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Ungebrochener Wirtschaftsboom in Vietnam

Vietnams Wirtschaft beeindruckt mit jährlichen Wachstumsraten von über 6%. Boomen tut vor allem der Bausektor. Allein in den ersten neun Monaten 2016 betrug das Wachstum hier 9,1 %. Schweizer Firmen können als Lieferanten von Baumaschinen und Baustoffen profitieren. Aber auch andere Branchen profitieren.
Asiatische Arbeiter bauen ein neues Gebäude.
In den vietnamesischen Metropolen Hanoi und Ho Chi Minh City boomt die Bauindustrie.

Die Investitionen im Baubereich wie auch das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Vietnams bleiben 2016 robust und dürften 2017 weiter kräftig zulegen. So erwartet die Grossbank HSBC für das laufende Jahr eine reale Zunahme des BIP um 6,2% und für 2017 um 6,5%. Zwar erbringen einheimische Privatfirmen und staatliche Stellen weit über 90 % des Bruttoproduktionswertes von umgerechnet 45 Mrd. US Dollar, doch auch ausländische Firmen können am Wachstum teilhaben. Für Lieferanten von Baustoffen und Baumaschinen, Design- und Planungsfirmen sowie für Spezialarbeiten ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten.

Am deutlichsten ist der Boom in den urbanen Zentren zu spüren. Die Metropolen Hanoi und Ho Chi Minh City brauchen immer mehr Wohn- und Arbeitsraum. Beide Metropolen planen riesige, moderne Stadtviertel, wobei der Anteil im Premium- und Luxussegment wächst. Ungebrochen ist auch der Exportboom, getrieben von der Leichtindustrie. Neu vereinbarte Freihandelsabkommen machen den Standort noch attraktiver.

«Vietnam ist ein sehr stabiler Markt und hat eine junge Bevölkerung. Die Chancen für Schweizer KMU sind gut, und man findet bereits einige im IT-Bereich, wie Magnolia oder Axon Active», meint Angela di Rosa, Beraterin für Südostasien bei Switzerland Global Enterprise.

Investitionen in die Infrastruktur

Um mit dem Wachstum Schritt zu halten, plant die Regierung einen grossen Ausbau der Transportinfrastruktur, trotz angespannter Staatsfinanzen. Das Planungsministerium hat im Oktober 2016 eine Liste von 68 Prioritätsprojekten vorgelegt. Diese sollen durch Public-Private-Partnerships (PPP) schneller vorangebracht werden. Von den veranschlagten insgesamt 15 Mrd. US Dollar will der Staat lediglich einen Drittel finanzieren.

Im Vordergrund steht der Bau von Überlandstrassen, von Wasserversorgungs- und Müllentsorgungs-Projekten sowie der Neu- und Ausbau zahlreicher Flughäfen, darunter der Megaflughafen Long Thanh International. Da Vietnam bis 2030 auch die Energieversorgung stark ausbauen will, wird dies neue Kohlekraftwerke erfordern. Experten erwarten indes auch einen Boom bei den erneuerbaren Energien.

«Vietnam ist sicherlich nicht das einfachste Land, um Geschäfte aufzubauen. Die Bürokratie und die Sprachhürde sind Gründe, sich für ein Exportvorhaben einen guten Partner zu suchen. In Asien gilt allgemein, dass ein gutes Beziehungsnetz für den erfolgreichen Einstieg nötig ist», meint Di Rosa.

Weiterführende Informationen:

Bauministerium Vietnam

Verkehrsministerium Vietnam

Baudachorganisation

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