Global Opportunities

Reife Märkte: Die Formel 1 als Technologie-Beschleuniger in Grossbritannien

Die Formel 1 ist ein Bereich, in dem herausragende Kompetenzen im Performance Engineering unter Beweis gestellt werden. Auch wenn die Formel 1 und ihre Lieferkette konkrete Marktchancen und einen Rahmen für aussergewöhnliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte bilden, ist ein Eintritt in diesen Sektor nicht einfach. Erfahren Sie hier, wie Unternehmen in der Formel 1 ihre Technologiekompetenzen auf andere Branchen übertragen können.

Zwei Techniker arbeiten im Bereich Technik und Datenanalyse

Neue Märkte mit höheren potenziellen Volumen können erfolgreich angesprochen werden, um die Abhängigkeit vom Motorsportsektor zu verringern. Die grossen Formel 1-Teams haben Technik-Zweige gebildet, die spontane Projekte für externe Kunden durchführen und erfolgreich Design- und Fertigungsmethoden aus der F1 übernehmen. Diese Zweige sind bestrebt, einzigartige Technologien zu integrieren. Daher findet sich die F1 an der Spitze technologischer Entwicklungen – von der Automobilbranche über die Unterhaltungselektronik bis hin zur Medizintechnik.

Dieser Technologietransfer wird von der wachsenden Bedeutung von Echtzeit-Daten bei der Entscheidungsfindung befeuert. Während eines Formel 1-Rennens werden Daten in Echtzeit analysiert, um die beste Strategie zu finden. Mit Hilfe von tausenden Simulationen pro Minute können Fragen beantwortet werden wie «Was würde ein Boxenstopp zu diesem Zeitpunkt bedeuten?». Mit der Verbindung von mathematischen Daten und Simulationen können Trends und Verhaltensweisen erkannt werden. Bei Mercedes wird die Datenanalyse beispielsweise für die Mustererkennung bei Ausfällen von Fahrzeugkomponenten herangezogen. Insgesamt produziert Mercedes jährlich 350 Terabyte an Daten.

Aber ist das auch für andere Märkte relevant?

Natürlich, denn andere Märkte nutzen ähnliche Technologien und setzen für fundierte Entscheidungen auf Big Data. Bei verschiedenen Herausforderungen ist man auf die automatisierte Datenanalyse angewiesen, um eine Reaktion zu generieren, und die Werkzeuge für die Problemlösung sind sich sehr ähnlich, auch wenn sich die Fragestellungen unterscheiden. Die Sammlung und Systematisierung von Big Data von einem Auto und die Übertragung auf ein Computersystem ist der Herausforderung sehr ähnlich, vor der ein medizinisches Forschungsinstitut steht, das grosse Datenmengen wie Gensequenzen erheben und untersuchen muss.

Roche nutzt zum Beispiel KI und Real World Evidence (RWE) in den Produktionsprozessen, um zeitnahe und kostengünstige Erkenntnisse in Bezug auf Wartungsfragen zu gewinnen. Novartis entwickelt eine Plattform für Predictive Analytics auf Basis von Machine Learning-Technologie mit dem Namen «Nerve Live» und arbeitet dabei mit dem US-amerikanischen ML-Unternehmen Quantam Black zusammen. Ausgefeilte Algorithmen ermöglichen die Analyse von aktuellen und historischen Forschungsergebnissen sowie von klinischen Daten, um die Leistung von klinischen Studien-Designs zu prognostizieren.

Aufgrund der Möglichkeit einer Nutzung in verschiedenen Märkten entwickeln F1-Teams Produkte für andere Branchen mit Schwerpunkt auf Daten und investieren stark in Bereiche wie Datenwissenschaft, Machine Learning und künstliche Intelligenz.

Moderne Maschinen können sich immer besser an Veränderungen anpassen, da sie verschiedene Aufgaben beherrschen. Das eröffnet eine Welt der Möglichkeiten für den Technologietransfer: eine Maschine, die heute Fahrzeugkomponenten produziert, könnte beispielsweise am nächsten Tag ein medizinisches Gerät herstellen. Für ein Unternehmen ist es daher ratsam, sich die Frage zu stellen «Wie kann meine Technologie auf andere Sektoren angewandt werden?».

Beispiele für Technologietransfer aus der Formel 1

 

1. McLaren Applied Technologies

McLaren Applied Technologies (MAT) wurde gegründet, um an der Schnittstelle zwischen Maschinenbau, Daten und Technologie zu arbeiten und Lösungen in vier Branchen zu entwickeln: Motorsport, Fahrzeugtechnik, öffentlicher Verkehr und Gesundheit. Die Technologie-Einheit, die aus dem Rennteam entstanden ist, ist innerhalb der ersten fünf Jahre von drei Mitarbeitenden auf die beeindruckende Zahl von 250 Mitarbeitenden angewachsen.

Eines der ersten Projekte, an dem MAT gearbeitet hat, war die Entwicklung von Performance Management-Systemen für die Olympischen Spiele in London 2012. Mit diesen Systemen konnten Leistungstrends bei Sportlern erkannt werden. Ähnlich wie bei der Erfassung und Analyse von Daten aus einem Rennwagen wurde die Technologie für Sportler genutzt, um deren Leistung zu optimieren.

In jüngerer Zeit arbeitete MAT mit der Universität Oxford zusammen, um deren medizinische Dienste durch die Entwicklung von Werkzeugen zur Datenanalyse zu verbessern. Auf die gleiche Weise, wie bei Formel 1-Rennwagen Sensoren genutzt wurden, um Daten in Echtzeit zu übertragen, wurden diese auch bei Operationen eingesetzt, um den Chirurgen bei seiner Arbeit zu unterstützen. Diese Sensoren wurden auch bei Patienten vor und nach der Operation eingesetzt, um deren Bereitschaft bzw. deren Genesungsprozess einzuschätzen. Seitdem hat MAT mit verschiedenen wichtigen Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen zusammengearbeitet und konnte Lösungen für eine Reihe von Märkten entwickeln.

2. Williams Advanced Engineering

Ähnlich wie MAT setzt auch Williams Advanced Engineering, die Technik-Abteilung der Williams-Gruppe, ihre Kompetenzen in anderen Sektoren ein. Das Unternehmen entwickelt derzeit Technologie- und Ingenieurleistungen in Bereichen wie Verteidigung, Luftfahrt und Gesundheitswesen.

Vor kurzem hat Williams Advanced Engineering zusammen mit dem britischen Unternehmen Advanced Healthcare Technology den «Babypod 20» entwickelt, in dem Kleinkinder transportiert werden; er ist so konstruiert, dass er bei einem Unfall mit seiner starken Kohlefaser-Hülle Belastungen von 20 G standhalten kann. Diese Technologie wird auch verwendet, um Fahrer in Rennwagen zu schützen. Der Gurt, mit dem das Kind gesichert wird, ist der gleiche, den auch ein Formel 1-Pilot nutzt.

Projekte am Swiss Business Hub UK + Ireland

Der Swiss Business Hub UK + Ireland hat sich der Förderung verschiedener Technologiekompetenzen in seinen Fokus-Sektoren verschrieben. Die nächsten Projekte sind Teil eines dreijährigen Programms, das von der Schweizer Botschaft in Grossbritannien entwickelt wurde und darauf abzielt, das Potenzial des Technologietransfers von der Formel 1 in andere Branchen zu nutzen. Einer der Bereiche, für die ein grosses Potenzial festgestellt wurde, ist Advanced Analytics für die Entscheidungsfindung in Echtzeit – Life Science bietet sich hier als natürliches Anwendungsgebiet an.

1. Performance Engineering-Mission – 29. und 30. April, Hinwil, CH

Mit dem Motorsport und seinen wichtigsten Grundlagentechnologien als Ausgangspunkt fördert das Projekt die Schweiz als innovatives Land mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten in einigen ausgewählten Technologiebereichen, die für die intelligente Mobilität und damit zusammenhängende Technologien von entscheidender Bedeutung sind. Durch die Verbindung des Schweizer Motorsports mit den Kompetenzen im Performance Engineering möchte das Projekt die geschäftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit führenden Formel 1-Nationen fördern.

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2. Mission «Daten aus der realen Welt» – 24. und 25. Juni, London und Umgebung

Innovationen auf Grundlage von Daten aus der realen Welt sind von wesentlicher Bedeutung, um neuen Patientenbedürfnissen gerecht zu werden, aber auch, um die Art und Weise zu modernisieren, wie Gesundheitsversorgung bereitgestellt wird, und die Effizienz der Gesundheitssysteme zu steigern. Der Swiss Business Hub UK + Ireland hat eine Erkundungsmission für Schweizer Unternehmen zusammengestellt, die an Innovationen an der Schnittstelle von fortschrittlicher Analyse von Daten aus der realen Welt und Life Science arbeiten:

  • Innovative Lösungen, die die betriebliche Effizienz des National Health Service (NHS) verbessern könnten
  • Innovationen, die die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung mit dem Ziel, «den NHS zum Patienten zu bringen», betreffen
  • Behandlungen der nächsten Generation und personalisierte Medizin

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Wie können Sie von diesen Chancen profitieren?

Wenn Sie Chancen in Bezug auf die Performance Engineering-Mission oder auf die Mission Daten aus der realen Welt weiter untersuchen möchten, hilft Ihnen unsere S-GE Consultant für Grossbritannien und Irland, Nadja Kolb, gerne mit weiteren Informationen und persönlicher Unterstützung.

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