Global Opportunities

Gesundheitstechnologie in Japan: ein boomender Exportmarkt

Japan zählt zu den zehn grössten Importmärkten der Gesundheitstechnologie-Branche und ist traditionell offen für importierte Medizintechnik (49 % des Medizintechnik-Marktes im Jahr 2014). Die japanische Bevölkerung altert schnell (30 % der Bevölkerung werden im Jahr 2025 über 65 Jahre alt sein): Spezielle Themen und neue Bedürfnisse, die mit einer sehr schnell alternden Gesellschaft verbunden sind, stehen im Gesundheitssektor im Vordergrund.

Japan will innovative Gesundheitstechnologie fördern
Japan will innovative Gesundheitstechnologie fördern

Die japanische Regierung zielt darauf ab, systemische und strukturelle Reformen umzusetzen, um einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften im Gesundheitswesen und einem Ungleichgewicht zwischen Städten und ländlichen Regionen in Bezug auf Zugang zu Gesundheitsversorgung und -dienstleistungen entgegenzuwirken und zudem explodierenden Kosten vorzubeugen, die das nationale Krankenversicherungssystem bedrohen. Innovation wird gefördert und unterstützt, dabei wurden grundlegende Prioritäten herausgearbeitet: der effektive Einsatz von Big Data-Analytik, allgemeine Bemühungen, die Verbesserung von Patientenresultaten, um Kosten zu sparen sowie die Einführung der persönlichen Gesundheitsakte.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden kürzlich Gesetzesänderungen eingeführt, welche die Nutzung von Smartphones als medizinisches Gerät und den Einsatz der Telemedizin im Allgemeinen ermöglichen und so den nötigen Raum für innovative Lösungen schaffen.

Marktwert und Charakteristika

Analysen zeigen, dass die Nutzung von IT-Produkten und damit verbundenen Dienstleistungen in der Gesundheitsbranche bis 2030 um das 2,3-Fache ansteigen wird (im Vergleich zu 2013). Ein bedeutendes Teilsegment, der Markt für IoT-relevante Ausstattung und Systeme im medizinischen Bereich (2016 mit 753 Millionen US-Dollar bewertet), sollte bis 2025 1’685 Milliarden US-Dollar erreichen. Der Markt für KI-relevante Produkte und Leistungen, einschliesslich Big Data-Analyse (2016 mit 37 Millionen US-Dollar bewertet), wird bis 2025 Schätzungen zufolge 134 Millionen US-Dollar erreichen.

Der japanische Markt für Gesundheitstechnologie wird von zwei widersprüchlichen Gegebenheiten geprägt: einerseits einer rückständigen ICT-Infrastruktur in Krankenhäusern und Kliniken und mangelhafter IT-Kompetenz von Entscheidungsträgern und Gesundheitsdienstleistern; andererseits einem hohen Ausstattungsgrad der Gesamtbevölkerung mit Smartphones (81,7 %), tragbaren Geräten und Verbindungen zu High-Speed-Internet.

In Verbindung mit der dringenden Notwendigkeit, Kosten einzusparen und die Effizienz zu steigern, entstehen durch diese Umstände Geschäftsmöglichkeiten für Exporteure, die in der Lage sind, revolutionäre Lösungen anzubieten.

Fragen und Bedürfnisse des Marktes

Es können drei Schwerpunktbereiche identifiziert werden, die verschiedene Fragen und Bedürfnisse des Marktes mit sich bringen. Die unten angeführten Punkte stellen nur einige wenige Beispiele für attraktive Geschäftsmöglichkeiten für Exporteure dar.

Patienten: Neue Krankheiten, die durch das Altern entstehen, aber auch Veränderungen des Lebensstils fordern die Einführung des IoT und/oder von Robotersystemen, tragbaren Geräten und Technologien zuhause, die dabei helfen, chronische Krankheiten zu behandeln sowie deren Ausbruch zu verhindern. Das Patientenbewusstsein muss durch besseren Zugang zu Informationen und einer gesteigerten Gesundheitskompetenz erhöht werden.

Medizinisches Personal: Lösungen wie Telemedizin, Fernbefundung und erschwingliche Geräte zur Durchführung von Telepathologie werden benötigt, um den chronischen Mangel an medizinischem Fachpersonal in ländlichen Gebieten zu kompensieren. Die Nachfrage nach Überwachungsgeräten, Kommunikationstools für isolierte Patienten und kabellosen medizinischen Verschreibungen ist hoch, da die Bedürfnisse im Bereich der häuslichen Krankenpflege allgemein steigen.

Die Einführung von Big Data zur Verbesserung des Pflegemanagements und die Durchführung von prädiktiver Analyse sowie Genomik sind erforderlich, um eine bessere Pflege und präventive Behandlung anbieten zu können. Cloud Computing-Lösungen sollten umgesetzt werden, um die interprofessionelle Zusammenarbeit und Effizienz sowohl in den Krankenhäusern als auch zwischen ihnen zu verbessern.

Krankenhausverwalter: Krankenhausverwalter stehen einem breiten Spektrum von Problemen gegenüber, etwa mangelnden Kenntnissen und Fähigkeiten in Bezug auf das Sichern von umfassenden Gesundheitsdaten, einem Mangel an Koordination innerhalb und ausserhalb der Anstalten, der auf schlechte System-Interoperabilität und Kommunikation zurückzuführen ist, mangelnder Effizienz und überhöhten Kosten aufgrund von geringer Digitalisierung oder einer schlechten Verwaltung der Lagerbestände. All diese Probleme werden noch durch mangelhafte IT-Kenntnisse auf Managementebene verstärkt.

Benötigt werden daher Lösungen, die die Sicherheit und den Schutz von Patientendaten garantieren, Big Data-Tools, kollaborative Tools, Tools für das Schaden- und Personalmanagement sowie auch IT-Schulungsprogramme für den medizinischen Bereich.

Wettbewerb und Fragmentierung des Marktes

Die Möglichkeiten und dringenden Bedürfnisse dieses boomenden Markts werden bereits von wichtigen japanischen Akteuren erkannt, insbesondere von Akteuren aus dem Non-Life-Science-Bereich in der Telekommunikations- oder Elektronikbranche, etwa NTT, DoCoMo, Canon oder IBM Japan. Grosse Generalhandelshäuser wie Mitsubishi Corp. entwickeln neue und gezielte Geschäftsstrategien in diesem Bereich.

Trotz der Gegenwart dieser grossen Unternehmen war das Wettbewerbsumfeld im Jahr 2017 fragmentiert, kleinere Akteure deckten einen Grossteil des Gesamtumsatzes ab. Ein zentraler Punkt für einen erfolgreichen Markteintritt scheint es zu sein, Nischenmärkte ins Visier zu nehmen und Produkte und Services anzubieten, die auf die individuelle Nachfrage der Konsumenten abgestimmt sind.

Schweizer Unternehmen haben in Japan einen hervorragenden Ruf und geniessen ein hohes Ansehen, ihr Know-how wird hoch geschätzt. Dies betrifft vor allem die Bereiche Gesundheit und Datensicherheit. Sie werden den höchsten Standards in den Bereichen Informations- und Datensicherheit sowie Datenschutz gerecht.

Damit bieten Schweizer Unternehmen genau das, was in Japan dringend gebraucht wird. Beobachtung und Überwachung von Patienten (mit Einsatz von Apps und Geräten, Big Data und verbundenen datenbasierten Informationen) sowie auch Apps, Geräte und KI-Lösungen zur Behandlung chronischer Krankheiten zählen zu den Lösungen, die Schweizer Unternehmen in Japan einführen können.

Ratschläge für Exporteure

Exporteure stehen neben der Sprachbarriere und den Unterschieden in der Geschäftskultur einigen Herausforderungen gegenüber. Dazu zählen unter anderem Überschneidungen von Vorschriften und Behörden, ein fragmentiertes Krankenhausnetz, ein schleppender Genehmigungsprozess wie auch ein komplexes mehrstufiges Verteilungssystem. Derartige Hürden können überwunden werden, indem zunächst eine Partnerschaft mit lokalen Akteuren aufgebaut wird, die mit derartigen Prozessen vertraut sind, auf ein bestehendes Netzwerk zurückgreifen können und zudem begierig sind, neue Technologien in den Markt einzuführen.

Mehr Information finden Sie im Überblick über Chancen im japanischen Markt für Gesundheitstechnologie, der für Schweizer Unternehmen vom Swiss Business Hub Japan zusammengestellt wurde. Weitere Informationen 

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