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Steiger Participations SA: «Wir können unsere Maschinen jetzt ganz nach den Vorstellungen unserer Kunden personalisieren»

Steiger Participations entwickelt und produziert Flachstrickmaschinen für den Premium-Modemarkt sowie für medizinische Anwendungen. Pierre-Yves Bonvin, CEO von Steiger Participations SA, wird am 28. September dieses Jahres an der EPFL im Rahmen der Veranstaltung «Exporter demain!» zum Thema «Auswirkungen der Digitalisierung auf Textilmaschinen» sprechen.

Steiger produziert Textilmaschinen für die Haute Couture
Steiger produziert Textilmaschinen für die Haute Couture

Herr Bonvin, welche Rolle spielen Exporte innerhalb Ihrer Strategie?

Steiger Participations SA exportiert 100 % der Erzeugnisse und grösstenteils nach Europa. Aus diesem Grund ist ein freier Zugang zum europäischen Markt eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg unseres Unternehmens.

Können Sie Ihr Geschäftsmodell mit wenigen Worten beschreiben?

Steiger Participations entwickelt und produziert Flachstrickmaschinen für den Premium-Modemarkt sowie für medizinische Anwendungen. Wir liefern sehr intuitive Programmierlösungen, damit die Kunden mit unseren Strickmaschinen genauso kreativ arbeiten können, wie sie es sich vorstellen.

Welche Kundenbedürfnisse bedient Ihr Unternehmen?

Wir zielen auf Nischen ab, in denen die technologische Leistung und die Produktivität unserer Maschinen den Kunden einen Mehrwert bieten, der von ihnen auch erkannt und geschätzt wird.

Wie passen Sie Ihr Geschäftsmodell an die Kundenbedürfnisse an?

Wir haben immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse unserer Kunden und sind bereit, unsere Maschinen zu personalisieren und für die Kundenanwendungen zu optimieren. Innovation, Flexibilität und ein schnelles Reaktionsvermögen sind die klaren Stärken von Steiger.

Welche Rolle spielt der Schweizer Standort für Ihr Unternehmen?

Steiger produziert seit 2007 Maschinen für den asiatischen Markt an einem eigenen Standort in China. Unser Ziel war es, nah an der Bekleidungsindustrie zu bleiben, die in den 2000er Jahren massiv nach China ausgelagert wurde. Unser Standort im Wallis ist hingegen von entscheidender Bedeutung, um weiter innovativ bleiben und zukünftige Anwendungen entwickeln zu können. Wir sind beispielsweise gerade dabei, eine 3D-Strickmaschine fertigzustellen, mit der man einen fertigen Pullover produzieren kann, ohne dass anschliessend weitere Arbeitsschritte erforderlich sind. Am Schweizer Standort geht die Produktion für die Segmente mit hohem Mehrwert weiter.

Arbeitet Ihr Unternehmen bei der Forschung oder in anderen Bereichen mit Institutionen oder Partnern zusammen?

Die im Textilbereich spezialisierten Universitäten befinden sich alle in Europa. Wir arbeiten insbesondere mit dem ITV in Dresden zusammen, das zwei Entwicklungsmaschinen besitzt, oder auch mit der ENSAIT in Roubaix. Im Bereich der elektromechanischen Innovationen arbeiten wir im Rahmen von KTI-Projekten zu Hochfrequenzsensoren und -aktoren mit der EPFL zusammen.

Die Schweiz steht erneut an der Spitze der innovativsten Länder. Welche Art der Innovation liegt Ihnen am nächsten?

Wir nehmen an europäischen Entwicklungsprojekten teil. MAPICC 3D ist beispielsweise ein Zusammenschluss von Partnern, die im Textilbereich spezialisiert sind, unter anderem Universitäten, Spezialisten für die Finite-Elemente-Simulation, Maschinenhersteller und Zulieferer für die Automobil- oder Raumfahrtindustrie. Ziel dieses Projekts ist es, eine Produktionskette für Strickstoffe aus Verbundmaterialien zu entwickeln, um 3D-Teile aus Carbonfasern herstellen zu können.

Welches Leitthema wird Ihr Unternehmen durch das Jahr 2018 führen?

Um das Mode- und Medizinsegment weiter auszubauen, hat Steiger ein ehrgeiziges Diversifizierungsprojekt für die Herstellung von 3D-Strickstoffen aus Verbundmaterialien gestartet. Wir wollen zeigen, dass wir in der Lage sind, Verbundfasern zu Strickstoffen zu verarbeiten, weil wir damit Lösungen für die industrielle Produktion von mittelgrossen Werkstücken anbieten können. Heute ist diese Art der Produktion noch sehr nah an der handwerklichen Herstellung und erfordert eine Menge Handarbeit. Dank unserer innovativen Maschinen kann die Vorform der Carbonfaser ohne Zuschnitt oder zwischengeschaltete Formgebung direkt in die thermische Verfestigung gehen. Wir zielen damit auf die Bereiche Luftfahrt, Sport und Transport ab.

Weitere Informationen über Steiger Participations SA

«Exporter demain!», am 28. September 2017 an der ETHL, Lausanne

Treffen Sie Pierre-Yves Bonvin im Rahmen der Gesprächsrunde zum Thema «Auswirkungen der Digitalisierung auf Textilmaschinen». Im Zentrum der Veranstaltung «Exporter demain! 2017» werden Debatten um innovative Geschäftsmodelle stehen. Verpassen Sie nicht dieses grosse Jahrestreffen der Exporteure aus der Westschweiz! Weitere Informationen und Anmeldung

Siehe unser Dossier zu neuen Geschäftsmodellen: Artikel, Studien und Videos.

Über Pierre-Yves Bonvin, CEO Steiger Participations SA

Pierre-Yves Bonvin ist seit 2006 CEO von Steiger Participations SA. In dieser Zeit hat er das Unternehmen umstrukturiert und auf dem asiatischen Markt etabliert. Er hat einen Produktionsstandort in China gebaut und dort ein Verkaufsnetz eingerichtet. Parallel dazu hat er zwischen 2007 und 2010 in seiner Funktion als Vizepräsident der italienischen Unternehmensgruppe ITEMA die «Business Unit Knitting» aufgebaut. 2010 ermöglichte er durch den Einstieg neuer Aktionäre in die Kapitalstruktur von Steiger die Finanzierung einer Diversifizierungsstrategie im Bereich der Produktionsmaschinen für technische Textilien. Pierre-Yves Bonvin ist Diplomingenieur EPF im Bereich Mikrotechnik und begann seine Karriere bei Nokia-Maillefer in Ecublens.

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