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Technische Innovationen halten Schweizer Food-Branche wettbewerbsfähig

Beim Export frischer Lebensmittel stehen KMU immer wieder vor der Herausforderung, die Lieferkette zu sichern. Christof Züger, CEO bei Züger Frischkäse AG liefert sogar in die Golfstaaten frischen Mozzarella. Er meint, besonders Innovationen im technischen Bereich halten Schweizer KMU international wettbewerbsfähig.
Milchflaschen auf einem Produktionsband.
Frische Lebensmittel zu exportieren ist herausfordernd.

Herr Züger, Sie kennen sich bestens mit der Produktion von frischen Milchprodukten aus, sind sehr erfolgreich auch in Deutschland, beispielsweise mit Ihrer laktosefreien Produktlinie und konnten auch in den Golfstaaten und Skandinavien erfolgreich Fuss fassen. Diese beiden Regionen stehen auch im Fokus des diesjährigen Impulse: Food – Innovation als Tradition.

Wie gehen Sie bei der Selektion Ihrer Exportmärkte vor, besonders in Hinblick darauf, dass Sie frische Lebensmittel verkaufen?

In Europa verkaufen wir unsere frischen Milchprodukte. Diese sind durchschnittlich 30 Tage haltbar. Mit dieser Verkaufsfristen ist ein Export ausserhalb der EU schwierig, insbesondere da wir Übersee alles mit dem Schiff transportieren. Ausserhalb der EU verkaufen wir vorwiegend unsere IQF gefrorenen Mozzarella-Spezialitäten. Die Produkt werden mit der IQF-Technologie (Individual Quick Frozen) mit Flüssigstickstoff schockgefroren. Bei dieser Technologie werden die Produkte einzeln gefrostet, daher bleibt die spezifische Form, Textur und der Geschmack erhalten. Unsere IQF Produkte sind durchschnittlich 540 Tage bei -18°C haltbar.

Wie positioniert man sich mit Milchprodukten in den GCC Staaten? Wie stellen Sie beispielsweise eine ideale Lieferkette sicher oder dass Ihre Produkte halal sind?

In den GCC Staaten verkaufen wir unsere IQF Mozzarella-Spezialitäten in der Hotellerie. Das bedeutet unsere Produkte werden zum Beispiel für das Frühstücksbuffet, die Sandwich-Herstellung oder für Convenience-Produkte verwendet. Diese Produkte gehören in den GCC Staaten in das obere Preissegment.

Die Tiefkühlkette muss ab Fabrik eingehalten werden. Ansonsten leidet die Produktqualität massiv, die Produkte wären nicht mehr geniessbar. Sodann vereinbaren wir entsprechende Incoterms (internationale Handelsklauseln) welche das Risiko und die Verantwortung regeln.

Um Halal-Produkte liefern zu können, muss das Unternehmen zertifiziert sein, das Audit wird jährlich durchgeführt. Die Einhaltung der Richtlinien ist mit entsprechenden Dokumenten gesichert. Unser Personal ist entsprechend geschult und die Produktion wird von unserem Qualitätsmanagement begleitet.

Gibt es ähnliche Besonderheiten in den skandinavischen Ländern, bspw. bestimmte Regulierungen, Trends oder Vorlieben der Konsumenten?

Aktuell liefern wir auch hier die IQF gefrorenen Milchprodukte. Geplant ist ein Ausbau auf Frischprodukte für den Foodservice. Finnland verlang bei laktosefreien Produkten einen Rest-Laktosegehalt von 0.01%, in der Schweiz und auch in der EU ist 0.1% der Standard. Wir haben eine Technologie entwickelt um diesen Gehalt einhalten zu können und haben somit die Chance, in diesem Segment Produkte zu liefern.

Norwegen ist in der EFTA. Wenn Käse in dieses Land exportiert werden will, muss vorab ein Kontingent dazu erworben werden. Dies erschwert den Export, das Risiko des Kontingent-Handlings ist gross.

Welche Rolle spielt Innovation bei klassischen Milchprodukten?

Innovationen, vor allen technologischer Art sind sehr wichtig, damit wir unsere Milchprodukte mit Mehrwert verkaufen können. In der Schweiz ist die Produktion teurer als in der EU, da unser Milchpreis höher ist. Diese Differenz müssen wir mit einem Produkte-Mehrwert verkaufen, den unsere Kunden bereit sind zu zahlen.

Impulse Food Innovation aus Tradition

Diskutieren Sie über Markteintritte, Herausforderungen und Chancen im Lebensmittelbereich mit anderen Schweizer KMU an unserem Impulse: Food am 27.10.2016 in Fribourg und am 08.11.2016 in Baden.

Über Christof Züger

Christof Züger leitet zusammen mit seinem Bruder das Unternehmen Züger Frischkäse AG in zweiter Generation. Nach der traditionellen Käser-Lehre absolvierte er sein Studium an der ETH in Zürich als Lebensmittelingenieur.

Über Züger Frischkäse AG

Das Ostschweizer Familienunternehmen Züger Frischkäse AG verarbeitet frische, regionale Qualitätsmilch zu herrlichen Frischkäse-Produkten. Die Milch von 400 regionalen Bauernfamilien wird am Standort Oberbüren von 230 Mitarbeitenden zu hochwertigen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs veredelt.

Züger Frischkäse AG ist Gewinner des Export Awards 2016

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