Global Opportunities

Chancen in der indonesischen Lebensmittelindustrie

Snacks, Saucen, Senf und Mayonnaise

Im Jahr 2017 war Indonesien unter den Top-11-Ländern der Welt mit dem grössten Wachstum im Segment Snack-Lebensmittel. Dieser Trend zeigt, dass «Snacks für zwischendurch» für die meisten Indonesier zu einem festen Bestandteil ihres Lebensstils geworden sind. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Marktüberblick und zeigen Ihnen die Chancen für Schweizer Unternehmen auf.

Eine Frau kauft Chips

Mit 11 % Wachstum haben 2017 insbesondere herzhafte Snacks einen Aufschwung erfahren, wobei Nüsse und Samen vor Kartoffelchips die beliebtesten Artikel waren. Rund 69 % der städtischen Verbraucher in Indonesien nehmen mindestens einmal am Tag einen Snack zu sich. Insgesamt soll sich der Wachstumstrend in dieser Produktkategorie mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 11,3 % bis 2021 fortsetzen.

Dieses Segment bietet also interessante Möglichkeiten für neue Produkte. Indonesische Verbraucher schätzen Produktneuheiten, neue Geschmacksrichtungen und eine gesündere Snack-Auswahl. So dürften für diesen Markt etwa kalorienarme oder fettfreie Produkte attraktiver sein. Bei Saucen, Dressings und Würzmitteln bleibt die Nachfrage gewohnt hoch. Die Entwicklung einer starken Mittelschicht, die schnelle Urbanisierung und ein wachsender Appetit auf ausländische Lebensmittelartikel sind wesentliche Gründe für die hohe Nachfrage in den oben genannten Produktkategorien.

Bei herzhaften Snack-Produkten ist ein flächendeckender Aufwärtstrend des Importvolumens zu erkennen. Hierbei sind asiatische Länder (Malaysia, Thailand, China und die Philippinen) und die USA die wichtigsten Lieferländer. Saucen und andere gemischte Würzmittel (einschliesslich Sojasauce, Tomatenketchup sowie Senf und Mayonnaise) zeigten mit einem Gesamtimportvolumen von 82,3 Millionen US-Dollar (einem Anstieg von 28 % im Vergleich zu 2016) die gleiche Entwicklung. Asiatische Länder – genauer gesagt Malaysia, China, Thailand und Singapur – sind für über 75 % des Gesamtimportvolumens (rund 69,5 Millionen US-Dollar) verantwortlich. Europäische Länder trugen hingegen nur 5,5 % zum Gesamtvolumen bei.

Marktanteile auf dem indonesischen Markt

Mit einem Marktanteil von 11 % führte die GarudaFood Group im Jahr 2017 das Segment herzhafter Snacks in Indonesien an. Das Unternehmen dominiert den Markt mit seiner breiten Palette von Snack-Produkten wie Chips, Crackern, Popcorn sowie umhüllten und gerösteten Nüssen. Ein weiterer wichtiger Marktteilnehmer ist das Joint Venture Indofood-PepsiCo. Produktneuheiten und intensive Werbeaktivitäten im Fernsehen und auf digitalen Medienplattformen sind die Hauptstrategien dieser Akteure auf diesem fragmentierten Markt. Im Segment Saucen, Dressings und Würzmittel nimmt Unilever Indonesia mit seiner Sojasaucen-Marke Bango, der Produktreihe Heinz ABC Chili Sauce und den Mayonnaise-Produkten Ajinomoto (Mayumi) eine starke Position ein. In der Senf-Kategorie sind die meisten auf dem Markt verfügbaren Produkte importiert, darunter French’s (USA), Kühne (Deutschland), Edmond Fallot (Frankreich), Colman’s (UK) und Remia (Niederlande).

Vielfältige Vertriebskanäle für Snacks

Insgesamt beherrschen traditionelle Einzelhändler (z. B. Strassenstände und Nachbarschaftsläden) über 80 % des Lebensmittelmarkts. Moderne Einzelhändler wie Hyper- und Supermärkte sind im Land jedoch kontinuierlich auf dem Vormarsch. 2017 waren Transmart Carrefour (110 Standorte), Giant (166 Standorte), Hypermart (113 Standorte) und Lotte Mart (46 Standorte) unter den grössten Akteuren im Hypermarkt-Segment. Das Supermarkt-Segment führten dagegen Super Indo (157 Standorte), Foodmart (40 Standorte), Hero Supermarket (32 Standorte), FoodHall (26 Standorte) und Ranch Market (14 Standorte) an. Eine grosse Auswahl lokaler und importierter Produkte, Artikel auf unterschiedlichen Qualitätsstufen und eine angenehme Atmosphäre sorgen dafür, dass die Verbraucher sich zunehmend für diese modernen Kanäle statt der traditionellen Einzelhändler entscheiden. Zudem werden Hotelketten und erstklassige Restaurants weitere wichtige Kanäle für importierte Produkte, da sie ihren Gästen facettenreiche internationale Küche bieten.

Regulatorischer Rahmen: Lebensmittel in Indonesien

Bevor Lebensmittelprodukte auf den Markt gebracht werden, muss der ausländische Auftraggeber einen geeigneten lokalen Vertreiber finden, der sich um die Einfuhr, die Registrierung und den Vertrieb kümmert. Alle Lebensmittelprodukte in Verkaufsverpackungen müssen bei der indonesischen National Agency for Drug and Food Control (BPOM) registriert werden. Die Registrierung kann online vorgenommen werden. Hierzu müssen Verwaltungsdokumente und technische Dokumentation wie Einfuhrlizenz, Ernennungsschreiben als Vertreiber, Freihandelszertifikat (CFS), Zertifikat über gute Herstellungspraxis (GMP-Zertifikat), Analysezertifikat, Zutatenliste und Etikettenangaben eingereicht werden. Nach vollständiger Bereitstellung aller Dokumente und der Zahlung der Registrierungsgebühr (14–21 US-Dollar pro Artikel) prüft ein Gutachter der Agentur die Dokumente. Das Registrierungsverfahren kann je nach Risikograd der Produkte insgesamt bis zu eineinhalb Monate dauern. Vertreiber, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (z. B. keine Ablehnung bei den letzten fünf Registrierungsanträgen), können allerdings ein schnelleres Online-Registrierungsverfahren (zehn Werktage) nutzen. Zudem muss der Vertreiber für jede geplante Einfuhraktivität eine Einfuhrgenehmigung (SKI) bei der BPOM beantragen. Für die oben genannten Lebensmittelkategorien erhebt die Regierung Indonesiens 5 % bis 20 % Einfuhrzoll, 10 % Mehrwertsteuer und neuerdings 7,5 % Einfuhrsteuer. Für Senf und Mayonnaise findet noch der niedrigere Einfuhrsteuersatz von 2,5 % Anwendung. Angesichts der erwarteten Umsetzung des Halal-Gesetzes im Oktober 2019 sind Auftraggeber gut beraten, sich mit dieser neuen Anforderung vertraut zu machen. Lebensmittelprodukte, die nicht halal-zertifiziert sind, müssen als solche gekennzeichnet sein.

Attraktive Chance für Schweizer Unternehmen

Nehmen Sie vom 24. bis 27. Juli 2019 an der Food & Hotel Indonesia in Jakarta teil und erforschen Sie den indonesischen Markt. Der Swiss Business Hub Indonesia ist mit einem mini SWISS Pavilion vertreten. Wenn Sie mehr erfahren möchten, setzen Sie sich bitte mit unserer Senior Consultant für Südostasien Angela di Rosa in Verbindung.

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