehmen sind generell stark in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden und dies kann sowohl für die Schweizer Flugzeugbranche als auch für andere Industrien nun zum Nachteil werden. Wenn Schweizer Unternehmen Flugzeugteile in die USA liefern, die in der EU produziert wurden, sind sie ebenfalls von den Zöllen betroffen. Das gilt auch, wenn Schweizer Firmen in den USA Endmontagen ihrer Produkte mit Material oder Halbfabrikaten aus der EU machen lassen. 

Die neuen Zölle der USA gegen die Europäische Union gelten voraussichtlich ab dem 18. Oktober 2019. Neben der Flugzeugbranche sind auch Produkte wie Käse betroffen. Ist nun Schluss mit «Swiss Cheese» in den USA?
Die USA haben eine ausführliche Liste publiziert, welche Produkte von den neusten Strafzöllen betroffen sind. Neben der Flugzeugbranche sind auch Textilien, Bücher, Kaffee, Fleisch oder eben Käse aufgelistet. Tatsächlich sind dort explizit auch der Emmentaler- und Gruyère-Käse erwähnt. Aber auch hier gilt: die Zölle fallen in diesem Fall nur dann an, wenn der Käse aus bestimmten Ländern der EU exportiert wird, nicht aber, wenn er in der Schweiz hergestellt und von hier aus in die USA verschickt wird.  

Wie kann ich als Unternehmen nachweisen, dass mein Produkt ein Schweizer Produkt ist, wenn ich es in die USA exportiere?
Der offizielle Weg ist das Ursprungszeugnis, welches von den kantonalen Handelskammern ausgestellt wird. Wir empfehlen, das Ursprungszeugnis nur auf Verlangen des Käufers vorzulegen beziehungsweise im Vorfeld mit dem Käufer abzuklären, ob für die Einfuhr der betroffenen Waren ein Ursprungszeugnis benötigt wird. Alternativ, könnte auch ein Hinweis zur Herkunftsbezeichnung auf einem Handelsdokument (Bsp. «Country of Origin Switzerland») wie die Handelsrechnung bereits ausreichend sein.

Fragen zu den Strafzöllen?

Kontaktieren Sie unser ExportHelp-Team. Es ist die erste Anlaufstelle für Schweizer und Liechtensteiner KMU bei administrativen Exportfragen aller Art. Ein erster Bescheid wird innerhalb von 24 Stunden garantiert. Das ExportHelp-Team besteht aus qualifizierten Fachpersonen mit langjähriger Exporterfahrung und fundiertem Wissen.

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