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Virtuelle Realität erobert die Medizin

SpectoVive wandelt Bilder aus der Computertomografie in Echtzeit in virtuelle Räume um. Die an der Universität und am Universitätsspital Basel entwickelte Technik könnte Diagnostik, Operationsplanung und medizinische Ausbildung revolutionieren.
Basler Forscher geben Ärzten eine Virtual-Reality-Brille .
Basler Forscher geben Ärzten eine Virtual-Reality-Brille .

Für die Planung einer Operation müssen Chirurgen sich ein möglichst realistisches Bild des zu operierenden Körperteils machen. Forscher am Departement of Biomedical Engineering der Universität und des Universitätsspitals Basel haben dazu ein Verfahren entwickelt, das zweidimensionale Bilder aus der Computertomografie in Echtzeit in dreidimensionale virtuelle Räume umwandelt. Mit einer Virtual-Reality-Brille der neusten Generation können Ärzte so beispielsweise das zu operierende Gelenk aus jedem beliebigen Winkel und in jeder gewünschten Vergrösserung dreidimensional begutachten. Sogar der für den Tiefeneindruck wichtige Schattenwurf wird dank ausgeklügelter Programmierung realistisch berechnet. „Die virtuelle Realität erlaubt es dem Arzt, sich auf sehr intuitive Weise ein Bild zu verschaffen und zu verstehen, was möglich ist“, erläutert Forschungsgruppenleiter Philippe C. Cattin in einer Mitteilung der Universität Basel.

Unterstützt wurde die Entwicklung von SpectoVive durch immer leistungsfähigere Hardware in der Spielindustrie. Der medizinische Einsatz habe „zu einer Neuverschaltung meiner Sensorik geführt“, wird Peter Maloca zitiert, Mitarbeiter am Laboratorium für optische Kohärenztomografie am Universitätsspital in Basel und Augenarzt am Moorfields Eye Hospital in London. „Gewinner sind der Arzt, sein Patient und Studierende, die alle teilhaben können an diesen neuen Informationen.“ Auch Museen haben bereits Interesse an SpectoVive angemeldet, um Besuchern beispielweise das Innenleben von Mumien sichtbar zu machen. hs

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