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Polens Industrie im Umbruch: Chancen für Schweizer Exporteure

Polens Wirtschaft entwickelt sich seit vielen Jahren dynamisch. Beim «Impulse Event: Polens Industrie im Umbruch» zeigen Fachleute und Switzerland Global Enterprise auf, wie Schweizer Firmen den polnischen Markt erfolgreich bearbeiten. Tomasz Gonsior betreut Inland- und Auslandsberatungsprojekte für die in Polen stationierte Firma OptiBuy. Am Event zeigt er besondere Einblicke in Polens MEM-Industrie.

Durch die aktuell sehr tiefe Roboterdichte wird der Bedarf an Automatisierungslösungen in Polen rasant zunehmen.
Durch die aktuell sehr tiefe Roboterdichte wird der Bedarf an Automatisierungslösungen in Polen rasant zunehmen.

Herr Gonsior, wo sehen Sie die Vorteile des Standort Polens für Schweizer Unternehmen?

Der polnische Markt ist in vielen Bereichen bei weitem noch nicht so weit entwickelt wie beispielsweise der Schweizer Markt – dies bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten. Polens Wirtschaftswachstum liegt bei ca. 3.5%, relativ hoch im Vergleich zu anderen EU-Ländern. In Polen finden wir überdurchschnittlich viele qualifizierte Hochschulabsolventen mit guten Fremdsprachenkenntnissen. Hinzu kommt die geografische sowie kulturelle Nähe zu Westeuropa. Das ist ein grosser Vorteil, der es erlaubt, bei der Zusammenarbeit zwischen polnischen und etwa schweizerischen, deutschen oder französischen Firmen deutlich effizienter und flexibler zu sein, als beim Geschäften mit Asien.

Welche Nachteile gibt es?

Es gibt eine deutlich grössere Kontrastvielfalt – in allen Bereichen – als in westeuropäischen Ländern: Zum einen gibt es Firmen, die hochmodern sind und in neue Technologien investieren, teilweise auch dank der EU-Fördergelder. Auf der anderen Seite gibt es Firmen, die etliche Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegen. Auch in Bezug auf das in Westeuropa übliche Qualitätsverständnis gibt es noch einiges zu tun. Man muss den Markt gut kennen, um Zeit und Geld effizient nutzen zu können.

Die in Polen steigende Beschäftigungsquote sowie die demographische Entwicklung verschärfen den Fachkräftemangel und führen zu steigenden Gehältern. Wie hat sich dies auf OptiBuy ausgewirkt?

Wir sind zum Glück bereits relativ lange auf dem polnischen Markt etabliert und konnten uns in dieser Zeit einen sehr guten Namen machen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit Hochschulen zusammen. Wir machen praxisorientierte Workshops mit Studenten und bieten Praktika an. Das hilf uns, gute und engagierte Mitarbeiter zu finden. Die Gehälter müssen wir dem Marktniveau natürlich anpassen.

Welche Chancen sehen Sie für exportierende Schweizer KMU, etwa aus dem MEM-Bereich?

Die Schweiz ist in Polen ein absoluter Qualitätsbenchmark und Schweizer Technologie zählt zu den begehrtesten – auch wenn sie nicht die günstigste ist. Seit dem Regierungswechsel vor anderthalb Jahren steht die Förderung innovativer Technologien zuoberst auf der polnischen Agenda. Dies soll vor allem mit Hilfe von 80 Mrd. Euro Subventionsgeldern aus der EU unterstützt werden. Hier bieten sich vielfältige Chancen für Schweizer Firmen, etwa durch die Lieferung entsprechender Technologie.

Was sollen Schweizer KMU beachten, welche im polnischen Markt Fuss fassen möchten?

Aufgrund der genannten Kontrastvielfalt im polnischen Markt und der teilweise deutlichen Unterschiede zur Schweiz –  in Bezug auf die Gesetzgebung, Finanzierung, Behörden – würde ich empfehlen, sich in Polen lokal unterstützen zu lassen, etwa durch Handelspartner oder Berater. Der Swiss Business Hub Poland von Switzerland Global Enterprise (S-GE) ist eine gute Anlaufstelle. Eine derartige Vorgehensweise hilft den Findungsprozess zu beschleunigen und Kosten zu sparen. In Polen gibt es viele seriöse Partner, die einer derartigen Zusammenarbeit offen gegenüberstehen.

Lassen Sie sich von unseren Polen-Experten beraten und melden Sie sich noch heute an für den «Impulse Event: Polens Industrie im Umbruch» am 14. Juni 2017 in Zürich.

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