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Zugang zum Iran: Worauf KMU achten müssen

Laurent Sciboz, Iran-Spezialist von PARfinance, beschreibt die Herausforderungen, denen ein KMU gut eineinhalb Jahre nach Ende der Sanktionen beim Markteintritt gegenübersteht. Treffen Sie ihn bei unserem Impulse Event: Iran am 29. Juni in Biel.

Finanztransaktionen sind eine der Hürden für einen Eintritt von KMU in den iranischen Markt
Iranische Banknote

Welche Möglichkeiten für Finanztransaktionen stehen einem kleinen oder mittleren Schweizer Unternehmen zur Verfügung, das mit einem iranischen Unternehmen eine Geschäftsbeziehung aufbauen möchte?

Gegenwärtig stellen Finanztransaktionen eindeutig die grösste Hürde für Unternehmen dar, die Geschäfte im Iran tätigen wollen. Es gibt jedoch Lösungen. Zuerst muss die Situation sorgfältig analysiert werden, um die Transaktion und die Bedürfnisse beider Parteien (der Schweizer Seite und der iranischen Seite) genau einschätzen zu können. Erst dann kann eine Banking-Lösung vorgeschlagen werden. Diese Lösung wird Zahlungserleichterungen und Instrumente zur Handelsfinanzierung wie Akkreditive umfassen, die diskontiert werden können, um das notwendige Betriebskapital zu generieren. Da das Banknetzwerk eher dünn gesät ist, braucht es Erfahrung, um den geeignetsten Finanzpartner zu finden.

Welche Herausforderungen können bei Geschäften mit dem Iran im Allgemeinen auftreten und wie kann ein KMU diese bewältigen?

Eine grosse Herausforderung ist die ordnungsgemässe Einrichtung von Finanzkanälen und -instrumenten. Eine weitere Herausforderung stellt die kulturelle Dimension dar. Der Iran war jahrzehntelang vom internationalen Handel abgeschnitten, eine sorgfältige Herangehensweise an das Geschäft ist daher von grösster Bedeutung. Das Land beherbergt eine facettenreiche Kultur, die sowohl den Islam als auch alte lokale persische und moderne westliche Dimensionen umfasst. Ein gutes Netzwerk ist hier der Schlüssel und hilft nicht nur dabei, kulturelle Missverständnisse zu vermeiden, sondern auch die richtigen Chancen zu erkennen. Auch wird bei einem Markteintritt viel Geduld erforderlich sein, da die Bürokratie schwerfällig und ineffizient ist. Die grösste Chance liegt in sehr hohen Margen.

Wie wird sich der Handel zwischen der Schweiz und dem Iran in den kommenden Jahren Ihrer Ansicht nach entwickeln?

Die Schweiz geniesst im Iran dank ihrer innovativen Denkweise, ihrer hochmodernen Technologie und ihrer politischen Stabilität einen sehr guten Ruf. Gegenwärtig holt der Iran massiv auf, im Land bedarf es also an Wissen, Technologie und Engineering. Mit seiner rückläufigen Inflation und seinem schrumpfenden Handelsdefizit bildet der Iran den neuesten (vielleicht sogar den letzten) unerschlossenen Markt. Mit der Wiederwahl von Hassan Rohani wurde die Grundlage für Stabilität und Kontinuität des JCPOA, des Nuklearabkommens, gelegt, ich bin also zuversichtlich, dass sich der Handel zwischen der Schweiz und dem Iran gut entwickeln wird.

Über Laurent Sciboz

Laurent Sciboz ist als Spezialist für Emerging und Frontier Markets seit 15 Jahren im Bankwesen tätig. Er unterstützte erfolgreich Unternehmer aus Europa bei ihren Bemühungen im Iran und in Indien. Er konnte sich ein ausgedehntes Netz von Finanzdienstleistern aufbauen, mit dem er Schweizer KMU bei ihren internationalen Unternehmungen unterstützen kann. Laurent Sciboz absolviert derzeit ein Executive Master-Studium an der Universität Genf und konzentriert sich dabei auf die Bedeutung von Netzwerken bei einem Eintritt in den iranischen Markt.

Über PARfinance

PARfinance ist ein externes Vermögensverwaltungsunternehmen mit Sitz in Genf und Lausanne. Das Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeitende und verfügt über Verbindungen zu 35 Banken auf der ganzen Welt. Dieses Netzwerk stellt es in den Dienst von Unternehmern aus der Schweiz und aus Europa.

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