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Enormes Käuferpotenzial für Schweizer Exporteure

Aufstrebende Nationen wie Brasilien, Indonesien, Indien und China sind die Wachstumsmaschine des globalen Konsums. Zwei Drittel der weltweiten Wirtschaftsprogression wird 2030 aus solchen Ländern kommen.

Der Hauptgrund für das erwartete Wirtschaftswachstum ist die schiere Konsumkraft der Mittelklasse in den Schwellenländern. Rund 2,5 Milliarden Menschen in den aufstrebenden Märkten können täglich zwischen 10 bis 100 Dollar ausgeben. Dies entspricht dem Fünffachen der Käuferschicht der 34 Mitgliederländer in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und stellt ein enormes Konsumpotenzial dar – auch für Schweizer Exporteure. Zwei Drittel der weltweiten Progression wird 2030 aus den aufstrebenden Nationen kommen.

Junge, wachsende Käuferschicht
Während die Bevölkerung in der entwickelten Welt überaltert, zeichnen sich die Schwellenländer durch eine jüngere, wachsende Käuferschicht aus. In Japan werden im Jahr 2050 vier über 65-Jährige auf nur noch fünf unter 65-Jährige treffen. In Europa ist es bereits ein über 65-Jähriger auf zwei unter 65-Jährige. Neue Modelle der Altersvorsorge sind gefragt und flexible Arbeitsmodelle über das Pensionierungsalter werden diesbezüglich immer wichtiger.

Bevölkerungswachstum verlangt nach Investitionen in Infrastruktur
In den Schwellenländern ist die Quote der älteren Bevölkerung zur jüngeren Bevölkerung nach wie vor gering steigend, aber immer noch die Hälfte im Vergleich zu jener Europas in den 1960er-Jahren. Basierend auf dem «Global Wealth Report 2014» der Credit Suisse ist in den Schwellenländern alleine bis 2019 mit einem Anstieg der Mittelklasse um 30 Prozent zu rechnen. Davon entfallen drei Viertel auf Asien. Die wachsende Bevölkerung der Schwellenländer und der erwartete Anstieg der Einkommen unterstützt die weltweite Wirtschaftsprogression und benötigt grosse Investitionen der Staaten in die Infrastruktur.

Währungsabwertung und Inflation beeinflusst Haushaltseinkommen
Zusammen mit AC Nielsen, einem internationalen Marktforschungsinstitut, führt die Credit Suisse jährlich eine Umfrage bei Konsumenten in den aufstrebenden Märkten durch, zuletzt die «Emerging Consumer Survey 2015». Vergangenes Jahr wurden dafür rund 16'000 Haushalte in acht Ländern befragt. Die Erhebung fokussiert auf diese vier Bereiche: Vermögenssituation, Inflationserwartungen, Entwicklung der Haushaltseinkommen und geplante Anschaffungen.

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Russland leidet unter dem schwachen Rubel
Positiv entwickelt sich die Vermögenssituation der Haushalte in Indonesien und Indien, aber auch in China. Während Russland unter der Währungsschwäche des Rubels leidet. In Indonesien und Brasilien zeigen sich die Konsumenten am zuversichtlichsten bezüglich Wachstum der Haushaltseinkommen.

Die Konsumenten fokussieren auf Mobilität, Reisen und E-Commerce…
Steigendes Vermögen korreliert direkt mit dem Besitz eines Autos. Seit 2010 verzeichnete China ein jährliches Wachstum an zugelassenen Autos von 13 Prozent. Indien und Indonesien sind die nächsten Länder die dieselbe Entwicklung aufzeigen werden. Striktere Regulierungen im Zusammenhang mit der Kontrolle der Umweltverschmutzung beeinflussen jedoch den Automobilmarkt in China. Für Hersteller im Zulieferbereich, welche die Energieeffizienz, aber auch die Sicherheit im Automobilsektor fortwährend verbessern, ist grosses Potenzial in der Region Asien-Pazifik zu sehen.

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… und machen öfters und länger Ferien
Die gestiegene Mobilität zeigt sich nicht nur in Bezug auf die Automobilbranche. Die gewünschte Häufigkeit und nachgefragte Länge der Ferien steigt. Das Wachstum in diesem Bereich beträgt starke¬ 13 Prozent pro Jahr. Der Wunsch nach Ferien und die Absicht, Geld dafür auszugeben, ist am stärksten in Mexiko und Indien, während China einen gewissen Rückgang zu verzeichnen hat, in absoluten Zahlen aber nach wie vor der grösste Markt ist. Gemäss der Welttourismus-¬Organisation der Vereinten Nationen (UNWTO) werden China und Südostasien rund 40 Prozent des Wachstums im Tourismussektor in den kommenden Jahren beisteuern.

Starkes Wachstum im Onlinesegment
Steigende Internetpenetration in die entlegensten Winkel dieser Welt, höhere Kaufkraft der Konsumenten und eine unterentwickelte Ladeninfrastruktur treiben die Produktenachfrage im E-Commerce der Schwellenländer. Der Erfolg der chinesischen Handelsplattform Alibaba ist wohl das bekannteste Beispiel dafür. Die Konsumentenumfrage in den aufstrebenden Märkten sieht starkes Wachstum im Online-Segment vor. 65 Prozent der chinesischen Konsumenten, die befragt wurden,¬ tätigen ihre Einkäufe im Internet. Es ist damit zu rechnen, dass die gesamte E-Commerce-Penetration in Asien bald diejenige der westlichen Welt übersteigen dürfte. Wurden 2013 Güter im Gegenwert von 400 Milliarden Dollar online umgesetzt, so dürfte Asien-Pazifik die Schwelle von 1 Billion Dollar 2017 überschreiten. Im Vergleich dazu rechnen Spezialisten des Marktforschungsinstituts eMarketer mit einem Anstieg des Online-Umsatzes in den USA von 430 Milliarden Dollar auf 660 Milliarden Dollar bis 2017.

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Digitalisierung betrifft alle Branchen
Der Boom, seine Geschäfte digital zu tätigen – weil keine Infrastruktur vorhanden ist oder aber aus Zeitgründen und Bequemlichkeit –, betrifft alle Branchen. Produkte, die effizient im Internet angeboten wie auch sicher zum Käufer transportiert werden, finden im Online-Kanal je länger, je mehr das gesuchte Wachstumspotenzial. Weiter ermöglicht E-Commerce¬ einen relativ kosteneffizienten Einstieg in einen neuen Markt, den es im Wettbewerb um den Konsumenten in den Schwellenländern nicht zu vernachlässigen gilt.

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