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Liquidität für Schweizer Exporteure

Die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV hat am 1. Januar 2007 die Exportrisikogarantie ERG abgelöst. Das zehnjährige Bestehen der SERV bietet Gelegenheit, auf eine der wichtigsten Neuerungen – die Einführung von sogenannten Liquiditätsprodukten – einen vertieften Blick zu werfen.

Das Max-Planck-Institut von aussen.
Schweizer Produkte im Max-Planck-Institut.

Die SERV versichert Exportgeschäfte von Schweizer Unternehmen gegen Zahlungsausfall in Folge des Eintretens politischer oder wirtschaftlicher Risiken. Dabei kann bereits vor der Ausfuhr auf eine SERV-Versicherung zurückgegriffen werden. Benötigt beispielsweise ein Exporteur einen Bankkredit zur Herstellung seiner Waren oder zur Bereitstellung seiner Leistungen, übernimmt die SERV das Zahlungsausfallrisiko des Exporteurs gegenüber der Bank. Dadurch hat die Bank die Gewissheit, dass ihr Kredit getilgt wird. Aus diesem Grund benötigt sie keine weiteren Sicherheiten vom Exporteur und dieser kann das Exportgeschäft ohne Liquiditätseinbusse finanzieren; er erhält möglicherweise sogar günstigere Kreditkonditionen.

Dasselbe gilt, wenn der Exporteur dem Käufer eine Garantie stellen muss. Oft fordert die Bank in solchen Fällen die Hinterlegung eines Barbetrags, welcher die Liquidität des Exporteurs schmälern würde. Übernimmt die SERV das Zahlungsausfallrisiko des Exporteurs, verzichtet die Bank auf die Hinterlegung und der Unternehmer kann die liquiden Mittel für die Erbringung seiner Leistung einsetzen.

Praxisbeispiel Ampegon

Die Ampegon AG ist eine weltweit führende Entwicklerin und Herstellerin von Rundfunk- und Antennensystemen. Ausserdem entwickelt und produziert sie Energieversorgungslösungen für den Betrieb von Kernfusionssystemen und anderen wissenschaftlichen Anwendungen. Das Unternehmen mit Sitz in Turgi beschäftigt in der Schweiz rund 70 Mitarbeitende.

Energiespeisung für ein umweltfreundliches Kraftwerk

Ein Gramm Wasserstoff könnte gleichviel Energie liefern wie elf Tonnen Kohle – in der Theorie. In der Praxis muss das Verfahren noch erforscht werden. Durch die Verschmelzung von Wasserstoff-atomen wird Helium erzeugt, dabei wird eine Unmenge an Energie freigesetzt. Heute findet diese chemische Reaktion erst an einem einzigen Ort statt, nämlich im Inneren der Sonne. Die dort frei-gesetzte Energie lässt die Sonne seit Jahrmilliarden erstrahlen. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald (D) entwickelt auf Basis des Verschmelzungsverfahrens eine Forschungsanlage im Hinblick auf ein umweltfreundliches Kraftwerk. Für diese Forschungsanlage sollte Ampegon die Energiespeisung im Wert von 2,8 Mio. Schweizer Franken liefern.

Ampegon erhielt vom Max-Planck-Institut zwar eine Anzahlung über ein Drittel des Auftragswerts. Das Institut hat dafür jedoch von Ampegon eine Anzahlungsgarantie verlangt. Den Betrag für eine solche Vertragsgarantie stellt eine Bank nur gegen Hinterlegung einer Barposition oder die Belastung der Kreditlimite, was die Liquidität von Ampegon drastisch eingeschränkt hätte. Dieser Liquiditätsengpass konnte dank einer Bondgarantie der SERV vermieden werden. Die Bondgarantie der SERV bot der Bank eine hundertprozentige Sicherheit und die geforderte Anzahlungsgarantie konnte deshalb ohne Barhinterlegung ausgestellt werden.

Wertvolle Unterstützung der SERV

Ampegon arbeitet seit 2011 mit der SERV zusammen. Dabei schätzt Susanne Stoll, Export Specialist, vor allem das Know-how der Kundenberatung der SERV, die ihr für finanzierungstechnische Fragen stets zur Seite steht. CEO Josef Troxler ergänzt: „Die SERV ist für uns lebenswichtig. Dank ihr können wir wirtschaftliche Risiken in Kauf nehmen, die uns ansonsten unter Umständen das Genick brechen würden.“

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