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Wie ein Schweizer Start-up autonomes Fahren revolutioniert

BestMile ist ein weltweit erfolgreiches Schweizer Start-up-Unternehmen mit innovativem Geschäftsmodell. Es revolutioniert die Mobilität mit der ersten Plattform, die autonome Fuhrparks intelligent bedienen kann. CEO und Mitbegründer Raphael Gindrat hat uns einen Einblick gegeben: Wie sieht das Geschäftsmodell seines Unternehmens aus und wie bleibt es in der Automobilbranche wettbewerbsfähig?

Blick von einem Hochhaus auf eine Strasse mit viel Verkehr
Autonomes Fahren könnte die Zukunft der Mobilität sein.

Herr Gindrat, Sie sind CEO eines erfolgreichen Schweizer Start-ups. Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Unser primäres Leistungsversprechen besteht darin, eine Technologie zu bieten, die es ermöglicht, dass mehrere autonome Fahrzeuge auf nachhaltige und effiziente Weise miteinander arbeiten. Zu unseren Kunden zählen Verkehrsagenturen, Taxiunternehmen, aber auch Hochschulen, Hotels oder Industriestandorte. Unser System kann man gut am Beispiel eines Flughafens erklären: Jedes Flugzeug hat seinen eigenen Autopiloten und ist dementsprechend bereits ziemlich intelligent. Sobald es jedoch mehrere unterschiedliche Flugzeuge in einem bestimmten Flughafen gibt, muss ein Kontrollturm dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert.

Unser Geschäftsmodell ist einfach: Wir erheben eine monatliche Gebühr pro Fahrzeug, die wir je nach Anzahl an Optionen und der Ausstattung, welche die Kundinnen und Kunden verlangen, anpassen können. Unsere Technologie und unser Geschäftsmodell sind flexibel, was uns ermöglicht, auf spezielle Bedürfnisse einzugehen.

Wie können Sie als Schweizer Start-up dem hohen Wettbewerbsdruck standhalten?

Meiner Meinung nach bleiben wir durch unsere Unabhängigkeit selbstständig. Es ist wichtig, dass ein System wie unseres eigenständig ist, um verschiedene Fahrzeugmarken im selben Fuhrpark oder in derselben Stadt steuern zu können. Des Weiteren haben wir einzigartiges Know-how und wir investieren weiterhin sehr viel in Forschung und Entwicklung. Nicht zuletzt geht es auch darum, schnell zu sein und die richtigen Partner und Investoren zu finden.

Wie sieht Ihre Unternehmensvision aus?

Wir möchten die beste Technologie für selbstfahrende Transportlösungen in intelligenten Städten bieten. Unser Ziel ist es, unser System weitläufig einzusetzen, sei es in Bussen, Taxis, Lieferfahrzeugen oder sogar Robotern, und in so vielen Städten wie möglich. Dazu ist es wichtig, die richtigen Partner zu haben. Beispielsweise müssen wir sicherstellen, dass unsere Technologie mit grossen Autoherstellern kompatibel ist.

Wie erschliessen Sie neue Exportmärkte?

Eines unser wichtigsten Kriterien ist es, Länder zu finden, die uns beim Einsatz autonomer Fahrzeuge unterstützen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind zwar noch nicht vorhanden, aber manche Länder geben Sondergenehmigungen aus, um Pilotprojekte zu ermöglichen. Unsere Technologie wird bereits in Frankreich und Deutschland und bald in den Vereinigten Staaten, Australien und Katar eingesetzt. Wir gehen davon aus, dass wir ab nächstem Jahr in den USA, in Singapur und höchstwahrscheinlich in Japan präsent sein werden. Es hängt ferner auch davon ab, wo sich unsere Partner befinden. Darüber hinaus befinden wir uns in der glücklichen Lage, dass Unternehmen oft direkt mit uns in Kontakt treten.

Wie beeinflussen globale Entwicklungen wie das Bevölkerungswachstum und die Urbanisierung Ihre zukünftige Geschäftstätigkeit?

Staus, Umweltverschmutzung und eine zunehmende Zahl von Unfällen stellen für viele Grossstädte auf der ganzen Welt Mobilitätsprobleme dar. Genau dies ist das Ziel unserer Branche: intelligente und effektive Lösungen für diese Herausforderungen zu finden. Langfristig arbeiten wir auch darauf hin, ein so nachhaltiges, effektives und günstiges Transportsystem zu bieten, dass die Menschen nach und nach immer weniger das Bedürfnis spüren, eigene Autos zu besitzen. Dies würde einen grossen Beitrag dazu leisten, den Verkehr, die Umweltverschmutzung und die Überlastung auf den Strassen zu reduzieren.

Wie treiben Sie innovative Prozesse in Ihrem Unternehmen an?

In einer jungen Branche wie unserer ist es schwierig, da die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden noch nicht ganz klar sind. Daher sind unsere Prozesse iterativ: Wir entwickeln und liefern eine bestimmte Funktion, testen diese mit einem Kunden und passen diese je nach Kundenreaktion an. Es ist wichtig, dass wir flexibel bleiben. Ein dreijähriger Strategieplan beispielsweise wäre nicht mehr zeitgemäss. Wir wissen, wo wir mit unserem Produkt hinwollen, müssen jedoch auf diesem Weg auch das Feedback unserer Partner und Kunden berücksichtigen.

Was würden Sie traditionellen Schweizer KMU angesichts der raschen Digitalisierung der Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen raten? Wie können Sie da Schritt halten?

Ich glaube, dass es wichtig ist, dem Wandel gegenüber offen und positiv gestimmt zu sein. Vor ein oder zwei Jahren zählten autonome Fahrzeuge für manche Menschen noch zur Kategorie Science Fiction. Heute ist dies bereits Realität geworden. Dies beweist, dass sich eine Branche in nur kurzer Zeit grundlegend ändern kann. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dies zu erkennen und das Beste daraus zu machen.

Über Raphael Gindrat

Raphael Gindrat ist CEO und Mitbegründer von BestMile. 2014 schloss er sein Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) ab. Er erwarb den Masterabschluss in Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Transport. Raphaels Expertise stammt von seiner frühen Beteiligung in der Welt der autonomen Mobilität. In seinem letzten Studienjahr arbeitete er als Vizepräsident des EPFL mit Schwerpunkt auf das europäische Projekt CityMobil2.

Über BestMile

BestMile revolutioniert die Mobilität mit der ersten Plattform, die es möglich macht, autonome Fuhrparks intelligent zu bedienen und zu optimieren – unabhängig von Fahrzeugmarken oder -typen. Es bietet sowohl geplante Reisen als auch On-Demand-Dienste und nutzt hierfür topaktuelle Algorithmen. So kann es den Fahrzeugen optimierte Aufgaben senden und den reibungslosen Ablauf der Planung, der Entsendung, der Routenführung und des Lademanagements gewährleisten.

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