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Schweizer Aussenhandel: Pharma hält Gesamtexporte im Plus

Im Januar 2017 erhöhten sich die Exporte arbeitstagbereinigt um 5,3 % (real: + 2,3 %), dies einzig dank Chemie-Pharma. Die Importe hingegen sanken insgesamt um 1,2 % (real: - 6,8 %). In der Handelsbilanz resultierte ein Überschuss von 4,7 Mrd. Fr. und damit ein neuer monatlicher Höchstwert.

Eine Lagerhalle mit Cargo Paketen.
Exporte erhöhen sich im Januar.

Gesamtentwicklung

Im ersten Monat des Jahres 2017 wuchsen die Exporte arbeitstagbereinigt um 5,3 % (real: + 2,3 %). Im Vergleich zum Dezember 2016 (saisonbereinigt) gingen die Ausfuhren indes um 0,9 % zurück (real: - 4,0 %). Trotz der sehr unsteten Entwicklung in den vergangenen Monaten zeigen die Exporte seit dem 3. Quartal 2015 insgesamt einen leichten Wachstumstrend. Die Importe sanken innert Jahresfrist um 1,2 %, real sogar um 6,8 %. Verglichen mit dem Vormonat (saisonbereinigt) betrug der Rückgang 2,6 % (real: - 5,3 %). Seit Jahresmitte 2016 weisen die Importe damit eine negative Tendenz aus.

Exporte von Medikamenten steigen um 771 Mio. Fr.

Der Anstieg der Exporte war ausschliesslich durch das markante Plus der Chemisch- Pharmazeutischen Produkte (+ 17 % bzw. + 1,3 Mrd. Fr.) bedingt. Ohne diese Warengruppe hätte ein Gesamtminus von 5 % resultiert.

Bei Chemie-Pharma wuchsen die Ausfuhren von Medikamenten um 26 % (+ 771 Mio. Fr.) und jene von immunologischen Produkten um 18 % (+ 407 Mio. Fr.). Ferner stiegen die Exporte von Textilien, Bekleidung und Schuhen um 11 % (Rückwaren) sowie jene von Metallen um 6 %. In der Sparte Maschinen und Elektronik, der zweitgrössten Warengruppe, setzte sich die volatile Exportentwicklung der letzten Monate auch im Januar 2017 (- 1 %) fort. Die Auslieferungen von Uhren – mit 1,4 Mrd. Fr. Umsatz die drittgrösste Gruppe – lagen weiterhin tief in der Negativzone (- 11 %). Um 13 % reduzierte sich der Versand von Bijouterie und Juwelierwaren (real: + 18 %). Den stärksten Rückgang wiesen indes die Fahrzeuge aus (- 24 %; Flugzeuge: - 146 Mio. Fr.).

Auf den für die Schweiz 3 bedeutendsten Kontinenten fiel die Absatzentwicklung unterschiedlich aus und war wesentlich geprägt vom Geschäftsverlauf der pharmazeutischen Produkte. Gleich um 23 % stiegen die Exporte nach Nordamerika (USA: + 620 Mio. Fr.). In Europa (+ 4 %) bzw. der EU (+ 3 %) stachen Österreich und Belgien mit je + 17 % sowie Deutschland mit + 12 % bzw. + 380 Mio. Fr. heraus. Dagegen verringerten sich die Lieferungen ins Vereinigte Königreich um 14 %. Rückläufig waren insgesamt auch die Exporte nach Asien, wobei den gesunkenen Ausfuhren nach Saudi-Arabien (- 43 %; Flugzeugexporte im Vorjahr) und in die Vereinigten Arabischen Emirate (- 28 %) deutlich erhöhte Lieferungen nach China (+ 28 %) gegenüberstanden.

Importe: Flugzeuge drücken Gesamtergebnis ins Minus

Im Januar 2017 wiesen die Importe (- 1 %) zwei Extremwerte auf: die Zufuhren von Fahr- zeugen sanken um 28 % bzw. 452 Mio. Fr., wogegen jene von Bijouterie und Juwelierwaren um einen Drittel bzw. 156 Mio. Fr. stiegen. 5 der 12 Warengruppen registrierten eine Veränderungsrate zwischen - 1 und + 1 %, unter ihnen auch die beiden grossen Sparten, Chemie-Pharma sowie Maschinen und Elektronik.

Das hohe Minus bei den Fahrzeugen rührte von Verkehrsflugzeugen her, welche im Vorjahresmonat noch in grösserem Ausmass eingeführt wurden. Insgesamt leicht rückläufig waren die Importe von Chemisch-Pharmazeutischen Produkten (- 1 %). Auf der Plusseite fielen neben Bijouterie und Juwelierwaren Textilien, Bekleidung und Schuhe (+ 6 %) sowie Energieträger auf (+ 21 %). Bei Letztgenannten war der Anstieg allerdings ausschliesslich preisbedingt, resultierte real doch ein Rückgang von 5 %.

Während die Bezüge aus Europa (+ 2 %) stiegen, gingen jene aus den beiden anderen Hauptkontinenten zurück. Um 23 % verringerten sich die Importe aus Nordamerika, wobei die Einfuhren aus den USA um 28 % absackten (u. a. Verkehrsflugzeug). Die Zufuhren aus Asien sanken um 1 %. Hier reduzierten sich die Bezüge aus China um 12 %, wogegen jene aus Singapur um 68 % wuchsen. In beiden Fällen spielten die chemisch-pharmazeutischen Produkte eine wesentliche Rolle. Ein gegensätzliches Bild zeigte sich auch in Europa: So legten die Importe aus Frankreich (+ 8 %; Bijouterie / Strom) und Deutschland (+ 6 %) zu, während jene aus Irland (- 26 %) und den Niederlanden (- 13 %) sanken.

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

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