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Fünf globale Megatrends, die den Schweizer Export beeinflussen

Fünf globale Megatrends dominieren die Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik: Globalisierung, demografischer Wandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Technologie sowie Mobilität. Was bedeutet das für die internationalen Geschäftsaussichten exportierender Schweizer KMU?

Eine Frau steht vor einen Touchscreen mit einem Skelett abgebildet.
Globale Megatrends haben auch auf das KMU Geschäft Einfluss.

1. Globalisierung: Der Mittelstand in den aufstrebenden Märkten führt zu Geschäftsmöglichkeiten für KMU im Dienstleistungs- und Konsumgüterbereich

525 Millionen Menschen zählen in Asien mittlerweile zum Mittelstand. Bis zum Jahr 2040 werden weitere 3 Milliarden Menschen zum Mittelstand gehören. Dieses Wachstum führt zu neuen Geschäftsmöglichkeiten in den Dienstleistungs- und Konsumgütermärkten. Dank der neuen Technologien und des Internets werden die Volkswirtschaften in den Schwellenländern einige Entwicklungsschritte überspringen. Gesetze und Regeln müssen dem technologischen Fortschritt angepasst werden. Immer grössere Bedeutung kommt dabei der Datensicherheit sowie dem Schutz der Privatsphäre zu.

2. Demografischer Wandel: In den Industrieländern wird die Bevölkerung immer älter

Dies hat vielfältige Auswirkungen auf das Konsumverhalten: Ältere Leute haben andere Bedürfnisse beim Reisen, beim Einkaufen oder bei Produkten. Sie nutzen auch die digitalen Technologien anders, weil die Sehkraft nachlässt, das Gehör sich verschlechtert oder die motorischen Fähigkeiten abnehmen verändern. Dies bietet Chancen für exportierende KMU im Bereich Gesundheit oder Medtech. Im Exportmarkt Japan etwa bietet die demografische Alterung der Bevölkerung konkrete Chancen für Schweizer KMU in der Robotik oder Sensortechnik, wie Stefan Barny, Senior Consultant Japan / South Korea bei S-GE, betont.

3. Nachhaltigkeit: Schweizer Cleantech-Lösungen sind gefragt

Neben „fair business“ (Umweltschutz sowie Corporate Social Responsibility) – bieten sich grosse Chancen für den Export von Schweizer Cleantech-Lösungen. Dies betrifft Alltagsprodukte genauso wie umweltfreundliche Gebäude, Nanotechnologie oder Chemieprodukte, aber auch erneuerbare Energien, oder nachhaltige Produktion bis zur Stadtentwicklung. Die Nachfrage nach natürlichen Produkten und ressourcenschonend erbrachten Dienstleistungen steigt rasant. Schweizer Cleantech-Lösungen etwa sind in Australien, in Kanada (nachhaltiges Bauen und Verkehr), in Indien (Solarenergie) oder in Brasilien (Windenergie) besonders gefragt.

4. Digitalisierung und Technologie: E-Commerce, Big Data, 3D-Druck beeinflussen Wertschöpfung

Technologieanwendungen werden massiven Einfluss auf die Wertschöpfung haben. Gemäss einer McKinsey-Studie wird allein das mobile Internet bis ins Jahr 2025 ein Geschäftsvolumen von weit über 10 Trilliarden US-Dollars jährlich generieren. Ähnlich dramatisch sehen die Prognosen in Bezug auf das disruptive Potenzial neuer Technologien aus. E-Commerce, Big Data oder 3D-Druck sind nur einige der Schlagworte im Zusammenhang mit neuen Technologien. „Mittelfristig drucken wir unsere individualisierten Produkte alle im 3D-Drucker zuhause“, so Karin Frick, Zukunftsforscherin beim GDI, im Interview. „Aber auch hochspezialisierte Teile, die nicht für die Massenproduktion bestimmt sind, wie etwa Ersatzteile für die Weltraumfahrt. Für die Zulieferer der Maschinenindustrie ist das hochspannend: Es werden mehr Textil- oder Werkzeugmaschinen benötigt werden, wie beim Wechsel vom Main Frame zum Personal Computer“, ergänzt Karin Frick. Technologieinnovation reiche im globalen Wettbewerb jedoch nicht aus, wie Alexander Osterwalder, Autor und Mitgründer von Strategyzer AG, erklärt: „Mit Technologie allein schafft ein KMU keinen Wert für den Kunden. Der Kunde interessiert sich ja nicht für die Technologie an sich, sondern dafür, ob sein Bedürfnis befriedigt werden kann. Deshalb ist die Erfolgschance viel grösser, wenn die Technologie mit der Value Proposition und dem Geschäftsmodell kombiniert wird. Zudem lässt sich eine Technologie relativ einfach kopieren, ein Geschäftsmodell dagegen nicht.“

5. Mobilität: Steigende Nachfrage nach Sharing- und E-Mobility-Lösungen

Mit den weltweit zunehmenden Transportleistungen entstehen neue Formen wie Car Sharing, selbstfahrende Autos oder Fahrgemeinschaften. Raphael Gindrat ist CEO Mitgründer des Schweizer Start-up-Unternehmens BestMile, einer Plattform für den Betrieb autonome Fahrzeugflotten. Sein Programm überwacht und steuert die autonomen Fahrzeuge der PostAuto Schweiz AG im Wallis. Er betont: „Staus, Verschmutzung und zunehmende Unfälle stellen Städte auf der ganzen Welt vor grosse Herausforderungen. Wir wollen intelligente und effiziente Lösungen finden, und langfristig ein nachhaltiges, effektives und kostengünstiges Transportsystem anbieten – so dass die Menschen nicht mehr das Bedürfnis verspüren, eigene Fahrzeuge zu besitzen. Dies würde Verkehr, Verschmutzung und Staus drastisch reduzieren.“

Tipps, Diskussionsstoff und Events rund um Geschäftsmodelle im Export

Switzerland Global Enterprise widmet sich 2017 dem Thema «Geschäftsmodelle neu denken: Der internationale Wettbewerbsvorteil von morgen», um Schweizer KMU bei den aktuellsten Herausforderungen im internationalen Geschäft zu unterstützen, zu informieren und zu vernetzen. In unserem Dossier finden Sie regelmässig neue Artikel, Videos und Studien zum Thema. Melden Sie sich für ein monatliches Update bei unserem Export-Newsletter an und reservieren Sie sich bereits heute den 18. Mai 2017 für das Aussenwirtschaftsforum «Geschäftsmodelle neu denken: Der internationale Wettbewerbsvorteil von morgen».

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