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Kundenbedürfnisse erkennen: Quelle der Inspiration für die Produktentwicklung

Die oberste Prämisse des Schweizer Food-Herstellers Wander AG ist die Ausrichtung des Geschäftsmodells an den Kundenbedürfnissen. CEO Arnold Furtwaengler erläutert, mit welchen Methoden Wander diese in Erfahrung bringt, wie sie sich erfolgreich im Ausland positioniert und warum ein Schweizer KMU Partnerschaften eingehen sollte.
Die gesamten Wander Produkte in einem gläsernen Regal.
Wander ist auch im Ausland stark vertreten, insbesondere mit der Ovomaltine.

Das Kundenbedürfnis ist Teil der Vision

Die Wander AG in Neuenegg produziert Ovomaltine für den gesamten europäischen Markt. Dabei kommt in der Schweiz eine andere Ovomaltine auf den Tisch als in Deutschland. «Die Schweizer sind sehr gesundheitsbewusst und lieben Ovomaltine vor allem für ihren Geschmack, aber auch dafür, dass sie ohne Kristallzucker auskommt», meint Furtwaengler, der seit 2011 die Wander AG leitet. Für die deutschen Konsumenten hingegen wird etwas Kristallzucker beigefügt. Besonders beliebt in Deutschland ist aber nicht das Pulver selbst, sondern der Brotaufstrich. Er wird vier Mal mehr verkauft als das Pulver. Die Idee zum Brotaufstrich kam ursprünglich aus der Schweiz. «Wir haben bei unseren Kunden beobachtet, dass sie das Ovomaltine-Pulver auf ihr Butterbrot streuen. Da haben wir uns gedacht, warum bieten wir unseren Kunden das Produkt nicht gleich fixfertig an?», erzählt Furtwaengler. Dieses Vorgehen hat Wander verinnerlicht: «Das Beobachten gehört zu den wichtigsten Schulungen für unsere Mitarbeiter. Nicht nur für jene in der Produktentwicklung, sondern für die Mitarbeitenden in allen Abteilungen.»

Wie man erfolgreich einen Markt erschliesst

«Abgesehen davon, arbeiten wir eng mit Experten aus der Neuro Science zusammen. Food ist ein hochemotionales Gut. Es geht nicht immer nur um den reinen Nutzen eines Produkts. Beispielsweise können wir per Eye Tracking erfahren, wie die Konsumenten auf Verpackungen reagieren. Es ist immer der Methodenmix, der das gute Ergebnis bringt», erläutert Furtwaengler. Durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem Kunden bringt Wander auch in Erfahrung, welcher Exportmarkt für das Unternehmen in Frage kommt und welcher nicht. Wir priorisieren und schauen uns Markt für Markt an. Den lokalen Vorlieben tragen wir Rechnung. Darum gibt es weltweit mehr als 30 verschiedene Ovomaltine Rezepturen», erklärt Furtwaengler.

Partnerschaften ermöglichen neue Angebote

Es kommt vor, dass der Kunde etwas möchte, das man als Unternehmen gar nicht herstellen kann. Auch Wander ging es so, als sie den Brotaufstrich entwickelten. «Die Ovomaltine crunchy cream war wie ein Paradigmenwechsel. Früher haben wir immer gesagt, dass wir uns mit Pulver sehr gut auskennen und deshalb nur Pulver anbieten. Heute schrecken wir nicht mehr davor zurück, uns das Know-how bei Partnern zu holen. Für KMU ist es enorm wichtig, Partner einzubinden, um konkurrenzfähig und innovativ zu bleiben», bekräftigt Furtwaengler.

Standort Schweiz spielt eine wichtige Rolle

Inzwischen wird aber auch die Ovomaltine crunchy cream in Neuenegg produziert – auf einer komplett digitalisierten Anlage. Von der Aktualisierung der Lagerbestände und der Bestellung fehlender Rohstoffe über die Befüllung der Maschinen bis zur Produktion des beliebten Brotaufstrichs selbst, funktioniert hier alles automatisiert. Schliesslich braucht es aber doch noch Mitarbeitende, die die Geräte kennen und selbstständig reparieren können. «Dank dem dualen Bildungssystem in der Schweiz finden wir hier genau die richtigen Leute. Um die Produktion in der Schweiz zu halten, ist das ein enorm wichtiger Faktor. Die Angestellten müssen eigenständig Hand anlegen können, und mit einer Schweizer Ausbildung ist das sichergestellt», erklärt Furtwaengler.

Furtwaengler im Video Interview:

S-GE Impulse: Food – Innovation aus Tradition

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit anderen Schweizer KMU im Food-Bereich über die aktuellen Trends und Herausforderungen im Exportgeschäft auszutauschen am 08.11 in Baden.

Internationale Messen:

Interview mit Arnold Furtwaengler, CEO Wander AG

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