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Internationalisierung: «Wir müssen den Menschen auf die Zukunft vorbereiten»

Exportierende KMU sind Meister in der Optimierung von Prozessen und Produkten. Hier gibt es bei anhaltendem Margendruck, zunehmendem Wettbewerb und starkem Franken nicht mehr viel Spielraum zur Differenzierung. Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten und im Markt agil auftreten zu können, setzt Asendia Switzerland auf die Menschen als Kunden und Mitarbeitende.

Marina Bartetzko, Head of Asendia Switzerland im Gespräch beim CEO Breakfast.
Für Marina Bartetzko, Leiterin Asendia Switzerland, steht der Mensch im Mittelpunkt, als Kunde und als Mitarbeiter.

Künftig ist erfolgreich, wer sein Geschäftsmodell in den einzelnen Märkten gezielt hinterfragt und wo nötig anpasst, um sich rasch auf die ändernden Kunden- und Marktbedürfnisse einzustellen – so die These des diesjährigen CEO-Roundtable von Switzerland Global Enterprise (S-GE). Dazu diskutierten die strategischen Partner von S-GE (Credit Suisse, Axa Winterthur, Swiss und Asendia) Mitte April 2017 mit Gastgeber Daniel Küng, CEO von S-GE.

Der internationale Postverkehr hat sich durch Email teilweise digitalisiert, die Briefmengen gehen weltweit zurück, wenn auch sehr unterschiedlich stark. In Dänemark setzt die Regierung zum Beispiel voll auf Digitalisierung, was die nationalen Briefmengen komplett einbrechen liess. Auf der anderen Seite boomt besonders der E-Commerce aus Asien; Kleinwarensendungen nehmen weltweit über Grenzen hinweg stark zu. Wie wirken sich diese Veränderungen auf das Geschäftsmodell von Asendia Switzerland aus?

Kundenbedürfnis im Zentrum

«Das Kundenbedürfnis steht heute im Vordergrund», sagt Marina Bartetzko-Meyer, Leiterin bei Asendia Switzerland. So werden bei Asendia keine Produkte mehr am Bürotisch entwickelt, sondern nur noch in iterativen Prozessen mit dem Kunden zusammen. Auch bestehende Dienstleistungen werden gemeinsam mit dem Kunden analysiert und weiterentwickelt. Dies erfordert aber auch Anpassungen von internen Strukturen und Prozessen. Die Customer Journey verlagert sich vermehrt auf Projektteams und nicht mehr auf Departemente. Diese Agilität im eigenen Unternehmen ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, um auch Kunden dabei zu helfen neue Wege zu gehen, stellt Bartetzko-Meyer fest. Asendia Switzerland, strategische Partnerin von Switzerland Global Enterprise, unterstützt auch exportierende KMU in ihrer Agilität bei der Internationalisierung. Mit der Schweizerischen Post können Schweizer KMU ihre Produkte zum Beispiel auch ohne vorhandenes Händlernetz in neue Märkte versenden und diese so testen. Dies ist heute ohne grosses Risiko und Infrastruktur möglich.

Agilität beginnt beim Menschen

Beweglichkeit wird bei der Schweizerischen Post generell grossgeschrieben. «Wir müssen bei uns selber und beim Menschen anfangen», betont Bartetzko-Meyer.

Wir haben es sowohl beim Kunden wie bei unseren Mitarbeitenden mit Menschen zu tun, und diese Menschen müssen wir auf die Zukunft vorbereiten.

Die Beweglichkeit müsse auch intern gefördert werden. «Wir möchten den Mitarbeitenden aufzeigen, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen könnte». Das bedeutet auch, sich von starren Organigrammen und Hierarchiestrukturen zu lösen und vielmehr aufgabenbezogen in interdisziplinären Teams zu arbeiten. Die Zukunft wird komplexer, alles hängt miteinander zusammen. Sich nur noch auf ein eigenes kleines Gebiet zu konzentrieren, funktioniert nicht mehr. «Indem wir uns selber fitmachen, können wir auch die Kunden mit neuen Ideen unterstützen und agil im Markt auftreten», fasst Bartetzko-Meyer zusammen.

Marina Bartetzko-Meyer

Marina Bartetzko-Meyer begann ihre Laufbahn bei Henniez und Nestlé. Seit 1995 ist sie bei der Schweizerischen Post tätig. Heute leitet sie Asendia Switzerland, ist Deputy CEO von Asendia Management und Mitglied der Geschäftsleitung von PostMail.

Asendia Switzerland

Asendia Switzerland verantwortet den Import und Export von Sendungen bis 2 kg und bietet internationale Versandlösungen für Werbesendungen (DM International), Geschäftskorrespondenz, Kleinwaren (E-Commerce) und Zeitungen/Zeitschriften (Press International) an. Asendia Switzerland unterstützt Firmen bei der Internationalisierung von Online-Shops und berät bei Themen wie MwSt, Verzollung, Track&Trace, Retourenmanagement, Fulfillment, Warehousing etc.

Die Strategischen Partner von S-GE im Gespräch: Lesen Sie die Interviews mit Andreas Gerber (Credit Suisse), Christian Wyss (Swiss), und Dieter Gosteli (AXA Winterthur).

Marina Bartetzko-Meyer, Leiterin bei Asendia Switzerland, im Video darüber, wie Asendia Switzerland mit den Herausforderungen der Digitalisierung und der Zukunft umgeht.

Aussenwirtschaftsforum 2017 am 18. Mai 2017, Messe Zürich: Geschäftsmodelle neu denken


Treffen Sie unsere Strategischen Partner am Aussenwirtschaftsforum von Switzerland Global Enterprise am 18. Mai in der Messe Zürich – dem Treffpunkt des Jahres für alle Schweizer Exporteure. Vor allem kleine und mittelgrosse Firmen finden hier Inspiration und praktische Ratschläge für ihr internationales Business: zum Beispiel mit der Keynote-Rede von Dr. Christoph Loos, CEO Hilti Corporation, zum Thema «Werkzeug-as-a-service» oder in einem der Executive Talk in kleiner Runde, zum Beispiel mit Marcel Pawlicek, CEO Burckhardt Compression zum Thema «Unternehmensstrukturen im Wandel – Organisationen befähigen, Kundenbedürfnisse zu erfüllen». In den grosszügigen Pausen und beim Apéro Riche gibt es Raum zum Austausch mit über 600 Teilnehmern und zahlreichen KMU, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder einige davon schon erfolgreich gemeistert haben. Anmeldung und Programm unter www.s-ge.com/awf

Die Strategischen Partner Credit Suisse und AXA Winterthur im Video.

Marina Bartetzko, Deputy CEO von Asendia, zum Thema Internationalisierung

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