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China: Begegnen Sie unerwarteten Geschäftsangeboten mit Vorsicht

Die Rate der gemeldeten betrügerischen Anfragen aus China hat in letzter Zeit wieder zugenommen. Davon betroffen sind auch Schweizer Unternehmen.

Ausländische Unternehmen werden Opfer von verschiedenen Betrügereien chinesischer Unternehmen

Bereits in der Vergangenheit hat der Swiss Business Hub China immer wieder beobachtet, dass Schweizer und andere ausländische Unternehmen Opfer von durch chinesische Unternehmen inszenierte Betrügereien wurden. Die Methoden der Betrüger sind zwar vielfältig und raffiniert: Wer jedoch darüber informiert ist, kann sie einfach vermeiden.

Wie funktionieren die Betrügereien?

Vorsicht geboten ist vor allem bei unerwarteten Lieferanfragen durch unbekannte chinesische Unternehmen. Für gewöhnlich beginnt es damit, dass Schweizer oder andere ausländische Unternehmen unerwartet von einem chinesischen Unternehmen kontaktiert werden, das eine grosse Menge Waren bestellen möchte. Das Geschäftsangebot erscheint sehr lukrativ und üblicherweise wird vereinbart, dass 30–40 % des fälligen Betrags vor der Lieferung der Waren bezahlt werden. Die verbleibenden 60–70 % sollen danach bezahlt werden.

Zudem wird der Schweizer Partner typischerweise zur Vertragsunterzeichnung nach China eingeladen. Nachdem aber der Vertrag unterzeichnet wurde, die ausländischen Vertragspartner in ihr Heimatland zurückgekehrt sind und die betreffenden Produkte nach China geliefert wurden, bezahlt das chinesische Unternehmen die verbleibenden 60–70 % nicht. Zu allem Überfluss scheint das chinesische Unternehmen verschwunden zu sein und kann nicht mehr kontaktiert werden.

Die Erfahrung des Swiss Business Hub China zeigt, dass es sich bei den chinesischen Partnern in den meisten Fällen um gut getarnte Scheinfirmen handelt. Das verunmöglicht das Einleiten rechtlicher Schritte oder das Fordern einer Entschädigung für den finanziellen Schaden.

Ein weiteres Muster: Ausländischen Unternehmen werden Produkte zu unüblich niedrigen Preisen angeboten. Zudem erklärt sich das chinesische Unternehmen bereit, die Produkte gegen eine minimale Anzahlung von 20-30% zu versenden. Nachdem das Geld nach China überwiesen wurde bricht der Kontakt ab – ohne dass die Produkte je ausgeliefert werden.

Was kann man dagegen tun?

Wer unerwartete Lieferanfragen von chinesischen Unternehmen erhält, ist zur Vermeidung unliebsamer Überraschungen gut beraten, sich vor Verhandlungsaufnahme eingehend über das anfragende Unternehmen kundig zu machen. Für eine Prüfung der Seriosität der chinesischen Partner ist auch folgende Checkliste hilfreich:

  1. Handelt es sich um einen Geschäftsabschluss mit hohem Auftragsvolumen?
  2. Wurde Ihr Angebot sehr schnell und ohne nennenswerte Nachverhandlungen oder Forderungen nach Preisnachlass akzeptiert?
  3. Benutzen die chinesischen Ansprechpartner E-Mail Adressen von "Yahoo", "Hotmail"‚ "Gmail" oder anderen kostenfreien Anbietern?
  4. Verläuft die Kommunikation mit den chinesischen Ansprechpartnern im Wesentlichen über E-Mail, Fax und Mobiltelefonnummern?
  5. Ist es Ihnen bisher gelungen, unter der von der chinesischen Seite angegebenen Festnetz-Nummer jemanden zu erreichen?
  6. Verfügt das Unternehmen über einen eigenen Internetauftritt?
  7. Wurden technische Details/Spezifikationen besprochen?
  8. Haben Sie Informationen zum genauen Verwendungszweck bzw. dem Endkunden für Ihre Produkte erhalten?

Wenn die oben aufgeführten Fragen 1-4 mit Ja und die Fragen 5-8 mit Nein beantwortet werden können, so sind dies Anhaltspunkte dafür, dass die Geschäftsabsichten der chinesischen Firma als nicht ernsthaft einzuschätzen sein dürften.

Weitere Empfehlungen

Wenn Sie von chinesischen Unternehmen kontaktiert werden, die Ihnen nicht bekannt sind, empfehlen wir Ihnen, keine Vorauszahlungen nach China zu tätigen. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Dokumente, die Ihnen vorgelegt werden, um «die Echtheit zu bestätigen», von den zuständigen Behörden verifizieren lassen, da diese leicht zu fälschen sind, dies jedoch von ausländischen Laien kaum erkannt werden kann.

Wenn die chinesische Gegenpartei Sie zur Vertragsunterzeichnung nach China einlädt, empfehlen wir Ihnen, die chinesische Gegenpartei stattdessen zur Unterzeichnung in die Schweiz einzuladen. Die dabei angefallenen Reisekosten könnten von der ersten Zahlung der Bestellung abgezogen werden. Wenn die chinesische Seite auf diesen Vorschlag nicht reagiert, ist das ein recht verlässliches Zeichen dafür, dass kein echtes Interesse an einer legitimen Geschäftsbeziehung besteht.

Haben Sie Fragen?

Weitere Informationen zur Thematik finden Sie im untenstehenden Merkblatt (Englisch). Zögern Sie auch nicht, Daniel Bont, unseren Berater für China, oder den Swiss Business Hub China für mehr Informationen zu kontaktieren.

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