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Wie Geistlich Pharma die Industrie 4.0 angeht

Könnten 3D-Drucker dazu verwendet werden, Knochenersatzprodukte präzise und zeitgerecht herzustellen, in welchem Krankenhaus der Welt sie auch immer benötigt werden? Paul Note, CEO von Geistlich Pharma und Referent bei Exporter Demain, dem Anlass für Exporteure aus der Romandie, berichtet, wie sein mittelgrosses Schweizer Life-Science-Unternehmen der Herausforderung der vierten industriellen Revolution entgegentritt.
Über die Herausforderungen der Digitalisierung, mit denen Geistlich Pharma AG konfrontiert ist
Paul Note, CEO von Geistlich Pharma

Herr Note, was bedeutet Industrie 4.0 für Ihr Unternehmen?

Industrie 4.0 wirkt sich auf unterschiedliche Bereiche unterschiedlich aus. Lassen Sie mich hierzu ein paar Beispiele anführen. Es werden Applikationstechniken und neue 3D-Drucktechnologien für den Einsatz bei Gewebe- und Knochenersatzprodukten untersucht. Ständig werden neue Möglichkeiten getestet und entsprechende Entwicklungen verfolgt. Onlineshops spielen eine zunehmende Rolle in bestimmten Märkten und für Benutzer, die mit den Produkten bereits vertraut sind. Ein spezifisches Kennzeichnungssystem und Verpackungsverfolgungssystem werden derzeit untersucht. Sie sollen dazu beitragen, Produktimitationen rasch zu identifizieren und die bevorstehenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.

Geistlich Pharma setzt die sozialen Medien mehr und mehr für die Kommunikation ein und bezieht Digital Communities verstärkt in die Diskussion ein. Unternehmerische Themen haben hier genauso ihren Platz wie Produkt- und Leistungsinnovationen und «Soft News». Für die Einstellung geeigneter Experten werden Kanäle wie LinkedIn eingesetzt. Die zunehmende Interaktion über diese Kanäle stellt unter Beweis, dass diese einen wahren Bedarf stillen. Die Webseminare, die Geistlich in Zusammenarbeit mit führenden Meinungsbildnern der Zahnmedizin anbot, wurden sehr positiv aufgenommen. Eine grosse Gemeinschaft von bis zu 400 Personen je Webseminar nutzte das Angebot.

Wie wird die Digitalisierung die internationale Zusammenarbeit beeinflussen?

Geistlich Pharma hat ein umfassendes Netzwerk mit seinen wichtigsten Partnern aufgebaut. Egal, ob es sich um Partner auf universitärer oder industrieller Ebene handelt – der Dialog erfolgt bei Kooperationen immer häufiger auf digitaler Ebene. So sind die Angestellten und Partner in der Lage, einfach an der Wissensgenerierung mitzuwirken.

Eine laufende Initiative von Geistlich Pharma beschäftigt sich mit der Bildung. Dies könnte von Bedeutung sein, um Vertrauen aufzubauen und unser Unternehmen von der Konkurrenz abzuheben. Ein neu gebildetes Team beurteilt die Bedürfnisse unserer Kunden und kümmert sich um Themen und Plattformen. Ein Grossteil der Produktpalette von Geistlich erfordert Erklärungen und Schulungen. Hier spielt die Geschäftseinheit Schulung & Bildung eine wichtige Rolle. E-Learning, die neuen Medien und interaktive Tools sind ebenfalls von grosser Bedeutung, so zum Beispiel animierte Filme für Kliniker und Patienten. Im Allgemeinen sind die heutigen Kunden wissensdurstig und scheuen auch keine Mühen, ihr Wissen zu veröffentlichen. Die Kunden sind sehr publik und mit den neuen Medien und ihrem Einsatz bestens vertraut.

«Digitaler Wandel», «die vierte industrielle Revolution» oder «Industrie 4.0» sind Schlagworte für einen komplexen Veränderungsprozess, der sich nicht nur auf die IT oder Produktion auswirkt. Wo sollten Unternehmen anfangen, wenn Sie solch eine interne Veränderung angehen?

Wir sind bei Geistlich Pharma der Ansicht, dass es von grösster Wichtigkeit ist, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um geeignete Massnahmen zu treffen. Handelt es sich bei einer bestimmten Entwicklung um einen vorübergehenden Trend oder um eine wegweisende Innovation? Erfahrene, kompetente Spezialisten sind eine wertvolle Hilfe, um diese Unterscheidung zu treffen. Die Mitarbeitenden müssen darauf vorbereitet und dazu bereit sein, zur Änderung beizutragen. Natürlich ist auch das Know-how für die Umsetzung entscheidend und unser Unternehmen hat einen geeigneten Änderungsprozess in Gang gesetzt.

Über Geistlich Pharma AG

Geistlich Pharma AG entwickelt, produziert und vermarktet medizinische Produkte zur Regeneration von Knochen, Knorpeln und Weichgeweben, sowie Arzneimittel. Das Schweizer Unternehmen, das aus drei Geschäftseinheiten besteht – Geistlich Biomaterials, Geistlich Surgery und Geistlich Medical – ist in Wolhusen und Root in der Schweiz angesiedelt. Es befindet sich seit 1851 im Besitz derselben Familie und ist Teil der Geistlich-Gruppe. Die Gesellschaft Geistlich Pharma AG hat mithilfe ihrer zehn Tochtergesellschaften und über 60 Distributionspartner ein globales Vertriebsnetz aufgebaut. Das ständig wachsende Unternehmen beschäftigt weltweit ungefähr 450 Personen. Es ist seit vielen Jahren der weltweite Marktführer für Zahnmedizin.

Zahlreiche Abteilungen und Gruppen haben vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 Initiativen ergriffen. Einige haben Handlungsbereiche identifiziert, während andere bereits Lösungen vorgeschlagen haben. In den letzten Jahren hat Geistlich Pharma viele Massnahmen und Projekte ins Leben gerufen, um den digitalen Wandel der Branche zu unterstützen. Im Laufe der Jahre hat sich auch das Profil der Konsumenten der Produkte von Geistlich verändert – von rein wissenschaftlich orientierten Medizinern bis hin zu technologiebegeisterten, vernetzten Geschäftspartnern. Beide Firmenbereiche sind hiervon betroffen, mit einer besonders starken Auswirkung auf Forschung & Entwicklung, Logistik & Vertrieb, Schulung & Bildung und Information & Kommunikation.

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