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Brexit: Verschärfte Situation für Schweizer Exporteure

Knapp, aber dennoch deutlich haben die britischen Bürgerinnen und Bürger am 23. Juni für den Austritt aus der EU gestimmt. Tatsächlich lässt sich derzeit trotz aller Spekulation noch wenig Konkretes sagen zu den Konsequenzen für die Handelsbeziehungen zu Grossbritannien.
Blick auf den Londoner Finanzdistrikt.
Die Briten stimmten für einen Austritt aus der EU.

Austrittsantrag soll rasch gestellt werden

Der britische Premierminister David Cameron hat angekündigt, bald nach dem Referendum den Austrittsantrag zu stellen; dazu ist er rechtlich gesehen durch die Abstimmung jedoch nicht verpflichtet. Ab diesem Moment sehen die Verträge mit der EU eine maximal zweijährige Verhandlungsphase vor. Ab diesem Moment würde das Vereinigte Königreich automatisch wieder auf den Stand der von der World Trade Organization gesetzten Regeln zurückfallen und somit den Zugang zum europäischen Binnenmarkt verlieren. Ein Vertragspaket, das die britische Regierung aushandelt, müsste anschliessend von allen EU-Mitgliedstaaten gutgeheissen werden.

Bedeutung für den Schweizer Export

Als Exportförderer zählt für S-GE die Frage, welche Auswirkungen die Entscheidung zu einem Austritt aus der EU durch die Briten für die Schweizer Exporteure haben könnte. Dies betrifft einerseits die Bedingungen für Schweizer Unternehmen, die nach Grossbritannien exportieren, und andererseits die wirtschaftliche Verfassung der EU als unseren grössten Absatzmarkt. Über relevante Entwicklungen werden wir auf all unseren Kommunikationskanälen kontinuierlich informieren. Direkt Auskunft gibt unsere Spezialistin für das Vereinigte Königreich, Laura Grazioli.

Ein weiterer Währungsschock?

Tatsache ist, dass sich der Schweizer Franken zumindest kurzfristig verteuern wird, was die Schwierigkeiten der Schweizer Exportwirtschaft nach dem letzten Währungsschock weiter akzentuieren wird – dies gilt nicht nur für unser Handelsverhältnis zum Vereinigten Königreich, sondern auch für den Euro-Raum. Ausserhalb Europas schwächt dies die Wettbewerbsposition von Exporteuren, die von Euro-Produzenten konkurrenziert werden.

Stand der Handelsbeziehungen Schweiz – Vereinigtes Königreich

Bisher unterhielten die Schweiz und das Vereinigte Königreich enge Handelsbeziehungen. 2015 exportierte die Schweiz Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 13.1 Milliarden CHF auf den Inselstaat. Noch grösser jedoch sind die Importe in die Schweiz mit 31 Milliarden CHF, wobei knapp 80% (24.4 Milliarden CHF) auf Edelmetalle entfallen. Damit ist das Vereinigte Königreich drittwichtigster Markt (mit Edelmetallen), respektive sechstwichtigster Markt (ohne Edelmetalle). Die Schweiz ist ausserdem ein grosser Abnehmer von Dienstleistungen im Finanz- und Versicherungsbereich. Mit einem Wert von 12.6 Milliarden GBP sogar grösser als alle BRIC Staaten zusammen genommen.

Webinar zum Brexit am 01.Juli von 11-12 Uhr

Sichern Sie sich Ihren Platz beim «Webinar Brexit - 1 week after Brexit» am 1. Juli 2016. Zur Anmeldung und zum Programm (Durchführungssprache Englisch) geht es hier.

Mehr Informationen zum Thema:

Bilaterale Beziehungen Schweiz - Vereinigtes Königreich

Infografik der BBC zum Ausgang der Brexit- Abstimmung

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