Global Opportunities

Wien – ein Life-Science-Zentrum in Österreich

Chancen für Schweizer Unternehmen

Derzeit sind knapp 40’000 Menschen bei einer der 554 Organisationen beschäftigt, die allein in Wien im Life-Science-Bereich tätig sind. In diesem Artikel geben wir einen Einblick in die boomende österreichische Life-Science-Branche und erläutern, warum dieser Sektor Schweizer KMU gute Chancen bietet, ihr Geschäft auszubauen.

Life science

Die Attraktivität der Branche geht vor allem auf folgende Aspekte zurück: guter Zugang zu Finanzierung, Steuervorteile, Sicherheit und hohe Lebensqualität, qualifizierte Arbeitskräfte, Vernetzung zwischen Wissenschaftsgemeinde und Geschäftswelt und vieles mehr.

Allgemeine Aussichten

Die Life-Science-Branche spielt in der österreichischen Wirtschaft eine bedeutende Rolle: Knapp 1’000 Unternehmen verfügen zusammen über einen weltweiten Umsatz von über 22,4 Milliarden Euro, was etwa 6 % des österreichischen BIP entspricht. Allein in Wien erzielten Unternehmen in dieser Branche im vergangenen Jahr beträchtliche Umsätze: 3,4 Milliarden Euro im Medizinprodukte-Bereich und 8,8 Milliarden Euro im Biotech-Pharma-Sektor. Graz und Innsbruck beheimaten mehrere renommierte medizinische Universitäten, was die starke Position Österreichs in der Life-Science-Branche weiter untermauert. Das belegen auch einige beeindruckende Zahlen: 55 Forschungseinrichtungen mit 20’000 Mitarbeitenden sowie 35’000 Studierenden und mehr als 4’000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen pro Jahr.

Zahlreiche Venture Capital-Geber unterstützen die Entwicklung schnell wachsender Unternehmen. Zudem ist staatliche Förderung für Unternehmen ein wichtiger Entwicklungsweg. Ein Beispiel: Das Wiener Unternehmen Apeiron entwickelt innovative Projekte in der Immunonkologie, mit dem Schwerpunkt Krebsimmuntherapie für Kinder. Vor Kurzem erhielt es einen Kredit über 25 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank, um dieses seltene Krebsleiden, an dem jährlich über eintausend Kinder in der EU und den USA erkranken, weiter erforschen zu können.

Staatliche Massnahmen fördern Life-Science-Innovationen

Vor drei Jahren veröffentlichte die österreichische Regierung ihre Life-Science-Strategie, die auf «die Weiterentwicklung und Stärkung der inländischen Wissenschafts-, Forschungs- und Unternehmenslandschaft sowie der gesamten Innovationswertschöpfungskette von der Frühforschung bis zur Marktreife» abzielt.

Die Erfolge sind bereits 2019 beachtlich: erweiterte Möglichkeiten für klinische Studien, Fortschritte auf neuen Feldern (z. B. personalisierte Medizin und Stammzellenforschung), Fokus auf internationale Zusammenarbeit, Erleichterung der Unternehmensgründung, Förderung öffentlich-privater Partnerschaften sowie weitere Aktivitäten zur Schaffung idealer Rahmenbedingungen.

Ein praktisches Beispiel sind steuerliche Anreize für Newcomer. Unabhängig von der Unternehmensgrösse sind 14 % der F+E-Ausgaben steuerlich abzugsfähig. Darüber hinaus hat die österreichische Regierung eine Steuerabzugsmöglichkeit für Einzelpersonen geschaffen. Diese ist zeitlich begrenzt und gilt nur für Wissenschaftler und Forscher, die sich aus beruflichen Gründen für einen Umzug nach Österreich entschieden haben. Zudem haben die Behörden im Herzen Wiens ein BioCenter ins Leben gerufen, um Wissenschaftlern im Bereich der biomedizinischen Forschung Zugang zu modernster Infrastruktur zu bieten und sie so bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Auf über eintausend Quadratmetern stehen zu erschwinglichen Preisen Coworking-Spaces für Unternehmer zur Verfügung.

Schwerpunkt Digitalisierung

Auf nationaler Ebene wurden Massnahmen ergriffen, um die Bedingungen für eine Geschäftstätigkeit im Land zu erleichtern. Konkret kämpft die Regierung für einen Bürokratieabbau und die Senkung von Unternehmenssteuern. Diese Bemühungen finden auch auf EU-Ebene statt, wo sich Österreich für Rechte des geistigen Eigentums und weitere Anreize für innovative Medikamente einsetzt. Diese Massnahmen helfen Anspruchsgruppen im Life-Science-Bereich dabei, im Zeitalter der Digitalisierung potenzielle Synergieeffekte für Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft zu nutzen. Wien folgt dem allgemeinen Trend der Verschmelzung von Biotech, Pharma, Medtech und IT. Dies hängt offensichtlich mit der verstärkten Nachfrage nach E-Health, personalisierter Medizin und der Anwendung innovativer Diagnosetools zusammen.

Ein einschlägiges Beispiel ist die Schaffung des Center for Precision Medicine im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien. Teil des Centers wird ein Campus sein, der Grundlagenforschung, translationale und klinische Forschung sowie Lehre vereint.

Wien – das Herz Österreichs

Wien lässt sich von überall in der Schweiz in nur zwei Stunden erreichen. Die österreichische Hauptstadt liegt nur 600 km östlich von Zürich und ist das Tor zu Mittel- und Osteuropa. Betrachten wir nun zwei Aspekte der Wiener Life-Science-Branche eingehender: die Industrielandschaft und die wissenschaftliche Qualität. In der Stadt herrscht eine gesunde Mischung aus Start-ups und gut etablierten Unternehmen. Die Hälfte der in Wien ansässigen Life-Science-Unternehmen ist jünger als 10 Jahre, wohingegen etwa ein Viertel bereits seit über 20 Jahren besteht. Zudem haben die globalen Top-Ten-Unternehmen des Biotech- und Pharmasektors allesamt eine Niederlassung in Wien, was für ein inspirierendes Umfeld sorgt.

Die Universität Wien wurde vor über 650 Jahren gegründet. Neben ihrer langjährigen Erfahrung und ihren zahlreichen Forschungszentren ist sie gut mit internationalen Wissenschaftlern vernetzt. Die Stadt beheimatet ganze fünf Universitäten, zwei Fachhochschulen und elf ausseruniversitäre Forschungseinrichtungen. In die letzte Kategorie fallen das Austrian Institute of Technology (AIT) und weitere Organisationen, die insgesamt über 1’500 Mitarbeitende und ein Budget von 160 Millionen Euro verfügen.

All diese Zahlen und Fakten über das zunehmende Life-Science-Potenzial in Österreich lassen mindestens zwei Schlussfolgerungen zu: Erstens haben Schweizer Unternehmer in Österreich hervorragende Chancen, ihr Geschäft auszubauen. Zweitens ist das Umfeld für Schweizer KMU, die in den österreichischen Markt eintreten wollen, äusserst attraktiv.

Zentrale Erfolgsfaktoren

  • Qualifizierte Arbeitskräfte
  • Äusserst vielversprechende Entwicklungen in den Bereichen Onkologie, Neurologie, Impfstoffe, Immunologie, Präzisionsmedizin und E-Health
  • Ein Drittel aller Unternehmen ist jünger als 10 Jahre
  • Hochrangige Unternehmen verfügen über Niederlassungen in Österreich (z. B. Boehringer Ingelheim, Shire, Ottobock, Sandoz, Bionorica oder Octapharma)
  • Institute und Universitäten mit F+E-Tätigkeit auf Spitzengebieten (z. B. Infektionskrankheiten, Onkologie, Immunstörungen, Laborreagenzien und -sets sowie Diagnosetools)
  • Eine der europäischen Städte mit der höchsten Lebensqualität
  • Erster Meilenstein für Entwicklungen weiter östlich
  • Moderne, zeitgemässe Infrastruktur
  • Ideale Voraussetzungen für gemeinsame Forschungsprojekte (z. B. Vienna BioCenter und Vienna Life Sciences Center Muthgasse)
  • Ausgezeichnete Rahmenbedingungen: Zugang zu Finanzierung, Steuervorteile, engmaschiges Netzwerk, interdisziplinärer Ansatz und Vielfalt

Anstehende Veranstaltungen

  • European Summit of Industrial Biotechnology vom 18. bis 20. November in Graz. Die grösste europäische Biotech-Konferenz des Jahres findet in Österreich statt und richtet den Blick auf zwei Hauptthemen: «Bioproduktion im Sinne der Bioökonomie» und «Fortschritte im Biomanufacturing und künftige Biopharmazeutika».
  • LISAvienna – Regulatory Konferenz für Medizinprodukte und IVD am 3. Dezember in Wien. Diese Konferenz bietet eine einmalige Gelegenheit, die jüngsten rechtlichen Entwicklungen in der EU hinsichtlich Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika zu diskutieren.
  • AICI Forum Villach 2019 vom 6. bis 7. Dezember in Villach. Kann KI Ärzte ersetzen? Dieses Thema wird im Rahmen des Forums eingängig diskutiert – neben dem Einsatz von KI in der klinischen Bildgebung.
  • SLAS Europe 2020 vom 3. bis 5. Juni 2020 in Wien. Die SLAS Europe 2020 ist eine Kombination aus Konferenz und Messe und setzt sich zum Ziel, die neuesten Life-Science-Trends aufzuzeigen.

Weitere Informationen zu Life-Science-Möglichkeiten in Österreich

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