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Auswirkungen von Industrie 4.0 auf Supply-Chain-Compliance

Nur wer die Stolpersteine kennt und rechtzeitig in kosteneffiziente Lösungen investiert, wird im neuen Industriezeitalter reüssieren. S-GE sprach mit Thomas Kofler von Amber Road Switzerland AG.
Chipkarte aus der Mikro-Optik.
Globale Lieferketten im digitalen Zeitalter: Neue Chancen für KMU, aber auch viele neue Herausforderungen.

Wie verändert Industrie 4.0 die globalen Lieferketten?

Elektronisch gesteuerte Maschinen, Geräte und Arbeitsprozesse werden zunehmend digital vernetzt, um Wertschöpfungsketten von der Quelle bis zur Senke ganzheitlich zu optimieren und elektronisch zu steuern. Statt physischer Waren werden in Zukunft immer öfter nur noch Expertenwissen und Blaupausen im- oder exportiert. Nach diesen Vorlagen können dann im Absatzmarkt flexibel die gewünschten Stückzahlen in den nachgefragten Varianten just-in-time, kostengünstig produziert oder zum Beispiel mit einem 3-D-Drucker ausgedruckt werden. Virtual Reality für die Fertigungssteuerung steht noch vor dem Durchbruch. Die Zustandsüberwachung im Rahmen des After-Sales-Service und die Wartung von Maschinen und anderen Geräten findet dagegen immer häufiger per Fernüberwachung/-bedienung statt.

Diese Veränderungen haben Einfluss auf das Handels- und Logistikmanagement, aber auch auf das Risiko- und Qualitätsmanagement in Lieferketten sowie auf Zoll- und Mehrwertsteuerabgaben. Viele KMU sind sich dessen noch nicht gebührend bewusst.

Wo liegen die Herausforderungen im Bereich Compliance?

Der Transfer von Informationen oder der elektronische Zugriff auf technische Unterlagen unterliegt genauso Import- und Exportkontrollvorschriften wie der Kauf oder Verkauf von Gütern. Eine Sanktionslistenprüfung ist daher in jedem Fall unerlässlich.

Für Daten auf Datenträgern gibt es allerdings keine HS-Codes. Im Unternehmen muss eine eigene Klassifizierung aufgebaut werden. Die Verantwortung der Daten-Eigentümer (beim Versand/Upload) und der Empfänger (beim Empfang/Download) muss definiert werden. Ebenso muss festgelegt werden, wie der Nachweis der Ausfuhr (E-Mail-Ausfuhrdeklaration) erbracht und die Datenzugriffe/Downloads protokolliert werden müssen. 

Die Ausfuhr von Daten für Dual-Use-Güter, die Ausfuhr bewilligungspflichtiger Daten für 3-D-Drucker und für eine Fernüberwachung sollte auf jeden Fall mit den zuständigen Zollbehörden abgeklärt werden. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) durchläuft hier ebenso wie viele KMU einen Lernprozess.

Besondere Vorsicht gilt bei Waren mit Ursprung USA, Mindestanteil Ursprung USA, US-Technologie und Software. Sie unterliegen weltweit den US-amerikanischen Export Administration Regulations (EAR). Diese müssen auch von Firmen beachtet werden, die sich nicht in den USA befinden, aber direkt oder indirekt mit US-Produkten/Technologie zu tun haben. Dies betrifft alle Wirtschaftszweige.

Wie unterstützen Sie Schweizer Unternehmen?

Wir bieten eine kundenbezogene, intensive Beratung an. Unter anderem führen wir eine Analyse der bestehenden Prozesse beim Kunden durch. Wo und wie werden Daten erfasst, weitergeleitet oder genutzt (Zugriff z.B. aus verschiedenen Ländern)? Ist US-Technologie oder Software involviert? Wie schnell sind die Daten für Kunden oder Behörden verfügbar, und wie wird die Datensicherheit gewährleistet? Wie werden Daten ausgewertet und archiviert? Können alle digitalen Prozesse auditiert werden?

Wir unterbreiten unseren Kunden dann projektrelevante Vorschläge. Ohne innovative IT-Lösungen werden KMU die Datenströme in der vierten industriellen Revolution nicht in den Griff bekommen. Nur so lässt sich Rechtskonformität global sicherstellen.

Wie hoch ist denn die Investitionsbereitschaft?

Die meisten KMU haben meines Erachtens eine sehr zurückhaltende Einstellung zur Automatisierung von Prozessen, auch im Bereich Compliance. Die Projekte müssen sich rechnen, wenn möglich, den Gewinn steigern und Aufwand und Kosten senken. Vielfach werden sie in mehreren Phasen umgesetzt. „Quick Wins“ sind entscheidend, um die Teilhabe an Industrie 4.0 voranzutreiben.

Welche Chancen sehen Sie für Schweizer KMU in der vierten industriellen Revolution?

Sie bietet grosse Chancen für innovative KMU und vor allem für Firmen mit speziellen Nischenprodukten. Ferndienstleistungen ergänzen die lokale Präsenz und Partnerschaften ersetzen Investitionen. Dadurch reduziert sich das finanzielle Risiko für KMU bei Auslandsgeschäften.

5. Amber Road Switzerland AG Seminar zum Thema Exportkontrolle und Trade Compliance am 16. Juni in Zürich

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