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FinTech in Japan: Ein boomender Markt für Exporteure

Der japanische FinTech-Sektor positioniert sich als einer der attraktivsten Exportmärkte der Welt. Obwohl Japan in Bezug auf diesen Sektor eher ein Spätzünder ist, erkennen alle wichtigen inländischen Akteure das Potenzial des Landes, auf allen Ebenen der Wirtschaft und der Gesellschaft Innovation und Wachstum zu fördern.

Der wachsende FinTech-Sektor in Japan eröffnet Möglichkeiten für Schweizer KMU
Der wachsende FinTech-Sektor in Japan eröffnet Möglichkeiten für Schweizer KMU

Das Ziel besteht darin, die erhebliche Nachfrage nach neuen technischen Lösungen in den Banken- und Versicherungssystemen zu bedienen, denn diese sind nun veraltet und nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sind ein wichtiger Anstoss für mehr Dynamik.

In den vergangenen Jahren wurde eine Reihe von regulatorischen Sprüngen umgesetzt, um den Zugang zu Finanzierung für Start-ups zu erleichtern. Das ermöglicht Japan aufzuholen und eine treibende Kraft hinter den weltweiten Investitionen in FinTech zu werden. Innerhalb Japans gab es einen Schub bei FinTech-Unternehmungen, die 2016 einen Umfang von 154 Millionen Franken erreichten. Im Jahr 2012 lagen diese noch bei nur 0,65 Millionen Franken und es wird erwartet, dass sie bis im Jahr 2021 gut 743 Millionen Franken erreichen werden.

Schweizer FinTech-Lösungen entsprechen den Marktanforderungen

Ein ausserordentlich wichtiger Punkt für Schweizer Unternehmen ist die Tatsache, dass eine Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen offiziell gefördert wird. Start-ups aus der ganzen Welt konzentrieren sich nun auf diesen Markt. Sie arbeiten entweder direkt oder über Tochterunternehmen mit Technologieunternehmen zusammen, die in dieser Branche tätig sind (z.B. SoftBank Inc., Rakuten Inc., NEC etc.) oder bieten Dienstleistungen und Produkte direkt grossen Finanzunternehmen wie MUFG, Mizuho Financial Group etc. und anderen Arten von Einrichtungen an, die sich in Bereichen, in denen die gegenwärtige Technologie ineffizient, teuer oder veraltet ist, nach neuen Lösungen sucht.

Schweizer Exporteure können sich dank des internationalen Rufs und Know-how des Schweizer Finanz-, Versicherungs- und Banksystems, insbesondere im Bereich der Datensicherheit auf ein ausgezeichnetes Image verlassen. Investitions- und Vermögensverwaltungs-Apps, Apps für die persönliche Finanzverwaltung und Online-Rechnungslegungsdienste, Krypto- und IT-Sicherheit, datenbezogene Einblicke, Versicherungen, Zahlungslösungen, Crowdfunding: In diesen Bereichen liegen die Stärken der Schweizer FinTech-Exporteure. Diese entsprechen der Nachfrage der wichtigsten Sektoren des japanischen Marktes.

In einigen Bereichen kann die Situation als düster bezeichnet werden. Der gesamte Finanzsektor muss die Auswirkungen einer rückständigen IKT-Infrastruktur ausgleichen, die zusätzliche Kosten verursacht und die Effizienz einschränkt. Banken haben Ende der 1990er-Jahre, kurz vor dem Boom des Internets, viel investiert und seitdem kaum Aktualisierungen durchgeführt. Das Problem wird durch mangelnde IT-Kenntnisse im oberen Management und einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften noch zusätzlich verschärft.

Konsumenten müssen überzeugt und informiert werden

Eine der grössten Herausforderungen, denen sowohl in- und ausländische FinTech-Unternehmen gegenüber stehen, ist die Tatsache, dass dieser Trend hin zu neuen Technologien nicht vom Konsumenten ausgeht, sondern von der Regierung und wichtigen Marktteilnehmern der Finanzbranche. Unabhängig davon, ob es sich um die Haushaltsführung, das persönliche Anlageportfolio, Transaktionen oder andere Facetten des Finanzmarktes handelt, Japan ist als risikoscheue, bargeldlastige und auf Banken vertrauende Kultur bekannt. Es gibt wenige offensichtliche Anreize für Einzelpersonen und Unternehmen, von sich aus Veränderungen anzunehmen.

Einerseits sind die Japaner durchweg mit ihren Banken zufrieden. Andererseits ist Datensicherheit für sie ein Thema und es mangelt ihnen an IT- und Finanzkenntnissen, um zu verstehen, wie viel sie verpassen und wie stark sie von FinTech-Lösungen profitieren könnten (Sicherheit, Effizienz, Kostenreduktion, Handhabung etc.). Diese «kulturelle Bremse», gepaart mit der tatsächlichen Notwendigkeit sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen zu informieren, stellt die wahrscheinlich grösste Hürde für eine rasche vertikale und horizontale Umsetzung von FinTech-Lösungen dar.

Exporteure sollten bedenken, dass es unbedingt notwendig ist, mit einem lokalen Partner zusammen zu arbeiten, um die örtlichen Gegebenheiten nutzen zu können, aber auch um Türen zu öffnen. Die sprachlichen Hürden und der Unterschied in der Geschäftskultur sollten nicht unterschätzt werden. Es sollten nicht nur Partnerschaften mit ansässigen Unternehmen, sondern auch mit den Verwaltungskörpern von Städten, Regionen und Präfekturen in Betracht gezogen werden. Für Schweizer Exporteure wird es von Bedeutung sein, eine Handvoll erster Kunden zu finden, die bereit sind, eine neue Technologie auszuprobieren, um daraufhin eine Marketing-Kampagne zu entwerfen, die sich auf diese Fallstudien bezieht. Damit kann gezeigt werden, wie nützlich und passend ein Produkt für den örtlichen Markt und lokale Mitbewerber ist.

Mehr Information finden Sie im Überblick über Chancen im japanischen FinTech-Markt, der für Schweizer Unternehmen vom Swiss Business Hub Japan zusammengestellt wurde:

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