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Risiken im Export gründlich abklären – auch in reifen Märkten

Dieter Gosteli, Leiter Corporates bei der AXA, erklärt, worauf kleine und mittlere Firmen im Geschäft in Europa, USA und Co. besonders achten müssen.

Dieter Gosteli weiss, warum sich Schweizer Exporteure absichern müssen
Dieter Gosteli weiss, warum sich Schweizer Exporteure absichern müssen

Jedes dritte KMU in der Schweiz ist bei der AXA versichert. Damit zählt die AXA zu den führenden Versicherungsanbietern für Firmenkunden in der Schweiz – Dieter Gosteli leitet den Bereich Corporates seit 2015 und kennt sich gut aus mit den Risiken, mit denen sich kleine und mittlere Schweizer Exporteure herumschlagen müssen.

Reife Märkte, weniger Absicherungsbedarf? Mitnichten

Rechtssicherheit, Transparenz, eine einfacher zugängliche Kultur, all dies sind Vorteile von reifen Märkten für Schweizer KMU. Wenn es jedoch darum geht, welche Risiken versichert werden sollten, ist die Logik eine andere.

Ihr Risiko hängt davon ab, was Sie eigentlich machen

Bringt Dieter Gosteli es auf den Punkt.

Viele Firmen seien in reifen Märkten vor allem mit sehr technologieintensiven Produkten aktiv. Zudem würden in diesen Ländern eher eigene Standorte oder gar Produktionsstätten aufgebaut aufgrund ihrer hohen Bedeutung für die Schweizer Exportwirtschaft.

Je mehr Kapital Sie aber investieren, desto höher ist Ihr Risiko – mit einer High-Tech-Produktionsstätte etwa gibt es erhebliche Sachwerte, deren Absicherung existenziell wichtig sein kann für ein Unternehmen.

In Entwicklungs- und Schwellenländern hingegen seien Schweizer KMU häufig weniger intensiv engagiert. Dort wiederum könnten die finanziellen Risiken höher sein, wenn ein Kunde etwa nicht zahlt.

Grundsätzlich hängt das nötige Absicherungspaket also stark vom internationalen Geschäftsmodell eines Unternehmens ab und weniger von der Exportdestination selbst. Die wichtigsten Produkte, die exportierende Firmenkunden bei der AXA beziehen, seien daher Sach- und Haftpflichtlösungen. Letztere spielten insbesondere in den USA eine Rolle, erläutert Gosteli, «dies ist eine Besonderheit unter den reifen Märkten.»

Risikoanalyse und besonderer Schutz für Anfänger und Kleine

Unternehmen mit noch wenig Erfahrung im Export oder eher kleinen Firmen rät Gosteli dazu, zunächst eine umfassende Risikoanalyse zu machen. «Wir prüfen mit unseren Kunden gemeinsam, welche Risiken für sie von wirklich existenzieller Bedeutung sind, welche grossen Schaden auslösen können oder welche ein Unternehmen notfalls auch selbst tragen könnte», so Gosteli.

Je nach Tätigkeitsgebiet müssten kleinere Unternehmen dabei nicht unbedingt auch geringere Risiken schultern als grössere:

Wenn Sie Medizinimplantate herstellen, können horrende Forderungen auf Sie zukommen, völlig unabhängig davon, wie viel Mitarbeiter oder Umsatz Sie haben.

Neben den klassischen Sach- und Haftpflichtversicherungen empfiehlt Gosteli kleineren Firmen eine Kreditversicherung zu prüfen. Wenn weniger Liquidität vorhanden ist, könnten Zahlungsausfälle schnell zu einem ernsthaften Problem werden.

Das gleiche gilt für rechtliche Auseinandersetzungen. KMU verfügen meist über weniger juristische Kapazitäten oder finanzielle Mittel, um sich einen umfassenden juristischen Beistand zu leisten. Gosteli: «Mit einer Rechtsschutzversicherung können wir hier Support leisten oder im Extremfall die Kosten übernehmen».

Reife Märkte bleiben wichtig für Exporteure – frühzeitig das Gespräch suchen

Aufgrund des hohen Marktanteils der AXA bei Schweizer Firmenkunden hat Gosteli einen guten Überblick über die Märkte, in denen hiesige Exporteure aktiv sind – er ist überzeugt, dass die reifen Märkte weiterhin extrem wichtig bleiben. «Da spielt die Musik!», sagt er. Man dürfe nicht aus den Augen verlieren:

Die Wachstumsraten einer Volkswirtschaft an sich sagen nichts über die möglichen Geschäftsvolumina aus.

«Ein Entwicklungsmarkt kann auf tiefem Niveau zwar riesige Wachstumsraten erzielen, aber das Geschäftspotential insgesamt bleibt dann doch klein – und umgekehrt ist es zwar bei den reifen Märkten so, dass die Wachstumsraten gering sind, aber quantitativ gesehen ist das Wachstum immer noch sehr gross.»

Dies schliesse selbstverständlich nicht aus, dass man nicht dennoch neue Schwellenmärkte angeht – eine Möglichkeit, etwa politische Unsicherheiten auszubalancieren wie den anstehenden Brexit, der wohl nicht spurlos an der britischen Volkswirtschaft vorübergehen werde.

China gilt vielen Ökonomen bereits in Teilen als reifer Markt; aus Versicherungssicht, stellt Gosteli klar, ist das Land jedoch noch nicht so weit. «Die Assekuranz vor Ort ist noch nicht so weit entwickelt wie etwa hier in Europa; es bedeutet für uns deutlich mehr administrativen Aufwand, mit unseren lokalen Partnern eine gemeinsame Versicherungslösung für ein Unternehmen zusammenzustellen, als wenn wir dies in Deutschland oder Frankreich tun.»

Unabhängig von der Marktwahl rät Gosteli ganz generell, möglichst früh das Gespräch mit Experten zu suchen – um existenzielle Risiken abzusichern und den Schritt ins Ausland gründlich vorzubereiten. So klappt es künftig sowohl in reifen als auch in Schwellenmärkten.

Über die AXA

Rund zwei Millionen Kunden vertrauen der AXA in der Schweiz. Sie setzen auf ihre Erfahrung und Beratung in der Personen-, Sach-, Haftpflicht- und Lebensversicherung sowie der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Der führende Schweizer Versicherer ist ein dynamisches Unternehmen mit einer ambitionierten Vision: den Kunden Freiräume über die finanzielle Sicherheit hinaus zu schaffen und so ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen – mit einfachen, digitalen Prozessen und innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um wichtige Lebensbereiche wie Mobilität, Wohnen oder Unternehmertum. Dafür setzen sich die rund 4400 Mitarbeitenden sowie die 2800 Kolleginnen und Kollegen im schweizweit grössten Vertriebsnetz mit über 300 Geschäftsstellen Tag für Tag ein. Die AXA Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2018 ein Geschäftsvolumen von CHF 11 Mia.

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In der Breakout Session von AXA erfahren Sie von AXAs Fachexperten, weshalb das systematische Risikomanagement für exportierende KMU so wichtig ist und wie eine Konkretisierung im Export von Theorie zur Praxis aussehen kann. Im zweiten Teil des Referats gibt Ihnen Jean-Pierre Wyss von u-blox, einem Partnerunternehmen der AXA, einen spannenden Einblick in die Möglichkeiten seiner Wireless Technologie und erzählt von seinem Vorstoss in ein neues Marktgebiet.

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