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Pandemie stärkt das Diagnostik-Cluster im Wirtschaftsraum Zürich

In kaum einer Wirtschaftsregion spielen Diagnostik-Medizinprodukte eine so wichtige Rolle wie in der Greater Zurich Area. Und das nicht erst seit der Corona-Pandemie. Wichtige technologische Innovationen nehmen hier ihren Anfang und gehen dann um die Welt.

Roche-Labor.
Roche betreibt auch ein Labor in Rotkreuz. Bild: Roche

„Die globale Pandemie hat unterstrichen, wie wichtig eine schnelle und genaue Diagnose für die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt ist“, sagt Andreas Klopp. Er ist General Manager der Roche Diagnostics International AG, die in Rotkreuz bei Zug ansässig und Teil eines der grössten Diagnostik-Unternehmen der Welt ist. Und Achim von Leoprechting, CEO des internationalen Diagnostik-Unternehmens Tecan aus Männedorf ZH, formuliert es so: „Mit Covid ist der Groschen gefallen.“ Diagnostik werde nun nicht mehr als Stiefkind der Gesundheitsbranche angesehen. Jetzt schlägt die Stunde der In-vitro-Diagnostika und somit auch des Wirtschaftsraums Zürich, wo dieser Medtech-Bereich traditionell einen Schwerpunkt hat. Wie Roche Diagnostics und Tecan ist hier eine ganze Reihe von führenden Unternehmen gross geworden.

Bereits vor Corona ist die Branche stark gewachsen – nicht zuletzt aufgrund des Trends hin zu personalisierter Medizin, bei der die Laboruntersuchung von Körper-Proben eine zentrale Rolle spielt. Heute treibt sie der Kampf gegen Corona an. Roche Diagnostics antwortete mit einem ganzen Test-Portfolio und hat 2020 insgesamt 15 neue Diagnostik-Lösungen lanciert. Tecan ist mit Automatisierungstechnologien weltweit schätzungsweise an jedem zweiten automatisierten COVID-Test beteiligt – auch mit Partnern wie den US-Unternehmen Thermo Fisher oder Abbott Molecular. Für Innovationen in der Medizintechnik bereitet der Standort den idealen Nährboden.

Talent-Pool in der Greater Zurich Area ist essenziell

Roche hat nicht ohne Grund in Rotkreuz zwischen 2010 und 2020 von 1334 auf 2532 Vollzeitstellen aufgestockt. Andreas Klopp von Roche Diagnostics International sagt: „Im Kanton Zug und der Greater Zurich Area bieten sich sehr gute Rahmenbedingungen.“ Essenziell ist für ihn der Zugang zu hochqualifizierten Arbeitskräften. Roche Diagnostics ist die grösste Schweizer Medtech-Arbeitgeberin, rund ein Drittel der Stellen liegen im Bereich Forschung und Entwicklung. Klopp betont auch die Vernetzung mit regionalen Partnern und die Nähe zu Hochschulen. Projekte laufen mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) oder der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). „Letztlich ist auch die Zusammenarbeit mit den regionalen Behörden hervorragend“, so Klopp. Beste Voraussetzungen für Wachstum. Im Corona-Jahr 2020 ist der Umsatz von Roche Diagnostics weltweit um 6 Prozent auf über 13,7 Milliarden Franken gewachsen.

Positiver Trend im Life-Sciences-Bereich setzt sich fort

Diese positiven Aussichten teilt auch Tecan. Das Unternehmen hat 2020 seinen 40. Geburtstag begangen und sich international mit Liquid-Handling-Plattformen einen Führungsanspruch in der Laborautomation erarbeitet. Tecan entwickelt und vertreibt eigene Produkte, agiert aber auch als Originalgerätehersteller (OEM) für Partnerunternehmen. Es existieren weltweit neun Standorte. Dabei ist das Ökosystem in der Greater Zurich Area matchentscheidend. Tecans Senior Vice President Martin Brändle sagt: „Wir schätzen im Wirtschaftsraum insbesondere den Erfahrungsaustausch und den Pool an Talenten und Arbeitskräften mit Branchenerfahrung.“ Kollaboriert wird unter anderem mit der ETH Zürich. Von den insgesamt rund 2000 Mitarbeitenden sind über 600 wissenschaftlich ausgebildet.

Mit seiner forschungsbasierten Strategie ist Tecan in den letzten Jahren im Durchschnitt knapp 9 Prozent pro Jahr gewachsen, für 2020 wird ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren Zehner-Prozentbereich erwartet. Bei Tecan ist man davon überzeugt, dass sich eine positive Entwicklung auch nach Ende der Pandemie fortsetzt. Denn zum einen sind nun viele Instrumente platziert, die Verbrauchsmaterialien benötigen und zum anderen: Welche Bedeutung In-vitro-Diagnostika im Gesundheitssystem haben, das hat sich jetzt gezeigt.

Autorin: Yvonne von Hunnius

Diese Erfolgsgeschichte wurde erstmals von der Greater Zurich Area AG (GZA) veröffentlicht. 

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