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Was TPP für Schweizer Unternehmen bedeutet

Die Transpazifische Partnerschaft TPP steht. Das Freihandelsabkommen ist unterzeichnet. Dessen Ratifizierung allerdings steht noch aus. Welche Auswirkungen hat das Abkommen zwischen 12 Pazifikanrainern auf die Schweizer Exportindustrie? Eine Studie von S-GE gibt Aufschluss.

Hafen von San Pedro.

Anders als TTIP, die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft, deren Abschluss noch in den Sternen steht, ist die TPP fast schon in trockenen Tüchern. In beiden Partnerschaften spielen die USA eine wichtige und treibende Rolle. Nicht zuletzt deshalb hat auch das im Rahmen der TPP abgeschlossene, von den einzelnen Mitgliedsländern allerdings noch zu ratifizierende Freihandelsabkommen Auswirkungen auf die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Exportindustrie in den pazifischen Märkten. Es ist mit zum Teil wesentlichen Benachteiligungen gegenüber Wettbewerbern aus den TPP-Ländern zu rechnen, wie aus einer von der Universität Zürich im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO und von Switzerland Global Enterprise erstellten Studie («Consequences of TPP for Swiss Companies») hervor geht.

Die Benachteiligungen betreffen vor allem Exporte in die USA. Und zwar etwa 30% aller Schweizer Ausfuhren über den Teich. Von den 500 wichtigsten Schweizer Exportprodukten, deren Absatz in den TPP-Ländern durch das Freihandelsabkommen im Rahmen der pazifischen Partnerschaft einem härteren Wettbewerb ausgesetzt sind, entfallen gemäss der Studie sage und schreibe deren 483 auf den Export in die USA. Für elf sind im australischen, für sechs im neuseeländischen Markt mit Handelsnachteilen gegenüber Mitbewerbern aus TPP-Ländern zu rechnen. Im US-Markt erwächst der Schweizer Exportindustrie dabei vor allem von japanischen Unternehmen zusätzliche Konkurrenz, in geringerem Mass auch von Firmen aus Vietnam und Malaysia. Im australischen Markt sind es insbesondere kanadische, im neuseeländischen US-amerikanische Unternehmen, die gegenüber Schweizer Mitbewerbern vom TPP-Freihandelsabkommen profitieren dürften.

Betroffen von allfälligen Diskriminierungen wäre vor allem die MEM-Industrie. 232 unter den 500 am meisten durch das TPP-Abkommen betroffenen Produkten sind der MEM-Industrie zuzuordnen. 66 entfallen auf die chemische Industrie, 52 auf die Kunststoffindustrie, 46 auf Präzisionsinstrumente, 27 auf Textilien, und 22 kommen aus der Landwirtschaft. Gar nicht oder kaum betroffen sind Exporte der pharmazeutischen Industrie, der Uhrenindustrie (Armbanduhren) und der Getränkeindustrie (Süssgetränke).

Switzerland Global Enterprise: Consequences of TPP for Swiss Companies (An Analysis of the Tariff Discrimination Potential of the Trans-Pacific Partnership against Swiss Companies and their Exports)

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