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Der Wettbewerbsvorteil von morgen: Digitaler Umbau bei Biella

Der Erfinder des Bundesordners® geht mit einem innovativen Geschäftsmodell neue Wege, um auch künftig zu den leistungsstärksten europäischen Anbietern für Dokumentenverwaltung und Büromaterial zu zählen. CEO Marco Arrigoni spricht im Interview mit S-GE über SimplyFind, die Exportstrategie der Biella Group und seine Leidenschaft für Innovation.

Biella hat den Bundesordner® erfunden (c) Oliver Oettli Photography - www.oliveroettli.ch
Produktion bei Biella

Mit Biella SimplyFind gehen Sie ganz neue Wege und haben ein innovatives Geschäftsmodell lanciert. Wie funktioniert es?

Das Kundenverhalten bezüglich der Verwaltung von Dokumenten hat sich in den zurückliegenden Jahren - im Zuge der Digitalisierung - stark verändert. Immer mehr Informationen werden digital gespeichert, trotzdem gibt es nach wie vor unzählige Dokumente, die in physischer Form archiviert werden. Die Verwaltung dieser Archive wird in vielen Unternehmen als notwendiges Übel betrachtet und wenige sind sich der rechtlichen Verantwortung im Zusammenhang mit Archivierung (physisch und digital) bewusst. Hier setzen wir mit Biella SimplyFind an. Unser Angebot umfasst, als einziges auf dem Markt, die physische und digitale Archivierung. Damit bieten wir Lösungen an, die auf den jeweiligen Bedarf der Kunden zugeschnitten sind: gleich, ob es sich um die rein physische Archivierung, die Digitalisierung von physischen Dokumenten oder die hochsichere digitale Archivierung der Daten handelt. Es versteht sich von selbst, dass wir als Schweizer Unternehmen alle Dienstleistungen in der Schweiz erbringen. Darüber hinaus werden die digitalen Daten auf Datenspeichern, die ausschliesslich in der Schweiz stehen und den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen, verwaltet.

Erfüllen Sie damit noch immer das gleiche Kundenbedürfnis wie mit Ihrem klassischen Geschäftsmodell?

Mit Biella SimplyFind erweitern wir unser Angebot, um die Bedürfnisse unserer Kunden noch umfassender als bisher abdecken zu können - gleichzeitig schliessen wir einen Ökokreislauf: Mit unserem qualitativ hochstehenden Portfolio, wie zum Beispiel dem Bundesordner® oder Hänge- und Mappensystemen, vertreiben wir seit über 115 Jahren physische Ablagesysteme. Werden die Dokumente bei den Anwendern im täglichen Prozess nicht mehr benötigt, archivieren wir die Unterlagen in unserem Biella SimplyFind Archiv, um sie, wenn gewünscht, auch zu digitalisieren und unseren Kunden auf einer hochsicheren Datenplattform zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Aufbewahrungsfristen abgelaufen sind, entsorgen wir physische wie auch digitale Daten gesetzeskonform. Die physischen Unterlagen werden dem Altpapier- oder Altmetallkreislauf zugeführt. Daraus entstehen wiederum Ausgangsmaterialien, wie Karton und Mechaniken, aus denen unsere Bundesordner® gefertigt werden - und der Kreislauf beginnt von vorne …

Welche globalen Trends beeinflussen Sie in der Ausrichtung Ihres Geschäftsmodells am meisten?

Die Digitalisierung beeinflusst unser klassisches Stammgeschäft am meisten. Aber auch die Mobilität der Menschen und die dadurch entstehenden Anforderungen an die Arbeitsplätze (HomeOffice, Co-Working usw.) der Zukunft haben einen grossen Einfluss. Um diesen Entwicklungen zu folgen, sind neue innovative Büroprodukte, die der zunehmenden Mobilität Rechnung tragen, gefragt. Nicht zu vergessen ist der Trend zu immer mehr Individualität, der ebenfalls unsere Geschäftsmodelle beeinflussen wird.

Wir haben diese Megatrends erkannt und in der Folge die Vision und Strategie der Biella adaptiert. Beispiele sind unser neuer Web-to-print Online Shop www.biella-creator.ch, auf welchem individualisierbare Produkte schnell und einfach bestellt werden können, oder das bereits erwähnte neue Geschäftsmodell Biella SimplyFind, mit dem wir einen Beitrag für mehr Einfachheit in der immer komplexeren Welt der physischen und digitalen Dokumentanablage leisten.

Darüber hinaus haben wir die Kommunikation mit den Anwendern unserer Produkte, insbesondere über die sozialen Medien, verstärkt und erreichen so immer mehr Konsumenten direkt.

Die Schweiz wurde erneut zum innovativsten Land der Welt gekürt. Wie treiben Sie Innovationen voran?

Innovation ist unsere Leidenschaft, sie ist eine existentielle Angelegenheit. Aus diesem Grund haben wir seit geraumer Zeit einen vielschichtigen und strukturierten Innovationsprozess etabliert, aus dem wir uns über verschiedene „Töpfe“ bedienen können. Dies beginnt mit unserer eigenen Mitarbeiterplattform „Biella Brain“, auf der jeder Mitarbeitende seine Ideen einbringen kann und geht weiter über sogenanntes Crowd-Umfragen, externe Spezialisten sowie methodisch strukturierte Workshops mit Fokusgruppen zu bestimmten Themen und Prototypings. Unser Innovationskorb ist aktuell gut gefüllt mit Ideen zu neuen Produkten und neuen Geschäftsmodellen - und laufend kommen neue dazu. Kürzlich lancierte Produkte wie „Skandal“ oder die innovative Magnet-Klemmmappe „Attraction“ sorgten für Aufmerksamkeit, Auszeichnungen und zusätzlichen Umsatz.

Welche Rolle spielt der Export in Ihrer Strategie allgemein und für Ihr neues Geschäftsmodell, heute und in Zukunft?

Natürlich exportieren wir auch aus der Schweiz. Der starke Franken und die hohen Logistikkosten schränken uns jedoch stark ein. Da ein Ordner sehr voluminös ist, macht es aus ökologischen, aber auch aus logistischen und Flexibilitätsüberlegungen viel Sinn, möglichst nah am Markt zu produzieren. Die Biella Group hat aus diesem Grund bereits früh die Internationalisierung vorangetrieben. Mit der Akquisition der Donau-Gruppe im Jahre 2000 wurden die strategische Weichen in diese Richtung gestellt und im Laufe der Jahre mit weiteren Akquisitionen ein europaweites Produktionsnetzwerk aufgebaut. Unsere Produktionswerke in der Schweiz, Deutschland, Polen und Rumänien ermöglichen es uns, mit unseren Lieferanten und Kunden nach der Just-in-Time Philosophie logistisch optimale Supply Chains aufzubauen.

Die neuen Angebote von Biella SimplyFind stehen zurzeit nur für Schweizer Kunden zur Verfügung. Eine Internationalisierung ist konzeptionell vorgesehen, einen entsprechenden Zeitplan gibt es zurzeit jedoch noch nicht.

Aus Ihrer Sicht: Was sind die Erfolgsfaktoren für die Weiterentwicklung eines Geschäftsmodells für international tätige Unternehmen?

Für uns als Hersteller ist und bleibt ein hocheffizientes Vertriebs-, Produktions- und Logistiknetzwerk entscheidend. So sind wir in der Lage, schnell und flexibel lokale Marktbedürfnisse zu antizipieren, um entsprechende innovative Lösungen - Dienstleitungen wie auch Produkte - zu entwickeln und auf den Märkten einzuführen.

Über die Biella Group

Die Biella Group unterstützt Organisationen jeder Grösse und Privatpersonen darin, Dokumente jeglicher Art effizient zu verwalten und einfach zu finden. Als einer der bedeutendsten und leistungsstärksten europäischen Anbieter von Büroartikeln und Erfinder des Bundesordners® ist Biella Experte in der Ablage von physischen Dokumenten. Innovative Lösungen schaffen Ordnung im digitalen Informations- und Dokumentenuniversum. Hybride Produkte verbinden den physischen mit dem digitalen Dokumentenkreislauf. Die Lösungen von Biella machen das Verwalten und Finden von Dokumenten einfach, schnell und effizient. Gruppenweit beschäftigt Biella rund 750 Mitarbeitende. Am Vertriebs- und Produktionsstandort Schweiz in Brügg bei Biel sind 200 Mitarbeitende tätig. Gleichzeitig ist dies der Hauptsitz der Biella-Neher Holding AG. www.biellagroup.com.

Über Marco Arrigoni

Seit 2004 in der Biella, zuerst als COO und seit 2007 als CEO tätig. Davor hat er in verschiedenen leitenden Funktionen in der Industrie und als Senior Consultant gearbeitet.

Tipps, Diskussionsstoff und Events rund um neue Geschäftsmodelle im Export

Switzerland Global Enterprise widmet sich 2017 dem Thema «Geschäftsmodelle neu denken: Der internationale Wettbewerbsvorteil von morgen», um Schweizer KMU bei den aktuellsten Herausforderungen im internationalen Geschäft zu unterstützen, zu informieren und zu vernetzen. In unserem Dossier finden Sie regelmässig neue Artikel, Videos und Studien zum Thema. Melden Sie sich für ein monatliches Update bei unserem Export-Newsletter an und reservieren Sie sich bereits heute den 18. Mai 2017 für das Aussenwirtschaftsforum «Geschäftsmodelle neu denken: Der internationale Wettbewerbsvorteil von morgen»

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