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90 Jahre internationales Netzwerk für die Schweizer Wirtschaft

Switzerland Global Enterprise (S-GE) feiert dieses Jahr das 90-Jahr-Jubiläum. Die Geschichte des Vereins begann 1927, als in Zürich und Lausanne Büros für die Wirtschaftsförderung eröffnet wurden. Auch wenn die darauffolgenden Jahre von Kriegen und Finanzkrisen geprägt waren, konnte sich die Schweiz dank gezielten Massnahmen zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort entwickeln. Ein Rückblick.

Das weltweite Netzwerk gehört zu den Stärken von S-GE
Frühere Handelsagentur in Batavia (Holländisch-Indien, 1930er-Jahre)

Der Verein wurde am 8. Juli 1927 gegründet und hiess Schweizerische Zentrale für Handelsförderung. Damit reagierte der Bund auf die Forderungen der Schweizer Wirtschaft nach einer einheitlichen und aktiven schweizerischen Export- und Handelsförderung. Bereits zuvor gab es private und staatliche Initiativen, um die Messen und Ausstellungen zu koordinieren sowie die Wirtschaft bei der Internationalisierung zu unterstützen. Daran beteiligt waren der Schweizerische Handels- und Industrieverein (heute Economiesuisse), der Gewerbeverband, Bauernverband sowie die Industrie- und Handelskammer Waadt. Um eine Doppelstruktur zu verhindern, wurde im Jahr 1927 die Schweizerische Zentrale für Handelsförderung gegründet.

Mit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren kam auf die Schweizer Wirtschaft eine grosse Herausforderung zu. Um in dieser Zeit Arbeitsplätze zu sichern und Arbeit zu beschaffen, setzte die Schweizerische Zentrale für Handelsförderung auf den Export. Deshalb entstand ein weltweites Netz von Handelsagenturen. Die Büros - unter anderem in China, Kanada oder Indien - lieferten wertvolle Informationen über die Märkte im Ausland und halfen den Schweizer Firmen, Absatzmärkte für ihre Produkte im Ausland zu finden. Diese Handelsagenturen waren die Vorgänger der heutigen 22 Swiss Business Hubs – die Hubs sind auf der ganzen Welt verteilt, sie helfen bei der Evaluation des Marktes oder bei der Vermittlung von Geschäftskontakten.

Wirtschaftsförderung im zweiten Weltkrieg

Auch während des zweiten Weltkrieges nahm die Schweizerische Zentrale für Handelsförderung eine bedeutende Rolle ein. Sie informierte Schweizer Firmen beispielsweise über offene Transportwege oder Lieferungs- und Zahlungsmöglichkeiten im Ausland. Gleichzeitig sendete sie via Radio eine schweizerische Wirtschaftschronik in die ganze Welt und es wurden Filme über die Schweiz produziert, welche internationalem Publikum gezeigt wurden.
Im Jahr 1987 wechselt die Schweizerische Zentrale für Handelsförderung dann ihre offizielle Bezeichnung, sie setzte auf den französischen Namen OSEC (Office Suisse d'Expansion Commerciale). Damit wollte sich der Verein neu positionieren, die Kundennähe ausbauen, Problemlösungspakete für KMU anbieten und ein klares Bekenntnis zur Exportförderung machen.

Rolf Jeker, Verwaltungsratspräsident von 2004 bis 2011, ist überzeugt, dass die Organisation die wirtschaftliche Struktur der Schweiz mitgeprägt hat und ihre Unterstützung weiter gefordert ist:

Die Schweiz hat Tausende von kleineren Firmen. Dies ist eine Stärke und da ist die Schweiz fast einzigartig.

«Viele Firmen sind international tätig oder werden es in Zukunft noch verstärkt tun müssen. Diese bedürfen professioneller Unterstützung bei der Internationalisierung und da kann Switzerland Global Enterprise einen wesentlichen Beitrag leisten», sagt Rolf Jeker.

Mit einem guten Netzwerk zum Erfolg

Die Organisation heisst seit dem Jahr 2013 Switzerland Global Enterprise (S-GE). Sie begleitet Kunden auf dem Weg in neue Märkte. Der Verein fördert auch heute noch im Auftrag von Bund (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO) und Kantonen Export und Investment. Gleichzeitig hilft S-GE den Kunden neues Potenzial für ihr internationales Geschäft zu realisieren und den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken. S-GE bringt nach wie vor Kunden, Verbände, Handelskammern, Behörden und Experten zusammen.

Dieses Netzwerk und das Know-how können für Schweizer KMU von entscheidender Bedeutung sein. Beat Fenner, Verwaltungsmitglied von 1998 bis 2011, erinnert sich: «In den 70er-Jahren war ich in Singapur tätig. Ich habe erlebt, wie Schweizer KMU während einer wirtschaftlichen Flaute in der Schweiz wahllos ihre Produkte exportierten.» Einige davon seien dann Betrügern aufgesessen und das, obwohl sie Unterstützung im Export hätten bekommen können, so Beat Fenner. Auf der anderen Seite habe er aber auch erlebt, wie Schweizer Firmen Exporterfolge hatten. So sei er beispielsweise in Kasachstan mitten in der Nacht einer Putzmaschine aus der Schweiz begegnet.

Das Netzwerk bleibt weiterhin ein wichtiger Faktor, trotz Globalisierung und Digitalisierung. Die digitalen Hilfsmittel würden es für die Schweizer KMU nicht zwingend einfacher machen, bei einer Vertriebspartnersuche die Nadel im Heuhaufen zu finden, meint Alberto Silini, Head of Consultancy bei S-GE.

Switzerland Global Enterprise kann in der Orientierung helfen.

Um erfolgreich neue Märkte zu erschliessen, sind die zu erledigenden Aufgaben immens und zeitintensiv. Das können laut Alberto Silini das Klären der örtlichen Importvorschriften, die Berechnung der lokalen Zollsätze für das eigene Produkt, das Einholen von spezifischen Marktinformationen oder die Identifikation von möglichen Kunden oder Absatzpartnern sein. «Warum soll ein KMU dies selbst tun, wenn S-GE seit Jahrzehnten Tausende von Schweizer KMU effizient und erfolgreich unterstützt.»

Wenn auch Sie vom Netzwerk und Know-how von S-GE profitieren möchten oder Fragen zu Freihandelsabkommen, Mehrwertsteuern oder Zoll haben, zögern Sie nicht, unsere Experten zu kontaktieren.
Bei Interesse an einer Beratung zu einem speziellen Markt können Sie gerne an einer unserer Länderberatung teilnehmen.
Wenn Sie Ihre Produkte ins Ausland exportieren möchten, bieten wir Ihnen diese Checkliste an.

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