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App soll Lungenentzündung diagnostizieren

Forscher der ETH arbeiten an einer App, die künftig helfen soll, Lungenentzündungen rechtzeitig zu erkennen. Derzeit wird sie in abgelegenen Dörfern in Peru getestet, wo die Lungenentzündung eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern ist.
ETH-Forscher entwickeln App zur Diagnose von Lungenentzündungen.
ETH-Forscher entwickeln App zur Diagnose von Lungenentzündungen. (Bild: Walter Karlen/ETH Zürich)

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten gemeinsam mit dem Schweizerischen Tropen und Public Health Institut (Swiss TPH) sowie der peruanischen Universität Cayetano Heredia an einer neuen mobilen Gesundheitstechnologie. Konkret handelt es sich dabei um eine App zur Diagnose von Lungenentzündungen, welche medizinisches Personal unterstützen soll.

Bei der Diagnose einer Lungenentzündung bei Kindern spielt unter anderem die Frequenz der Atemzüge eine wichtige Rolle. Die normale Frequenz sollte bei 20 bis 40 Atemzügen pro Minute liegen, wie ein auf der Internetseite der ETH veröffentlichter Artikel zeigt. Um die Atemzüge zu messen, wurde bisher insbesondere beobachtet, wie oft sich der Brustkorb eines Kindes pro Minute hebt und senkt. „Es kommt aber oft vor, dass man sich dabei verzählt“, erklärt Assistenzprofessor Walter Karlen im Artikel.

Die neue App soll zunächst beim verlässlichen Zählen der Atemzüge helfen. Der Anwender tippt dabei bei jedem Atemzug auf ein Zeichen. Die App lässt den Anwender so lange weitertippen, bis ein verlässlicher Durchschnittswert ermittelt werden kann. Später können dank der App auch die Ergebnisse von verschiedenen Tagen miteinander verglichen werden.

Die App wird nun in abgelegenen Dörfern im Norden Perus getestet, wo die Lungenentzündung ein grosses Risiko für Kinder ist. Ziel ist es dabei auch, die App noch weiterzuentwickeln. „Je mehr Parameter wir zusätzlich zur Atemfrequenz erfassen, desto zuverlässiger ist die Diagnose“, so Karlen. Die Forscher untersuchen nun, wie die Messung der Sauerstoffsättigung im Blut in die App integriert werden könnte. Dies kann ebenfalls wichtige Erkenntnisse über eine Lungenentzündung geben und lässt sich mit einem sogenannten Pulsoximeter messen. Dabei kann ein Sensor am Finger mittels Infrarotlicht feststellen, wie viel Sauerstoff das Blut enthält. ssp

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