Exporteure im Fokus

Für die Lombardi Group ist Argentinien nie von der wirtschaftlichen Weltkarte verschwunden

Das südamerikanische Land meistert derzeit verschiedene Probleme, von der Inflation bis zum Staatsbankrott. Für Fulvio Besseghini, Leiter der neuen Niederlassung der Lombardi Group in Argentinien, gehört das Land zu den «interessantesten, aktivsten, aber auch anspruchsvollsten Märkten der Region».

Unterirdisches Kraftwerk mit Turbine und Konstruktionsarbeitern; das Projekt wurde von der Lombardi Group geplant
Unterirdisches Kraftwerk mit Turbine und Konstruktionsarbeitern; das Projekt wurde von der Lombardi Group geplant

Fulvio Besseghini, Ihr Unternehmen hat kürzlich eine Niederlassung in Argentinien eröffnet. Warum?
Die Eröffnung der Niederlassung in Argentinien erfolgte im Rahmen unserer regionalen Expansionsstrategie, mit deren Umsetzung wir schon vor zehn Jahren begonnen haben. Lombardi, ein Design- und Beratungsunternehmen im Tiefbausektor, blickt auf eine lange Geschichte am argentinischen Markt zurück. Dies gilt sowohl für den privaten als auch für den öffentlichen Sektor. Mit der Errichtung der Niederlassung werden die langjährigen und engen Beziehungen lediglich weiter gestärkt.

Können Sie uns mehr über Ihr Projekt «Aguas Negras» verraten?
Die Schaffung einer Verbindung zwischen der strategisch wichtigen Zentralregion Südamerikas und dem Pazifik durch einen 14 km langen doppelröhrigen Autobahntunnel am Agua Negra Pass ist schon seit langem Gegenstand zahlreicher Studien. Der Tunnel liegt auf einer Höhe zwischen 3’600 und 4’100 Metern über dem Meeresspiegel und muss extreme klimatische und operative Anforderungen erfüllen. Für die Region ist es eines der wichtigsten Projekte der kommenden 5 bis 10 Jahre.

Argentinien hatte in der Vergangenheit mit der gesamten Bandbreite an Problemen zu kämpfen, von Inflation bis Staatsbankrott. Hat das Land diese Probleme mittlerweile überwunden?
Nicht vollständig, aber im Grossen und Ganzen ist das Land auf dem richtigen Weg.

Wie schätzen Sie die geschäftlichen Rahmenbedingungen in Argentinien ein?
Das ist sehr schwer zu beantworten. Sagen wir es einmal so: Auf globaler Ebene betrachtet, gibt es mit Blick auf das Geschäftsumfeld sicherlich einige Probleme. In dem Geschäftssegment, in dem wir uns bewegen, sind die Bedingungen vielleicht etwas günstiger.

Was macht den Markt für Sie attraktiv?
Wie schon gesagt, Lombardi ist mit seinen Engineering-Services für den Tief- und Wasserbausektor am argentinischen Markt bereits branchenbekannt. Im Vergleich zu anderen Ländern der Region, Brasilien ausgenommen, ist der argentinische Infrastrukturmarkt einer der interessantesten, anspruchsvollsten, aktivsten und geografisch am besten verteilten Märkte.

Was war bzw. ist für Sie persönlich die grösste Herausforderung beim Eintritt in den argentinischen Markt?
Wahrscheinlich die Bürokratie, die hier nach dem Motto funktioniert: «Die Kunst, das Mögliche fast unmöglich zu machen». Wie bei allen schwierigen Dingen haben wir gelernt, diese Hürden zu überwinden, und zwar auf die typisch schweizerisch gründliche Art, indem wir uns gut vorbereiten und uns genau an die geforderte Vorgehensweise halten. Es war wirklich nicht einfach, aber letztendlich eben doch nicht unmöglich.

Glauben Sie, dass auch andere Schweizer Unternehmen hier erfolgreich sein könnten? Oder sind die Marktbedingungen für kleinere Unternehmen noch zu schwierig?
Argentinien ist trotz all der angesprochenen Probleme ein Markt mit hoher Nachfrage. Für Unternehmen, die wie die Schweizer Unternehmen Qualitätsprodukte und -services liefern, kann der lokale Markt durchaus interessant sein und vielversprechende Chancen bereithalten. Flexibilität und Geduld sind dabei die Schlüssel zum Erfolg.

Wie sieht es mit dem internationalen Wettbewerb in Ihrer Branche und dem Infrastruktur- und Energiesektor allgemein aus?
Natürlich sind einige wichtige nationale und internationale Unternehmen hier präsent, da bildet auch der Infrastruktur- und Energiemarkt keine Ausnahme. Wir arbeiten aber gern in Märkten, in denen unsere Mitbewerber den gleichen oder sogar noch grösseren Erfahrungsschatz haben als wir. Bei den hochspezialisierten Dienstleistungen, die wir anbieten, ist es entscheidend, gut aufgestellte Partner zu finden, die unsere Services ergänzen können oder uns herausfordern und stimulierende Impulse geben. Das kann für Projekte, wie wir sie umsetzen, nur von Vorteil sein.

Welche drei Punkte sollten Schweizer KMU beachten, wenn sie in den Markt eintreten?
Ich möchte es einmal so ausdrücken:

  • Verglichen mit den benachbarten Ländern ist es in Argentinien recht schwer, sich in das dichte lokale Geschäftsnetzwerk zu integrieren.
  • Es ist nicht einfach, bei der riesigen Anzahl an lokalen, regionalen und nationalen Steuern und Vorschriften den Durchblick zu bekommen.
  • Auch das Import und Zollsystem ist sehr komplex.
  • Und es ist schwierig, einen lokalen Partner zu finden.

Welchen Rat würden Sie anderen Unternehmen geben, die nach Argentinien exportieren möchten? Wie können sie sich am Markt etablieren und erfolgreich sein?
Argentinien ist ein grosser und entwickelter Markt. Für Schweizer Produkte und Services kann es anfänglich schwer sein, ihn zu erschliessen und zu durchdringen. Mein Rat wäre, am Ball zu bleiben und auf die bekannte Schweizer Qualität zu vertrauen.

Über Lombardi

1955 gründete Dr. Giovanni Lombardi sein Beratungsunternehmen für den Tiefbausektor und legte damit den Grundstein der Lombardi Group. Heute managt das Unternehmen den Lebenszyklus von Transportinfrastrukturen und Hydraulik-Arbeiten - vom ersten Entwurf bis hin zum Betrieb. Visionäre und zielführende Projekte, die von den Teams in enger und langfristiger Partnerschaft mit den Kunden erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden, sind die beste Referenz für die erstklassigen Engineering-Services des Unternehmens.

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