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USA: Wird Trump das Schweizer Exportgeschäft beeinflussen?

Eines lässt sich sicher sagen: TTIP hätte eine enorme Diskriminierung Schweizer KMU bedeutet. Dieses Problem scheint mit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA auf die lange Bank geschoben. Der Schweiz wurde nochmals Zeit verschafft die Beziehungen zu den USA zu überdenken.
Skyline von New York.
Wie geht es weiter mit TTIP und dem Handel zwischen den USA und der Schweiz?

Das Schreckgespenst TTIP wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst keine Realität, jedoch sollte man trotzdem damit rechnen, dass die Verhandlungen weitergeführt werden. Wenn auch mit einigen Jahren Verzögerung. Das meint Martin Naville, CEO der Swiss-American Chamber of Commerce. «Wenn wir versuchen zu prognostizieren was die Trump Präsidentschaft für das Schweizer Exportgeschäft und den Welthandel allgemein bedeutet, dann ist das so, als würden wir versuchen wahrzusagen.» Konkrete Prognosen kann man derzeit von keinem Experten auf dem Gebiet einholen. Auch nicht, nachdem Trump seinen 100-Tage-Plan veröffentlicht hat.

Plurilaterale Abkommen bestimmen den Welthandel von morgen

«Weil im Rahmen der WTO der Abbau von Handelsbarrieren nicht in dem Umfang vorangetrieben werden konnte, wie gewünscht, haben die plurilateralen Abkommen wieder an Relevanz gewonnen. Die USA bestimmen schon seit 50 bis 60 Jahren massgeblich den Welthandel mit, weshalb ein Rückzug aus dem Feld eher unpassend wäre», meint Markus Schlagenhof, Leiter des Leistungsbereichs Welthandel vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.

Ein Abkommen wie TTIP wäre nicht prinzipiell verschlossen gegenüber der Schweiz. Die Verhandelnden haben eine Beitrittsklausel bedacht, die es beispielsweise der EFTA oder dem Vereinigten Königreich ermöglichen würden, dem Abkommen nachträglich beizutreten. Allerdings gilt dann die Devise „take it or leave it“. Eine Ausgestaltung des Vertragswerks nach eigenem Gusto wäre nicht möglich.

Wie Trump die TTIP-Verhandlungen angehen wird, bleibt abzuwarten. Die USA bleiben zunächst einer der wichtigsten Handelspartner der Schweiz, wie auch die Prognose der KMU-Exportperspektiven zeigt.

Weitere Informationen zum Diskriminierungspotential von TTIP für Schweizer Firmen, finden Sie in unserer Studie.

Martin Naville im vollen Interview (auf Englisch):

Markus Schlagenhof, Leiter des Leistungsbereichs Welthandel vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO im Interview (auf Deutsch):

Länderberatungstage USA und Kanada zwischen November und Februar

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