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Leitfaden zur Berechnung der Steuern beim Verkauf von Dienstleistungen nach Brasilien

Der Import von Dienstleistungen wird in Brasilien stark besteuert. Hier erfahren Sie, wie Sie die Auswirkungen dieser Besteuerungen besser bei Ihrer Preisgestaltung berücksichtigen, Überraschungen vermeiden und Lösungen für Ihr Geschäft finden können.

Sao Paolo Brücke

Der Import von Dienstleistungen wird in Brasilien stark besteuert und unterliegt einem eigenen Steuersystem. Dies stellte schon immer eine bedeutende Herausforderung für Dienstleistungsunternehmen dar, die in dem Land tätig werden wollten, ohne eine lokale Niederlassung zu eröffnen. In diesem Fall kann die Gründung einer lokalen Niederlassung, abhängig vom Geschäftsvolumen in Brasilien, der entscheidende Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit in dem Markt sein.
Alle Informationen zu Dienstleistungstransaktionen zwischen Einwohnern Brasiliens und anderer Länder müssen im Rahmen von SISCOSERV erfolgen, einem nationalen System, das die Regierung eingerichtet hat, um den Aussenhandel mit Dienstleistungen zu überwachen. Der brasilianische Kunde (Dienstleistungskunde) muss bedenken, dass er für den Einzug aller Steuern verantwortlich ist, da die Regierung das ausländische Unternehmen nicht besteuern kann (siehe Überblick am Ende des Artikels).

Welche Zahlung unterliegt welcher Steuer?

Die Abgabe für wirtschaftliche Intervention (Contribuição de Intervenção no Dominio Econômico – CIDE) wird vom Staat auf im Ausland bezahlte, gutgeschriebene, zugestellte oder überwiesene Beträge zur Bezahlung von Gebühren (ausgenommen für die Lizenzierung von Software) und bestimmten Dienstleistungen erhoben. Der Steuersatz liegt derzeit bei 10 % und muss vom Unternehmen entrichtet werden, das die Geldanweisung tätigt. Die CIDE fällt an für:

  • die Lieferung von Technologie;
  • die Bereitstellung technischer Assistenz (Support und spezialisierte technische Dienstleistungen), wenn ein Technologietransfer stattfindet;
  • administrative und ähnliche Dienstleistungen;
  • die Übertragung und Lizenzierung von Marken;
  • die Übertragung und Lizenzierung von Patentrechten.

Beim Import von Dienstleistungen, technischer Assistenz, Technologie usw. muss geprüft werden, ob die entsprechende Zahlung der Abgabesteuer CIDE in Höhe von 10 % unterliegt. Von der Anwendung dieser Steuer hängt der Verrechnungssteuersatz ab: Bei Anwendung der CIDE-Abgabe fällt in der Regel eine Verrechnungssteuer von 15 % an; andernfalls beträgt diese 25 %.

Senkung der Steuerlast für den Kunden und den Anbieter der Dienstleistung

Wenn die Dienstleistung durch eine normale Banküberweisung von einem brasilianischen Bankkonto aus bezahlt wird, muss die brasilianische Partei eine Steuerbescheinigung mit der Bezeichnung DARF (Documento de Arrecadação de Receitas Federais – Beleg für die Erhebung staatlicher Einkommenssteuern) sowie eine Bestätigung der erfolgten Steuerzahlung vorlegen, bevor das Geld für das Ausland freigegeben wird. Da die Einkommenssteuer eine Verrechnungssteuer ist, bedeutet das, dass der Betrag, den der brasilianische Dienstleistungskunde an den Schweizer Dienstleistungsanbieter überweist, von der Quellen-Einkommensteuer IRRF (Imposto de Renda Retido na Fonte) abgezogen wird (15 oder 25 %). Dies hat erhebliche Auswirkungen und erhöht die Endkosten des Vorgangs deutlich.
Bei über IT-Systeme bereitgestellten Softwareprogrammen und Dienstleistungen sind verschiedene Optionen zu berücksichtigen, durch die sich die Steuerlast für den Kunden sowie für den Anbieter der Dienstleistung allfällig reduzieren lässt.

Kalkulation ist alles

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ausländische Dienstleistungsanbieter von ihren brasilianischen Kunden die Übernahme der Kosten aller Verrechnungssteuern verlangen, d.h. sie wollen den gesamten Betrag für die Dienstleistungen ohne jegliche brasilianische Verrechnungssteuern erhalten. In diesem Fall muss der brasilianische Kunde den Wert der Dienstleistungen als Bruttobetrag vor Berechnung aller anfallenden Steuern entrichten oder die Schweizer Dienstleistungsanbieter müssen den Preis unter Berücksichtigung der Verrechnungssteuer kalkulieren.
Wichtig ist, dass die Steuern fast 48 % des Gesamtbetrags ausmachen, wenn man die Steuern berücksichtigt, die der Dienstleistungskunde entrichten muss und die bei der Banküberweisung einbehalten werden.

Eine lokale Niederlassung kann Ihrem Geschäft helfen

Wie oben ausgeführt, kann die Steuerlast sehr hoch sein, vor allem, wenn der Schweizer Dienstleistungsanbieter die Zahlung ohne jegliche brasilianische Besteuerung erhalten will. Im Allgemeinen eröffnen Unternehmen, die in den brasilianischen Markt einsteigen wollen und ein erhebliches Volumen an im Land zu verkaufenden Dienstleistungen erwarten, eine lokale Niederlassung, um diese starke Besteuerung zu vermeiden.
Da manche Dienstleistungen von einer oder mehreren auf den Import von Dienstleistungen erhobenen Steuern befreit sein könnten, sollte stets ein erfahrener Steuerberater in Brasilien zurate gezogen werden, um die Auswirkungen des Dienstleistungsimports in das Land zu verstehen. Der Swiss Business Hub Brazil organisiert gerne ein erstes Telefongespräch mit einem Experten für Sie und Ihr Team, um Ihre spezifische Situation abzuklären. 

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