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Die sieben Mythen der Geschäftsmodellinnovation

Erfolg im Export hängt nicht allein von Produktinnovationen ab. Mehr denn je gründet er auf einem innovativen Geschäftsmodell und der Agilität, sich den unterschiedlichen Märkten weltweit anzupassen. Weshalb KMU davor häufig zurückschrecken – die sieben Mythen.

Dentalteile werden in einer speziellen Waschmaschine gespült.
Viele KMU empfinden die Geschäftsmodellinnovation als eine Mammutaufgabe.

Die Geschäftsmodellinnovation erscheint KMU häufig als angsteinflössende, beinahe mythische Aufgabe. Sie sei den Global Players vorbehalten, so die allgemeine Meinung. Dabei geht es vor allem um Kreativität und Querdenken, und nicht in erster Linie um die Finanzkraft. Auch am diesjährigen Aussenwirtschaftsforum am 18. Mai 2017 werden Top-Referenten und CEOs mit Schweizer KMU ihre Erfahrungen, Tipps und Ideen teilen, um folgende Mythen zu widerlegen:

1. Der Erst-Besteigungs-Mythos:

Wirtschaftlicher Erfolg komme mit Ideen, die noch nie jemand zuvor gehabt hat. Fakt ist aber, dass neue Geschäftsmodelle sehr oft von anderen Industrien abkupfern. Charles Merrill beispielsweise lehnte sich an das Geschäftsmodell von Supermärkten an, als er Merrill-Lynch gründete und kreierte so das Finanz-Supermarkt-Geschäftsmodell. Die Idee des Leasings hat sich beispielsweise der Schweizer Matratzen-Hersteller Elite SA zu eigen gemacht und erschliesst damit Märkte, auf denen ein Schweizer Anbieter zuvor nicht konkurrenzfähig war (zum Interview).

2. Der Think-Big-Mythos:

Geschäftsmodell-Innovationen seien immer radikal und immer neu. Das Gegenteil ist der Fall, was viele Beispiele aus der Wirtschaft belegen. Wie die Produkteinnovation kann auch die Innovation von Geschäftsmodellen schrittweise erfolgen.

3. Der Technologie-Mythos:

Jede Geschäftsmodell-Innovation basiere auf einer faszinierenden, neuen Technologie. Stimmt nicht – neue Technologien können zwar die Innovation von Geschäftsmodellen antreiben, doch sind an sich oft generisch. Kreativität ist dann gefragt, wenn es darum geht, neue Technologien anzuwenden, um Geschäfte zu revolutionieren. Es ist die Geschäftsanwendung und der spezifische Nutzen einer Technologie, welche den Unterschied ausmachen.

Francois Pugliese, CEO von Elite SA, hat den Weitblick (zum Interview): «Wir arbeiten daran, neue Dienstleistungen in unser intelligentes Matratzen-Leasing-System zu integrieren. Das bedeutet, dass wir bald in jedem Hotelzimmer ein Tablet zur Verfügung stellen werden – und die Digitalisierung dafür nutzen, das Reinigungspersonal zu unterstützen und den Gästen zusätzliche Dienstleistungen anzubieten.»

4. Der Glück-Mythos:

Geschäftsmodellinnovation sei Glückssache und lasse sich nicht systematisch angehen. Tatsache ist, dass die Schaffung eines neuen Geschäftsmodells genauso harte Arbeit erfordert wie die Entwicklung eines neuen Produktes, einer neuen Technologie oder eines neuen Logistik-Konzeptes. Geschäftsmodellinnovation braucht Beharrlichkeit und Dynamik.

5. Der Einstein-Mythos:

Nur kreative Genies könnten mit wirklich innovativen Ideen aufwarten. Heutzutage hängt Erfolg immer weniger von kreativen Vordenkern ab. Interdisziplinäre Teams, quer über funktionelle Strukturen und Firmen zusammenarbeitend, haben die genialen Erfinder wie Edison oder Wright abgelöst. Innovation ist keine Frage individueller Leistung, sondern Teamsport.

Das bestätigt auch Karin Frick, Head Think Tank beim GDI (zum Interview): «Innovation findet nicht primär innerhalb eines Betriebes statt, sondern in der Art und Weise, wie man mit Partnern zusammenarbeitet. Auch die grossen Firmen betreiben nicht nur eigene Forschungs- und Entwicklungszentren, sondern schreiben Wettbewerbe aus.» Das interne Know-how reiche weder bei KMU noch bei Grossunternehmen aus.

6. Der Grössen-Mythos:

Grosse Durchbrüche bedingten grosse Ressourcen. Fakt ist, dass vor allem kleine Start-ups, wie auch das Schweizer KMU BestMile (zum Interview), für Revolutionen verantwortlich sind. Google, Facebook und YouTube wurden alle von Aussenseitern gegründet. Ihr Erfolg belegt: Die richtige Idee, kombiniert mit einer gesunden Portion Mut, ist wichtiger als Ressourcen.

7. Der R&D-Mythos:

Forschung und Entwicklung seien immer die Quelle wichtiger Innovationen. Fakt ist, dass Geschäftsmodellinnovation stark interdisziplinär ist. Technologie spielt eine entscheidende Rolle, allerdings nur im Zusammenspiel mit dem Geschäftsmodell. Innovation kann nicht alleine von der Forschungsabteilung betrieben werden, alle vier Dimensionen müssen zusammenspielen. Innovationen können innerhalb einer Organisation von überall angestossen werden.

Geschäftsmodelle neu denken

Diskussionsstoff zum Thema finden Sie in unserem Dossier und in unserem monatlich erscheinenden Newsletter (hier abonnieren). Am Aussenwirtschaftsforum am 18. Mai 2017 haben Sie ausserdem die Gelegenheit, sich mit anderen Schweizer KMU auszutauschen und sich von Vorreitern wie Elite SA (zum Interview) beim Executive Talk inspirieren zu lassen. Zu Programm und Anmeldung!

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