Global Opportunities

Schweizer Lösungen für die Altenpflege in China gesucht

Gemäss den Prognosen wird die Anzahl der Senioren in China bis im Jahr 2050 auf rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung steigen (2015 waren es noch 16 %). Somit wird der chinesische Markt für Altenpflege einen Boom erleben. Hinzu kommt auch die unzureichende Finanzierung von Altenbetreuungseinrichtungen durch die Regierung. Dennoch befindet sich die gesamte Branche noch in den Kinderschuhen und es fehlt an Erfahrung, Kompetenz und Infrastruktur. Obwohl die chinesische Regierung den privaten Sektor ermutigt und unterstützt, einschliesslich ausländischer Investoren, sollten Schweizer KMU bedenken, dass geschäftliche Möglichkeiten in diesem unreifen Markt immer Herausforderungen mit sich bringen.

 

Chancen im chinesischen Pflegesektor: 2045 werden in China über 500 Millionen Senioren leben
Chancen im chinesischen Pflegesektor: 2045 werden in China über 500 Millionen Senioren leben

Überblick über den chinesischen Altenpflegemarkt

Die Ausgaben für das Gesundheitswesen in China, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt, betrugen 2016 über 4’200 Milliarden Yuan (rund 630 Milliarden Schweizer Franken), wobei sich diese Zahl zwischen 2008 und 2016 vervierfacht hat. Innerhalb des Gesundheitswesens steigt in der Altenpflege und der Notversorgung die Nachfrage am stärksten.

  • 2016 gab es in China über 150 Millionen Senioren (65 Jahre oder älter) und diese Anzahl wird voraussichtlich rapide ansteigen und bis 2045 über 500 Millionen oder 43 % der Gesamtbevölkerung Chinas erreichen. Mit dem Anstieg des Anteils der Senioren an der Gesamtbevölkerung erhöht die chinesische Regierung die Ausgaben und die Unterstützung für den Altenpflegesektor.
  • Chinesische Senioren wollen traditionell eher von ihren Familienangehörigen betreut werden als in Altenpflegeeinrichtungen. Aber dieses familienorientierte Pflegemodell ist nicht mehr vorherrschend und stellt die urbanisierte Bevölkerung Chinas zunehmend vor Probleme. Die Haltung Chinas zur Altenpflege verändert sich und immer mehr Menschen wollen in diesen Altenpflegeeinrichtungen leben. Darüber hinaus werden diese durch das steigende verfügbare Einkommen der Chinesen zunehmend bezahlbar.
  • Allgemein betrachtet, befindet sich die Altenpflegebranche in China noch immer in ihrer Anfangsphase und es fehlt an Erfahrung, Kompetenz und Infrastruktur, darunter mangelnde Arbeitskräfte und IT-Infrastruktur für die ambulante Pflege. Von der Regierung finanzierte Altenpflegeeinrichtungen können diesen Anstieg nicht bewältigen, da diese gegenwärtig nur über Kapazitäten für 2 % aller Senioren verfügen. Daher besteht im Altenpflegemarkt Chinas eine massive Lücke, die Chancen für den Privatsektor bietet.

Chancen für Schweizer KMU

Die chinesische Regierung ermutigt den Privatsektor, in diesen Markt zu investieren. Ausländische Investitionen in die Altenpflegebranche werden von der chinesischen Regierung gefördert. Geschäftsmöglichkeiten für Schweizer KMU:

  • Professionelle Schulungsservices für die Altenpflege. Derzeit gibt es rund 220’000 Pflegekräfte, von denen nur ca. 9 % zertifiziert und qualifiziert sind. Die Gesamtanzahl qualifizierter Pflegekräfte deckt bei weitem nicht den Bedarf der gesamten Branche. Da der Beruf Altenpfleger oder Pflegekraft traditionell nicht hoch angesehen wird, gibt es wenige Universitäten und Berufsschulen, die derartige Programme anbieten. Die Situation ändert sich nun, da die chinesische Regierung die Disziplin «Altenpflege und Management» an den Universitäten und Hochschulen geschaffen hat. Zudem wenden sich mehr und mehr Universitäten, Berufsschulen und private Unternehmen für Schulungsservices für Pflegepersonal an ausländische Partner, um das fehlende Personal in diesem Bereich zu ersetzen.
  • Anbieter für ambulante Pflege. Aufgrund des im Konfuzianismus verankerten Respekts vor älteren Menschen baut ein Teil der chinesischen Gesellschaft noch immer stark auf die Pflege von älteren Familienmitgliedern durch die eigene Familie. Wenn Schweizer KMU innovative Pflegelösungen für die ambulante Pflege oder Gemeinschaftsdienstleistungen bieten können, würde das von chinesischen Familien wahrscheinlich gerne angenommen werden.
  • IT im Gesundheitswesen. Generell handelt es sich um einen relativ neuen, aber stetig wachsenden Sektor innerhalb des chinesischen Gesundheitswesens. Telemedizinische Leistungen und medizinische Online-Diagnose wird sowohl in Altenpflegeeinrichtungen als auch Zuhause immer mehr zum Einsatz kommen. Schweizer KMU können sich auf Softwareanwendungen oder Technologien für Senioren in Altenpflegeeinrichtungen konzentrieren. 
  • Ausländische Direktinvestitionen. Die Regierung Chinas fördert die Einrichtung von Wohnungen, Wohngebieten und Pflegeeinrichtungen für Senioren durch ausländische Investoren. Zudem hat die Regierung das Verfahren für die Gründung vereinfacht und bietet ausländischen Investoren steuerliche Vorteile und bevorzugte Regelungen.

Herausforderungen

Die Altenpflege stellt in China zwar einen aufstrebenden Markt dar, ist jedoch mit Hürden und Risiken verbunden. Schweizer KMU sollten sich den grossen Herausforderungen, denen sie bei einem Markteintritt gegenüberstehen können, bewusst sein.

  • Komplexes und uneinheitliches regulatorisches Rahmenwerk. Die chinesische Regierung bietet einerseits eine Reihe von Anreizen, um ausländische Investitionen in die Altenpflege zu gewinnen, andererseits macht sie nur wenig konkrete Aussagen, wie man von diesen Anreizen profitieren kann. Darüber hinaus sind die Regelungen der verschiedenen Regierungsstellen und Verwaltungsorgane uneinheitlich.
  • Suche nach qualifizierten lokalen Partnern. Es wird empfohlen, beziehungsweise ist es für ein Schweizer KMU sogar notwendig, mit einem lokalen Partner im Markt für Altenpflege zusammenzuarbeiten. Einen geeigneten und qualifizierten chinesischen Partner zu finden, stellt jedoch eine Herausforderung dar. Der Markt ist fragmentiert und in der Branche aktive Unternehmen können zumeist nur die Endnutzer erreichen und verfügen ihren Schwerpunktregionen über starke Beziehungen zur Regierung. Schweizer KMU müssen möglicherweise mit einer Reihe von Partnern zusammenarbeiten, wenn sie mehrere geografische Regionen Chinas abdecken wollen.
  • Fehlende Humanressourcen. Die Altenpflegebranche Chinas steckt noch in den Kinderschuhen und es fehlt daher an Fachkräften in der Verwaltung und an professionellen Betreuern.
  • Lokaler Wettbewerb und Schutz durch die Regierung. Starke Konkurrenz für Schweizer Unternehmen kommt von lokalen Organisationen und in manchen Regionen werden örtliche chinesische Unternehmen von lokalen Regierungsstellen bevorzugt.

Alles in allem ist der richtige Geschäftspartner entscheidend und S-GE kann Ihnen gemeinsam mit unserem Netzwerkpartner Swiss Business Hub China dabei helfen, den richtigen Partner in China zu finden.

Wenn Sie die Möglichkeiten im chinesischen Markt für Altenpflege weiter ausloten möchten, können Sie unseren für China-Berater Daniel Bont kontaktieren. Wir würden uns freuen, mit Ihnen den besten Ansatz für Ihr Unternehmen zu besprechen, um diesen vielversprechenden neuen Markt in Angriff zu nehmen. Kontakt

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