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Lebensmittelmarkt in GCC: Schweizer KMU punkten im Premium Segment

Die Erwartungen an die Qualität Schweizer Lebensmittelprodukte in den Golfstaaten sind hoch. Philipp Straehl lebt seit über 10 Jahren in Dubai und kennt die Herausforderungen des Marktes genau. Seit ebenso langer Zeit hilft er Schweizer KMU den mittleren Osten und Afrika zu erschliessen.
Ein Lebensmittel Geschäft mit Kunden am Regal.
Premium Food kommt in den Golfstaaten gut an.

Herr Straehl, Sie kennen sich bestens mit den GCC Staaten aus und wie man dort Lebensmittelprodukte richtig platziert und vermarktet. Ihre Erfahrungen werden Sie am Impulse: Food mit uns teilen.

Es heisst, dass Schweizer Lebensmittelprodukte, insbesondere im Hochpreissegment sehr beliebt sind in den GCC Staaten. Trotzdem ist es sicherlich keine Leichtigkeit diese Märkte zu erobern. Was sind Ihrer Erfahrung nach die grössten Herausforderungen?

Die Schweiz hat einen ausgezeichneten Ruf. Schweizer Premiumprodukte haben gute Erfolgschancen in den GCC Staaten, aber es braucht Zeit und Präsenz vor Ort, denn die Konkurrenz ist grösser als in der Schweiz.

Langfristiges Denken, realistische Planung, adäquate Budgets, gute Vertriebspartner, operationelle Flexibilität, hoher Einsatz und eine ausgereifte Logistik sind wichtig. Ein „premium“ Produkt benötigt auch „premium“ Leute vor Ort und einen „premium“ Auftritt. Im Billigbereich haben Schweizer Produkte keine Chance gegen die Konkurrenz.

Die Kultur und auch die klimatischen Bedingungen sind sehr verschieden zu denen in der Schweiz. Welches kulturelle Know-How sollte man mitbringen und wie stellt man eine Lieferkette sicher, die dem Produkt nicht schadet?

Die Lieferkette braucht Planung, muss kontrolliert werden und ist nicht billig. Es gibt sehr gute Firmen mit grosser Erfahrung in der Logistik. Diese haben Lösungen bereit. Das Problem ist eher bei der Bestellhäufigkeit und den Bestellmengen damit das Produkt frisch zum Konsumenten gelangt und keine Out of Stocks auftreten. Das benötigt eine flexible Produktion.

Es gibt kulturelle Unterschiede. Wenn man keine Vorurteile hat und nicht in Klischees denkt, lernt man schnell. Professionalität ist international. Daneben gibt es auch Organisationen, wie auch Switzerland Global Enterprise, die bei einem Markeintritt helfen und vermitteln können.

Welche Vorlieben haben die Araber bezüglich des Geschmacks? Sollten Schweizer Unternehmen ihre Produkte entsprechend anpassen?

Die GCC Staaten sind unterschiedlich. Und es gibt nicht nur die einheimische Bevölkerung, sondern Menschen aus der ganzen Welt. In den VAE machen Einheimische weniger als 20% der Bevölkerung aus. Ein realistisches Marketingkonzept mit einer klaren Positionierung ist Grundvoraussetzung. Ob ein Produkt dem lokalen Geschmack angepasst wird, ist eine Grundsatzentscheidung. Eine Anpassung bringt Vor- und Nachteile. Das Produkt muss aber „Halal“ sein, das ist eine von vielen gesetzlichen Voraussetzungen.

Zeichnen sich momentan Trends für die Zukunft ab, bspw. beim convenience food?

In einer globalisierten Welt sind die Trends auch global. Einerseits ist es eine Aufspaltung zwischen billigen Nahrungsmitteln (much for nothing) und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln (back to nature / good for you). Zertifizierte Nahrungsmittel liegen im Trend. Funktionelle Nahrungsmittel sind beliebt. Frische ist wichtig. Der Gesundheitstrend ist auch in den GCC Staaten stark. Convenience hat eine grössere Bedeutung als in der Schweiz. Die wichtigen urbanen Zentren sind die Trendsetter.

Der grösste Unterschied zur Schweiz ist der Stellenwert und die Glaubwürdigkeit der Marke. Es gibt hier keine dominanten Grossverteiler mit starken Eigenmarken wie in der Schweiz. Glaubwürdige Markenpflege ist überlebenswichtig.

Sehen Sie besonders gute Vermarktungschancen an der Expo 2020 in Dubai?

Die Kennwörter der Expo 2020 sind: Opportunity, Mobility, Sustainability. Die Schweiz hat hier viel zu bieten und wird einen eigenen Pavillon haben. Die Organisatoren rechnen mit 25 Millionen Besuchern. 70% davon von ausserhalb den VAE. Ein Nahrungsmittel nur für die Expo 2020 einzuführen, geht vielleicht etwas weit. Aber die Expo 2020 bietet gute Chancen, um ein Produkt vielen Besuchern bekannt(er) zu machen und zu wachsen. Daneben bietet die Expo 2020 auch viele Möglichkeiten für taktische Promotionen.

Impulse: Food - Innovation als Tradition

Kommen Sie zu unserem Impulse: Food am 27. Oktober in Fribourg und am 08. November in Baden und profitieren Sie vom Austausch mit Philipp Straehl über den Lebensmittelmarkt in den GCC Staaten. Ein weiterer geografischer Fokus liegt auf Skandinavien.

Über Philipp Straehl

Philipp Straehl ist seit über 10 Jahren wohnhaft in Dubai. Er ist gebürtiger Schweizer, verheiratet und Vater von drei Kindern. Seit 10 Jahren ist er Geschäftsleitungsmitglied bei VSM und kann 25 Jahre Erfahrung in Marketing, Verkauf und Distribution nachweisen. Er ist ein passionierter Leader, Unternehmer und Firmenentwickler und Kenner des Mittleren Ostens. Zudem ist er Partner von Brain Advisory (Schweiz).

Über VSM

VSM ist spezialisiert darauf, gemeinsam mit Kunden Chancen im Bereich Marketing, Verkauf und Distribution zu finden und zu realisieren. Geographisch operiert VSM im Mittleren Osten und Afrika, wo sie seit über 10 Jahren aktiv sind. Ihre Kunden sind vor allem in KMU Bereich angesiedelt.

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