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Drohne wird zum Profi beim Völkerball

Forscher der Universität Zürich haben eine Drohne mit speziellen Kameras und Algorithmen ausgestattet. Nun kann sie schnell fliegenden Objekten – etwa Bällen – rasch ausweichen. Künftig sollen Drohnen so besser in schwierigem Gelände eingesetzt werden können.

Drohne
Bild: UZH

Drohnen mit Kameras können zwar bereits heute Hindernissen ausweichen, sind aber nicht besonders gut darin. Insbesondere wenn sich schnell bewegende Objekte auf sie zukommen, reagieren sie langsam. Nachdem ihre Kamera etwa einen Vogel erkennen, dauert es 20 bis 30 Millisekunden bis sie reagieren. Das ist für viele Einsatzbereiche nicht schnell genug, wie die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung erklärt.

Forscher der UZH haben nun eine Drohne mit sogenannten Ereigniskameras ausgerüstet. Diese sind darauf spezialisiert, sich bewegende Objekte schneller zu erkennen. Im Gegensatz zu normalen Kameras verarbeiten sie nicht alle Pixel, sondern nur die, die eine Veränderung der Lichtintensität detektieren. So wird der Fokus nur auf sich bewegende Objekte gesetzt und die Verarbeitung beschleunigt.

Ereigniskameras sind eine neue Erfindung, die Forscher mussten deswegen für deren Einsatz in Drohnen eigene Algorithmen entwickeln. Das System testeten die Forscher, indem sie die Drohne mit verschiedenen Objekten bewarfen. In über 90 Prozent der Fälle gelang es der Drohne, auszuweichen – sogar wenn ein Ball aus einer Entfernung von nur 3 Metern mit 10 Metern pro Sekunde auf sie zukam. Sie reagierte zudem in nur 3,5 Millisekunden, also rund zehnmal schneller als es bisher möglich war.

„Eines Tages werden Drohnen vielfältig eingesetzt werden, etwa für Warenlieferungen, den Personentransport, Luftaufnahmen und natürlich für Such- und Rettungsaktionen“, sagt UZH-Professor Davide Scaramuzza. In diesen Situationen müssen sie auf sie zukommende Hindernisse zuverlässig erkennen können. Diese Fähigkeit spiele aber auch in anderen Bereichen eine wichtige Rolle – beispielsweise in der Automobilindustrie, im Bergbau und bei der Ferninspektion.

Die Arbeiten der Forscher wurden vom Schweizerischen Nationalfonds über den Nationalen Forschungsschwerpunkt Robotik (NFS) finanziert.

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