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Vorsicht bei unerwarteten Lieferanfragen aus China

In letzter Zeit sind wieder vermehrt betrügerische Anfragen vermeintlicher Kaufinteressenten aus China gemeldet worden.

Vorsicht bei unerwarteten Lieferanfragen aus China

Vorsicht geboten ist vor allem bei unerwarteten Lieferanfragen durch unbekannte chinesische Unternehmen. Typischerweise handelt es sich um grössere Bestellungen, für die eine Anzahlung von 30% bis 40% angeboten wird, sowie um ein Akkreditiv für den Rest. Der Lieferant wird aufgefordert, zur Vertragsunterzeichnung nach China zu kommen. In China kommt es dann tatsächlich meistens zu einem Vertragsabschluss. Danach jedoch werden die Vertragspartner aus Europa von den Käufern aufgefordert, den Vertragsabschluss mit einem teuren Essen oder wertvollen Geschenken zu besiegeln.

Sobald diese Forderungen erfüllt sind, bricht der Kontakt zu den chinesischen Käufern unvermittelt ab. Die Käufer, bei denen es sich in aller Regel um Scheinfirmen handelt, bleiben unauffindbar. Der Vertrag kann nicht umgesetzt werden. Bereits erbrachte Leistungen werden nicht vergütet. Es empfiehlt sich, nicht nach China zur Vertragsunterzeichnung zu reisen, sondern vorzuschlagen, dass die chinesischen Kaufinteressenten nach Europa kommen sollen und dass die anfallenden Reisekosten mit der ersten Zahlung im Rahmen des Auftrags zurückerstattet werden könnten. Wird nicht darauf reagiert, darf man sich ziemlich sicher sein, dass auf chinesischer Seite kein ernsthaftes Einkaufsinteresse besteht. Wer unerwartete Lieferanfragen von chinesischen Unternehmen erhält, ist zur Vermeidung unliebsamer Überraschungen gut beraten, sich vor Verhandlungsaufnahme eingehend über das anfragende Unternehmen kundig zu machen.

Für eine Prüfung der Seriosität der chinesischen Partner ist auch folgende Checkliste hilfreich:

  • Handelt es sich um einen Geschäftsabschluss mit hohem Auftragsvolumen?
  • Wurde Ihr Angebot sehr schnell und ohne nennenswerte Nachverhandlungen oder Forderungen nach Preisnachlass akzeptiert?
  • Benutzen die chinesischen Ansprechpartner E-Mail Adressen von "Yahoo", "Hotmail"‚ "Gmail" oder anderen kostenfreien Anbietern?
  • Verläuft die Kommunikation mit den chinesischen Ansprechpartnern im Wesentlichen über E-Mail, Fax und Mobiltelefonnummern?
  • Ist es Ihnen bisher gelungen, unter der von der chinesischen Seite angegebenen Festnetz-Nummer jemanden zu erreichen?
  • Verfügt das Unternehmen über einen eigenen Internetauftritt?
  • Wurden technische Details/Spezifikationen besprochen?
  • Haben Sie Informationen zum genauen Verwendungszweck bzw. dem Endkunden für Ihre Produkte erhalten?

Wenn die oben aufgeführten Fragen 1-4 mit Ja und die Fragen 5-8 mit Nein beantwortet werden können, so sind dies Anhaltspunkte dafür, dass die Geschäftsabsichten der chinesischen Firma als nicht ernsthaft einzuschätzen sein dürften.

PS: Vermehrt werden von chinesischer Seite auch so genannte "letter of authorization" zur Vertragsbeglaubigung durch ein chinesisches Notariat angeboten. In diesem Fall sollte man auf eine Beglaubigung durch ein Notariat in der Schweiz beharren.

Länderberatung China (diverse Termine im März und im Juni)

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