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KMU im Export: «Man muss lernen, vom traditionellen Business Case-Denken wegzukommen und Wetten einzugehen»

Exportierende KMU sind Meister in der Optimierung von Prozessen und Produkten. Hier gibt es bei anhaltendem Margendruck, zunehmendem Wettbewerb und starkem Franken nicht mehr viel Spielraum zur Differenzierung. Um der Digitalisierung Rechnung zu tragen, setzt AXA Winterthur vor allem auf Offenheit und die Bereitschaft, neue Partnermodelle ins bestehende Geschäftsmodell zu integrieren.

Dieter Gosteli, Leiter Corporates bei Axa Winterthur im Gespräch am CEO Breakfast.
Dieter Gosteli, Leiter Corporates AXA Winterthur: «Entscheidend ist die Offenheit»

Künftig ist erfolgreich, wer sein Geschäftsmodell in den einzelnen Märkten gezielt hinterfragt und wo nötig anpasst, um sich rasch auf die ändernden Kunden- und Marktbedürfnisse einzustellen – so die These des diesjährigen CEO-Roundtable von Switzerland Global Enterprise (S-GE). Dazu diskutierten die strategischen Partner von S-GE (Credit Suisse, AXA Winterthur, Swiss und Asendia) Mitte April 2017 mit Gastgeber Daniel Küng, CEO von S-GE.

Die Digitalisierung stellt auch für die Versicherungsbranche eine grosse Herausforderung dar. Gerade, weil diese Branche traditionellerweise auf menschlicher Arbeit basiert. «Die Automatisierung von Prozessen wird unser Geschäft nachhaltig verändern», prognostiziert Dieter Gosteli, Leiter Corporates bei der AXA Winterthur. Wie geht die AXA Winterthur mit diesen Herausforderungen um?

Kooperationspartner werden ins Geschäftsmodell integriert

«Entscheidend ist die Offenheit,» betont Gosteli. Offen zu sein, bedeute, über den Tellerrand hinauszuschauen, Trends zu spüren und in der Lage zu sein, diese mit Kooperationspartnern ins Geschäftsmodell zu integrieren.

Alles wird durchlässiger und dynamischer. Für uns ist es wichtig, dass wir offen sind, unser Geschäftsmodell den Erfordernissen des Marktes anzupassen.

AXA Winterthur sucht aktiv Kooperationen mit Technologie-Start-ups, unterhält eigene Venture Funds und bleibt so an den Entwicklungen nahe dran.

Interner Kulturwandel ist nötig

Dies bedinge aber auch, dass man die interne Unternehmenskultur fit macht für die Herausforderung der Digitalisierung. «Wie stellen wir uns als Firma auf, um mit der agilen Welt umgehen zu können? Was braucht das für eine Kultur, was für Mitarbeiter?». Das sind entsprechende Fragen, die man sich stellen müsse. Für Gosteli ist klar: «Es beginnt intern. Traditionelle Führungsmodelle sind überholt. Selbst-organisierte Teams werden wichtiger. »

Mut zu mehr Risikobereitschaft

Mit der Digitalisierung gehen auch für die Versicherungsbranche neue Felder auf, wie zum Beispiel die Cyber Risks. «Das ist ein neues Gebiet, das im Rahmen der Internationalisierung und der Digitalisierung unserer Kunden wesentlich ist. Unsere Aufgabe ist es letztlich, Firmen zu ermöglichen, Risiken einzugehen», so Gosteli. Damit fördert AXA Winterthur indirekt auch die Innovationskraft von Schweizer KMU. «Wir entlasten den Kunden, in dem wir Risiken abnehmen, sodass Kapital freibleibt, um investieren zu können.» Gosteli rät exportierenden KMU vor allem Mut zu mehr Risikobereitschaft. Die Zeiten, in denen man sich auf einen gut kalkulierten Business Case verlassen konnte, seien vorbei. Heute gelte es, auf zwei oder drei verschiedene Pferde zu setzen, bevor man sehe, was funktioniere. «Man muss lernen, vom traditionellen Business Case-Denken wegzukommen und Wetten einzugehen».

Dieter Gosteli, Leiter Corporates bei der AXA Winterthur, im Video über die Auswirkungen der Digitalisierung und Automatisierung auf die Versicherungsbranche.

Zur Person

Dieter Gosteli, 1959, lic. oec. HSG, hat während seiner rund 30-jährigen Laufbahn bei der AXA Winterthur verschiedene Unternehmungsfunktionen in leitender Stellung besetzt. Nebst seinen Erfahrungen aus Controlling, Marketing und Distribution verfügt Dieter Gosteli über breites versicherungstechnisches Know-how im P&C-Business, insbesondere als Leiter des Privatkundengeschäftes. Seit 2015 leitet er den Bereich Corporates.

Zum Unternehmen

Die AXA Winterthur ist seit mehr als 140 Jahren in der Schweiz verwurzelt und erzielte im Jahr 2015 ein Geschäftsvolumen von über 11 Mia. Franken. Als grösster Versicherer der Schweiz bietet die AXA Winterthur umfassende Angebote und eine spezialisierte Beratung für Unternehmenskunden an – so vertrauen ihr auch 40% aller Schweizer KMU. Durch flexible, branchenspezifische Lösungen und ein weitreichendes, internationales Netzwerk ist die AXA Winterthur in der Lage, ihre rund 1.9 Mio. Kunden zu bedienen.

Die Strategischen Partner von S-GE im Gespräch: Lesen Sie die Interviews mit Andreas Gerber (Credit Suisse), Christian Wyss (Swiss) und Marina Bartetzko (Asendia).

Aussenwirtschaftsforum 2017 am 18. Mai 2017, Messe Zürich: Geschäftsmodelle neu denken

Das Aussenwirtschaftsforum von Switzerland Global Enterprise am 18. Mai in der Messe Zürich ist der Treffpunkt des Jahres für alle Schweizer Exporteure. Vor allem kleine und mittelgrosse Firmen finden hier Inspiration und praktische Ratschläge für ihr internationales Business: zum Beispiel mit der Keynote-Rede von Dr. Christoph Loos, CEO Hilti Corporation, zum Thema «Werkzeug-as-a-service» oder in einem der Executive Talk in kleiner Runde, zum Beispiel mit Marcel Pawlicek, CEO Burckhardt Compression zum Thema «Unternehmensstrukturen im Wandel – Organisationen befähigen, Kundenbedürfnisse zu erfüllen». In den grosszügigen Pausen und beim Apéro Riche gibt es Raum zum Austausch mit über 600 Teilnehmern und zahlreichen KMU, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder einige davon schon erfolgreich gemeistert haben. Anmeldung und Programm unter www.s-ge.com/awf

Die Strategischen Partner Credit Suisse und Asendia im Video.

Dieter Gosteli, Leiter Corporates bei Axa Winterthur

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