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Schweizer Konzepte und Technologien zur Lösung von Wasserproblemen in Chile

Aufgrund von Klimawandel und Wirtschaftswachstum hat Chile zunehmend mit Wasserknappheit zu kämpfen. Das Land investiert im grossen Stil in neue Infrastrukturen, um den Menschen eine gesicherte Wasserversorgung bieten und ein anhaltendes Wirtschaftswachstum gewährleisten zu können. Dies gilt vor allem für die zwei wichtigsten Exportbereiche: Bergbau und Landwirtschaft.

Wasser

Die Regierung plant Ausgaben in Höhe von mehr als 5 Milliarden US-Dollar für Wasserlösungen, zum Beispiel für den Zugang zu neuen Wasserquellen, Entsalzung, Abwasseraufbereitung, Dämme und eine künstliche Grundwasseranreicherung. Gleichzeitig werden innovative Strategien und Systeme für ein effizienteres Wassermanagement eingeführt. Neben der Regierung investieren auch private Bergbau-, Landwirtschafts- und Sanitärunternehmen mehrere Milliarden in neue Technologien und Dienstleistungen in diesem Bereich.

Mit «SuizAgua – El Agua nos Une» war die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit fast ein Jahrzehnt lang in Chile aktiv. Das Programm diente unter anderem dazu, die lokalen Behörden, Unternehmen und die Öffentlichkeit für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung zu sensibilisieren. Aufgrund dieser Arbeit sieht der chilenische Meinungsführer im Wassersektor die Schweiz als wichtige Partnerin Chiles im Bereich Wassermanagement an. Die Botschaft und der SBH stehen in engem Kontakt mit den Wasserbehörden. Schweizer Unternehmen können von der positiven Reputation profitieren, die sich die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit in den letzten Jahren erworben hat, und auf diese Weise ihre Position als Anbieter von innovativen Lösungen für den chilenischen Markt stärken.


Interview

Der gebürtige Kolumbianer José Hernandez verfügt über knapp 30 Jahre Berufserfahrung in Deutschland und ist heute Teilhaber und CEO von NEREUS in Chile. Er ist sowohl in der lateinamerikanischen als auch in der europäischen Kultur zu Hause. Der ehemalige Vice-President Global Water and Heat der SENSUS Group liefert uns einen kleinen Einblick in die Problematik in Chile und die sich daraus ergebenden Chancen für Schweizer Lösungen. 

Warum sind Sie im Wassersektor tätig?

Das ist eine ganz persönliche Sache. Ich habe mich den Grossteil meines Berufslebens über mit der Wassermessung beschäftigt, und das ist zu meiner Leidenschaft geworden. Heutzutage werden Wassermanagement und -aufbereitung immer wichtiger und dringlicher, und ich möchte mit meiner Erfahrung dazu beitragen, diesen Bereich voranzubringen.

Wie ist die Wassersituation aktuell in Chile? 

Es gibt ein zunehmendes Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, Wasser auf effiziente Weise zu fördern, zu verteilen, zu nutzen und aufzubereiten, vor allem in Zeiten der Knappheit. Neue Technologien und Prozesse aus den Industrieländern finden in Chile grosse Aufmerksamkeit.

Wo sehen Sie zukünftig Potenzial und wie sehen Ihre Pläne aus?

Die absolute Notwendigkeit eines besseren Wassermanagements bietet definitiv die Chance, in die Abläufe der verschiedenen Akteure neue Messtechnologien zu integrieren. Mittlerweile ist es durchaus machbar, solche Informationen online zur Verfügung zu stellen und zu analysieren, um auf diese Weise Schritt für Schritt zu einer besseren Nutzung der Ressource und einem effizienteren Wassermanagement zu gelangen.

Was ist nötig, um das in die Realität umzusetzen und welche Rolle kann der Swiss Business Hub Chile dabei spielen?
 
Wie bei jedem Entwicklungs- und Innovationsprozess gibt es auch in diesem Bereich Zögerlichkeit und Widerstände gegen Veränderung. Die dringende Notwendigkeit einer besseren und effizienteren Wassernutzung spricht aber eindeutig für Veränderungen und Optimierungen in diesem Bereich. Es liegt in unserer Verantwortung als Zuliefererindustrie, die richtigen Technologien für jede Anwendung vorzulegen und zuverlässige Umsetzungen anzubieten. Der Swiss Business Hub kann mit dem reichen Erfahrungsschatz, den die Schweiz auf ihrem Weg in diese Richtung bereits gesammelt hat, viel zu einer solchen Entwicklung beitragen.

José A. Hernandez hat seinen Abschluss als Bau- und Vertriebsingenieur an der Leibniz Universität Hannover gemacht. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Wassermessung und war 28 Jahre lang erfolgreich für die SENSUS Group in Deutschland tätig, zuletzt als Executive Vice-President Global Water and Heat. Seit 2019 ist er Mitgründer und CEO des Unternehmens NEREUS in Chile, das sich mit der Integration innovativer Technologien zur Messung von Roh-, Trink- und Brauchwasser sowie zur Online-Überwachung der Wasserqualität, aber auch mit Wasseranlagen auf Basis künstlicher Intelligenz zur Feststellung von Lecks in Leitungsnetzen befasst.

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