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Auswirkungen der Handelskriege der USA auf Schweizer MEM-Unternehmen

Die USA bilden den zweitgrössten Exportmarkt der Schweiz. 30 % der Schweizer Exporte werden von der MEM-Branche generiert, davon gehen 13,6 % in die USA. Hier erfahren Sie mehr über das Ergebnis der Vorträge und der Podiumsdiskussionen aus der gemeinsam mit Swissmem organisierten Veranstaltung «Impact of US politics and trade battles for Swiss MEM companies».

Washington D.C.

Schweizer Handelsbeziehungen mit den USA

Die USA bilden den zweitgrössten Exportmarkt für die Schweiz (2018: 41 Mrd. Schweizer Franken in Waren; 2017: 27 Mrd. Schweizer Franken in Dienstleistungen). 30 % der Schweizer Exporte (insgesamt 220 Mrd. Schweizer Franken) werden von der MEM-Branche generiert, davon gehen 13,6 % in die USA. Das kontinuierliche Wachstum (9,5 % im Jahr 2018) deutet darauf hin, dass die USA trotz ihres reifen Marktes für die Schweizer Industrie weiterhin ein erhebliches Potenzial birgt.

Während die USA als der drittgrösste Geldgeber für Direktinvestitionen in der Schweiz gilt, belegt umgekehrt die Schweiz in den USA den siebten Platz – ein weiterer Beweis für die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit den USA.

Regierungsvertreter beider Seiten halten regelmässig Treffen ab – einige davon gemeinsam mit der EFTA – um Handelspolitik und Investitionszusammenarbeit zu besprechen. Bundesrat Parmelin hat vor kurzem Sondierungsgespräche zu einem Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA abgehalten. Obwohl grundsätzliches Interesse an einem bilateralen Abkommen besteht, hat der ungelöste Handelsstreit mit China für die USA momentan weiter höhere Priorität.

Globale Handelspolitik der USA

Die US-amerikanische Handelspolitik versucht im Allgemeinen das globale Handelsdefizit (621 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018: 3 % des BIP mit Exporten von 2’500 Mrd.: 12 % des BIP). Die US-Regierung behauptet, dass der unfaire Handel Arbeitnehmern und Unternehmen in den USA geschadet hätte. Die aktuellen Zollinitiativen, die hauptsächlich gegen China gerichtet sind, laufen als Massnahmen für die nationale Sicherheit. Gegenwärtig unterliegt nur ein kleiner Teil der Importe in die USA Zöllen und für viele Produkte sind diese Zölle niedriger als für Importe in die jeweiligen Partnerländer (z.B. werden in die USA eingeführte Autos niedriger besteuert als amerikanische Autos, die in andere Länder importiert werden). Während einerseits der Welthandel und die Senkung von Zöllen verteidigt wird, sollte Handel nach Sichtweise der US-Regierung unter gleichen Wettbewerbsbedingungen stattfinden.

Auswirkungen der US-Politik für Schweizer MEM-Unternehmen

Die Auswirkungen auf den Schweizer Handel mit den USA können als «Kollateralschaden» bezeichnet werden, wie beispielsweise die Zölle auf Stahl (25 %) und Aluminium (10 %), vorbehaltlich einiger Ausnahmen. Breit angelegte Massnahmen der USA treffen Schweizer Lieferanten, obwohl die Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA durch die Schweiz eher unwahrscheinlich erscheint. Andere Auswirkungen, die Schweizer MEM-Unternehmen zu spüren bekommen, sind indirekte Konsequenzen aus Märkten ausserhalb der USA wie die Besteuerung von Metallen durch die EU als Reaktion auf die Massnahmen der USA. Dennoch überstehen Schweizer Unternehmen in spezialisierten Nischen die Turbulenzen relativ gut. Der gemeinsame Nenner Wettbewerbsfähigkeit und Innovation der beiden Volkswirtschaften tragen trotz der Grössendifferenz zu profitablen Handelsbeziehungen bei.

In einigen Fällen können die US-amerikanischen Massnahmen eine Anpassung der Lieferkette erzwingen. Laut einem Schweizer Unternehmen wird die Umkehrung eines Teils des Produktflusses in Betracht gezogen. Anstatt Komponenten für die Montage und den weiteren Export in die USA nach China zu verschiffen, werden in China hergestellte Maschinenkomponenten in der Schweiz montiert und dann in die USA exportiert. Chinesische Tochtergesellschaften von Schweizer Unternehmen stehen bei einem Export in die USA grösseren Problemen gegenüber.

Allgemeine Schwierigkeiten, die im US-Markt zu berücksichtigen sind:

  • Die Entwicklung des US-amerikanischen Marktes erfordert eine gut fundierte Investition und eine aktive Präsenz mit einer Vertretung durch Partner (Vertreiber, Fachagenten) oder über einen eigenen Rechtsträger.
  • Die MEM-Branche konzentriert sich um die Region Great Lakes im Südosten, in Texas und in Kalifornien.
  • Kundenberatung und After Sales Service ist von grösster Bedeutung.
  • In den meisten Fällen machen öffentliche Ausschreibungen eine lokale Vertretung erforderlich.
  • Zum Beispiel müssen Produkthaftungsfragen berücksichtigt und entschärft werden. Dabei ist eine Beratung durch einen US-amerikanischen Anwalt, die Befolgung US-amerikanischer Vorschriften für alle Produkte und die Einbindung der USA und Kanadas in Produkthaftpflichtversicherungen ein guter Anfang.
  • Die steuerliche Behandlung erfordert besondere Aufmerksamkeit (Verrechnungspreise, örtliche Steuervorschriften etc.) und sollten gemeinsam mit einem CPA (Certified Public Accountant) betrachtet werden.
  • Es ist ratsam, sich gegen das Währungsrisiko abzusichern.

Möchten Sie mehr über die MEM-Branche in den USA erfahren?

Wenn Sie die Möglichkeiten und Herausforderungen des US-amerikanischen Marktes ohne weitere Verpflichtungen genauer kennenlernen möchten, setzen Sie sich bitte mit unserer S-GE Consultant für USA & Kanada, Annina Bosshard, in Verbindung.

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